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    Zwerge, Elben, Drachen, Vampire, Werwölfe… Vorzeige-Autor Markus Heitz hat schon so manche Gestalten auf seine Fangemeinde losgelassen. Mit Aera fügt er dem abwechslungsreichen Repertoire gleich eine Vielzahl weiterer illustrer Figuren hinzu – die alten Götter sind zurück.
    Nachdem die Geschichte zuerst in Form von zehn Einzelepisoden als eBook veröffentlicht wurde, kann man sich das Gesamtpaket nun auch als Taschenbuch ins Regal stellen.

    aeracover

    (c) Knaur Verlag
    Umfang: 784 Seiten
    seit 02.11.2015 im Handel
    Leseprobe / Bestellen bei Amazon

    Neue alte Religionen für jeden Geschmack
    2012, da war doch was… Wir erinnern uns noch an die zahlreichen Weltuntergangs-Spekulationen, ausgelöst durch das Ende des Maya-Kalenders. In Aera kam es damals zwar nicht zur befürchteten Apokalypse, die Menschheit wurde dennoch mit ungeahnten Veränderungen konfrontiert. Denn plötzlich tummelten sich auf der Erde die mehr oder weniger aufgegebenen Gottheiten der verschiedensten Kulturkreise. Ob Zeus, Odin, Manitu oder exotische afrikanische und asiatische Überwesen. Nur vom Gott der Christen, Muslime und Juden fehlt noch jede Spur. Der Einfluss der einst herrschenden monotheistischen Religionen ist dadurch geschwunden und es kam zu erheblichen Umwälzungen sowie den so genannten Übergangskriegen.

    Inzwischen schreibt man das Jahr 2019 und die Erdbevölkerung hat sich weitgehend mit der veränderten Situation arrangiert. Alte Kultstätten erleben eine neue Blüte, die ersten Halbgötter haben das Licht der Welt erblickt und das Gesicht vieler Städte und Länder hat sich erheblich gewandelt. Nicht zuletzt die Rivalitäten zwischen verschiedenen Gottheiten und ihren Anhängern bergen aber nach wie vor großes Konfliktpotenzial.
    Als einer der letzten Atheisten befasst sich der skeptische und selbst Göttern gegenüber respektlose Interpol-Agent Malleus Bourreau mit Verbrechen, bei denen ein übersinnlicher Einfluss vermutet wird. Dabei gerät er in einen komplexen Fall rund um gestohlene Artefakte.

    Einzelne Folgen, aber mit übergreifender Geschichte
    Jede der zehn Episoden befasst sich schwerpunktmäßig mit einem Teilaspekt der Geschichte und führt den Hauptdarsteller an die unterschiedlichsten Schauplätze wie Paris, Japan oder Cornwall, es gibt aber einen übergeordneten Handlungsfaden, in dem sich nach und nach die Puzzleteile zu einem spannenden Ganzen zusammenfügen.
    Neben dem einzelgängerischen Zigarren-Kettenraucher Bourreau mit der traumatisierenden Kriegs-Vergangenheit spielt auch seine neugierige Recherche-Assistentin eine wichtige Rolle. Und dann wäre da noch der mysteriöse Verfolger, dessen oftmals fiese Gedanken voller Schimpfwörter man zwischendurch immer wieder zu lesen bekommt. Warum beschützt er den Helden und geht dabei über Leichen?
    Nicht nur im Bezug auf den Unbekannten herrscht oft eine recht düstere Atmosphäre und die Zahl der Toten samt bösartigen Mordmethoden wächst kontinuierlich.

    Während ich die Story mit ihren vielen Wendungen und abwechslungsreichen Göttergestalten (selbst, wer sich ein bisschen auskennt, entdeckt viele fremde Götter) über weite Strecken fesselnd fand, waren mir die Charaktere teilweise zu klischeehaft. Der obercoole Malleus wetzt mit wehendem Mantel und blauen Kontaktlinsen durch die Gegend, raucht gefühlt alle fünf Minuten eine seiner komischen Zigarren und entkommt selbst aus den brenzligsten Situationen fast ungeschoren. Ich bin mit ihm nicht so recht warm geworden.
    Etwas schade fand ich außerdem, dass trotz Abschluss des Falls rund um die Artefakte noch einige Fragen unbeantwortet bleiben, etwa zur Identität des Verfolgers. Fortsetzung folgt…

    Fazit

    Die Idee mit der Rückkehr der alten Götter finde ich sehr gelungen und auch die dadurch ausgelösten Veränderungen unserer Welt hat Markus Heitz überzeugend beschrieben. Die wendungsreiche Geschichte rund um gestohlene Artefakte und grausige Morde hat darüber hinaus viel Spannung zu bieten. Abzüge gibt es dagegen für die teils arg klischeehaften Charaktere und das nicht wirklich befriedigende Ende.

    Wertung


    Pro

    • innovative, interessant ausgearbeitete Grundidee
    • spannende Story mit vielen Überraschungen
    • kleines Götter-Lexikon am Ende des Buches

    Contra

    • zu viele Klischees bei den Charakteren
    • am Ende bleiben einige Fragen offen

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy, Horror
    von Christina Schmitt 23.Nov.2015 1.740 x gelesen