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    Mit seinem Debütroman Ready Player One (siehe Rezension) landete Ernest Cline einen Überraschungserfolg, zu dem sogar eine Verfilmung von niemand Geringerem als Stephen Spielberg höchstselbst in der Mache ist. Kann sein neues Werk Armada da mithalten?

    Wofür Zocken doch gut ist
    Der 18jährige Zack Lightman gehört zur weltweiten Top 10 der Armada-Spieler – in dem Online-Weltraumshooter tritt man gegen die verschiedenen Kampfmaschinen der außerirdischen Sobrukai an, um im Dienste der Earth Defence Alliance unseren Planeten zu verteidigen. Im echten Leben schlägt sich Zack dagegen mit nachlassenden Schulleistungen und der eigenen Impulsivität herum. Ein Vorfall bringt den Jungen mehr denn je ins Grübeln. Wird er vielleicht die gleichen Wahnvorstellungen entwickeln, die – Tagebucheinträgen nach zu urteilen – bereits seinen bei einem Arbeitsunfall früh ums Leben gekommenen Vater plagten? Doch der Traum des Gamers (und Albtraum der Menschheit) wird Wirklichkeit: All das Spielen war ein Training für den Ernstfall, denn die Sobrukai existieren tatsächlich und sind auf dem Weg zur Erde. Nur Zack und andere Nerds können die Invasion noch aufhalten.

    armadacover

    (c) Fischer Tor
    Umfang: 416 Seiten (Klappbroschur)
    seit 23.03.2017 im Handel
    Leseprobe / Bei Amazon bestellen

    The cake is a lie
    Wie Zack selbst, der als Ich-Erzähler fungiert, kommt der Leser nach und nach den Hintergründen des Alien-Angriffs und den Verbindungen mit der Film- und Spieleindustrie sowie dem Militär auf die Spur. Manche der Entwicklungen sind dabei zu vorhersehbar, für ein paar überraschende Wendungen und reichlich Action ist trotzdem gesorgt. Wer viel Wert auf Logik und Realismus legt, dürfte mit dieser Story, allein schon mit den darin vorkommenden groß angelegten Vertuschungsaktionen und so mancher Auflösung brenzliger Situationen, allerdings so seine Probleme haben…

    Die Charaktere erscheinen stellenweise etwas zu wenig ausgearbeitet, insbesondere auf ihre Emotionen bezogen (was beispielsweise in den Reaktionen auf Todesfälle deutlich wird), obwohl der Hauptdarsteller und seine Freunde mit ihrem Galgenhumor durchaus sympathisch rüberkommen.

    I want to believe
    Ein Highlight des Buchs sind wie schon beim Vorgänger die zahlreichen Erwähnungen von und Zitate aus berühmten Werken der Kinofilm-, Videospiel- oder Fernsehserien-Historie, hier passend zum Thema mit einem Science-Fiction-Schwerpunkt. Leser, die etwa die StarWars-Streifen oder andere Weltraumklassiker wie ihre Westentasche kennen, können sich in Zacks Gesellschaft wie zuhause fühlen.
    Die Anspielungen auf Spiele, Filme, Musik und andere Elemente der Popkultur sind wieder unterhaltsam eingebaut, erscheinen aber weniger komplex und raffiniert als bei Ready Player One – wie auch die ganze Geschichte. Auf den Protagonisten warten hier nun mal keine großen Rätsel und wechselnden Onlinewelten, sondern in erster Linie actionreiche Gefechte oder z.B. Informationen zur Spielewelt und zur Technologie der Aliens (wenngleich auch die eine oder andere pfiffigere Entdeckung gemacht wird).

    Der Einstieg ist dabei noch eher gemächlich und berichtet eine ganze Weile aus Zacks Alltag bzw. stellt etwa die zentralen Inhalte des Armada-Spiels genauer vor, danach nimmt die Story aber ordentlich Fahrt auf und hat bis zum Ende ein relativ hohes Tempo. Das Buch ist weitgehend in sich abgeschlossen, es gibt aber Ansätze im Epilog, die eine Fortsetzung theoretisch möglich machen. Gut vorstellbar ist auch diesmal eine Verfilmung des Stoffs – mal abwarten, ob es dazu kommt.

    Fazit

    Armada ist spaßig, kurzweilig und flott zu lesen, aber in mancher Hinsicht zu simpel gestrickt. Neben kleinen Logikschwächen fallen auch andere Mängel wie diverse vorhersehbare Entwicklungen auf. Die zahlreichen Popkultur-Anspielungen sorgen wieder für gute Unterhaltung und auch an Humor mangelt es nicht, die ganze Geschichte wirkt aber weniger komplex als das erfolgreiche Vorgängerbuch. So bleibt es lediglich bei einer netten Lektüre für zwischendurch, besonders für Fans von Weltraumaction, Shootergames und Aliens.

    Wertung


    Pro

    • interessantes Thema
    • viele Anspielungen auf berühmte Filme, Spiele usw.
    • Action und Humor
    • unterhaltsamer, flott zu lesender Stil
    • sympathische Figuren...

    Contra

    • ...aber nicht genug ausgearbeitet
    • Logikschwächen/unrealistische und zu einfache Lösungen
    • etwas gemächlicher Einstieg

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Science-Fiction
    von Christina Schmitt 20.Mai.2017 794 x gelesen