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    Nachdem Heyne seit einigen Jahren mit russischen Fantasy Autoren, wie Sergei Lukianenko (Wächter der Nacht) und Dmitry Glukhovsky (Metro 2033) Erfolge feiert, will der Piper Verlag nun wohl auch ein Häppchen abhaben. Mit Vitali Sertakov sind sie da offenbar auf ein im deutschen Sprachraum noch weitgehend unbeschriebenes Blatt gestoßen, der in seiner Heimat jedoch auf ein recht umfangreiches Veröffentlichungsrepertoire zurückblicken kann.

    cryonic_cover

    (c) Piper Verlag
    Umfang: 512 Seiten
    Leseprobe / Bestellen bei Amazon

    Der Dämon aus dem Eisfach
    Cryonic – Der Dämon Erwacht stellt den Auftakt von Sertakovs Dämon-Zyklus dar, bei dem es um den Ingenieur Arthur Kowal geht, der sich im Jahr 2006 zu Forschungszecken, für geplante zwanzig Jahre in kryogenen Schlaf versetzen lässt, allerdings erst hundertzwanzig Jahre später wieder in seiner Kältekammer erwacht.
    Es wird eine dystopische Zukunft gezeichnet, in der ein Massensterben und die Zerstörung der Umwelt in den nächsten Jahren zum einen zu einer teilweisen zivilisatorischen Devolution Richtung Mittelalter geführt haben. Zum anderen scheint die technische Entwicklung ebenfalls um Jahrzehnte zurückgefallen zu sein. Darüber hinaus gibt es diverse Formen von Mutanten, die das Ganze zusätzlich in eine Mischung aus Horrorkabinett und Märchenland verwandeln.
    Als wäre das noch nicht genug, um einem einfachen Ingenieur aus den Latschen zu hauen, muss Arthur feststellen, dass ihn sein spärliches Know-How aus dem einundzwanzigsten Jahrhundert unter diesen Bedingungen schon fast zum Genie macht. Dies macht ihn für die verstreuten Klans zu einem höchst wertvollen Gut, was nur noch durch seine Zeugungsfähigkeit getoppt wird. Mütter und Väter sind nämlich zu einer Rarität geworden, die quasi als Zuchttiere zu höchsten Preisen gehandelt werden. Aber das ist immer noch nicht alles, denn im Verlauf der Geschichte wird er auch noch zu einer Art Messias aus einer alten Prophezeihung erhoben, den man als Dämon bezeichnet. Daher wird er von einer esoterischen Naturmagiersekte für seine Aufgabe ausgebildet, die Welt zu retten.

    Rundreise durchs postapokalyptische Russland
    Soviel zum groben Hintergrund. Eingebettet ist das Ganze in eine Art Reise. Arthur wird von einem Klan in Piter aufgelesen und danach recht zügig auf eine Handelskarawane nach Moskau geschickt. Dort kommt er allerdings nicht an, da die Karawane von den besagten Naturmagiern, genannt die Wipper, abgefangen wird. Danach folgt im weitesten Sinne seine Ausbildung und der Aufenthalt in einem Wipperdorf irgendwo im Ural. In Rahmen der Ausbildung bekommt er dann doch noch Moskau zu sehen. Und zum Schluss mündet das ganze wieder in St. Petersburg.
    Nebenbei betreibt Artur noch ein wenig Vergangenheitsbewältigung, bezüglich seiner damaligen Freundin, die bei einem Motorradunfall ums Leben kam, wofür er sich die Schuld gibt. Zufälligerweise ist unter den sogenannten Müttern, welche die Wipper ebenfalls bei der Karawane abgestaubt haben ein Mädchen, das erstaunliche Ähnlichkeit mit Arthurs Ex hat. Dass sich das zu einer mehr oder minder romantischen Verstrickung entwickelt, müsste ich an dieser Stelle wahrscheinlich nicht extra erwähnen. Wohl jedoch die beinahe schon pornografische Paarungszene in diesem Kontext, die irgendwie als Fremdkörper in der Geschichte wirkt.

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    Seiten: 1 2

    Kategorien: Bücher, Fantasy, Horror, Science-Fiction
    von André Pannenbecker 9.Nov.2013 2.010 x gelesen