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    Unser Leben ist voll mit visuellen Informationen, über die Augen orientieren wir uns in der Welt, erkennen Gefahren und finden den Weg. Aber was passiert, wenn jeder Blick ins Freie den Tod (und Schlimmeres) zur Folge haben kann? Mit dieser Frage beschäftigt sich Bird Box aus der Feder des US-Amerikaners Josh Malerman.

    birdboxcover

    (c) Penhaligon Verlag
    Umfang: 320 Seiten
    ab 16.03.2015 im Handel
    Leseprobe / Bestellen bei Amazon

    Ein Horrorszenario

    Es beginnt mit einem wenig beachtenden Zwischenfall in Russland, doch bald häufen sich ähnliche brutale Vorkommnisse, nach einer Weile auch in den USA: Unbescholtene Bürger drehen völlig durch, gehen plötzlich auf ihre Mitmenschen los und nehmen sich schließlich selbst auf die unterschiedlichsten blutigen Arten das Leben. Um den Auslöser der Attacken herrscht ein großes Rätselraten, doch bald kristallisiert sich heraus, dass alle Betroffenen irgendetwas – oder irgendwen? – gesehen haben…
    Die Heldin des Buches ist eine junge Frau namens Malorie, die sich ein paar Jahre nach dem Ende der Welt, wie wir sie kannten, mit ihren beiden kleinen Kindern auf den gefährlichen Weg zu einer hoffentlich sicheren Zuflucht macht. Und zwar mit verbundenen Augen. Eine Zeitebene dreht sich um diese nervenzerreißende Flucht (ergänzt durch Informationen zur strengen Erziehung bzw. Konditionierung der Kinder im Vorfeld), in der anderen wird die Entwicklung der ganzen Katastrophe geschildert, beginnend bei den noch von vielen Zeitgenossen ignorierten ersten Vorfällen, über Malories Erlebnisse mit einigen Verbündeten bis hin zu einem dramatischen Finale. Zwischen den beiden Zeitebenen wird kapitelweise gewechselt.

    Extrem bedrückend

    Die Ausgangslage bzw. Thematik der Geschichte ist gleichermaßen deprimierend wie fesselnd. Die Angst vor dem undefinierten tödlichen Anblick führt dazu, dass die Protagonisten sich panisch in den mit Brettern und Decken komplett abgedunkelten Häusern verkriechen und nur noch blind durch die Außenwelt stolpern, wilden Tieren und anderen Gefahren schutzlos ausgeliefert. Dieses bedrückende Gefühl wird in der Geschichte regelrecht greifbar und allerlei schockierende, brutale Szenen sorgen zusätzlich dafür, dass eine ordentliche Portion Spannung aufkommt. Der schnelle Schreibstil mit seinen oft ziemlich kurzen, schmucklosen Sätzen passt da recht gut zur atemlosen Handlung, die den Charakteren später kaum eine ruhige Minute oder einen Hoffnungsschimmer gönnt.
    Das Buch ist übrigens in der Gegenwartsform geschrieben, was ja nicht jedermanns Sache ist. Etwas schade finde ich den Mangel an Identifikationsfiguren. Zwar ist es im Anbetracht der Umstände durchaus nachvollziehbar, dass Malorie etwa ihre Kinder von Geburt an ausgesprochen streng auf die Gegebenheiten der veränderten Umwelt hin „abrichtet“ und sich meistens eben nicht von liebevollen mütterlichen Gefühlen leiten lässt, aber sympathisch wird die Hauptdarstellerin dadurch nicht unbedingt. Darüber hinaus kamen mir manche Situationen nicht ganz logisch vor.
    Die Geschichte kommt zu einem ganz vernünftigen Abschluss und könnte als Einzelband durchaus so stehen bleiben, es sind aber noch ein paar Fragen ungelöst und gäbe Raum für eine eventuelle Fortsetzung.

    Fazit

    Bird Box ist eine im wahrsten Sinne des Wortes düstere, über weite Strecken ziemlich deprimierende Dystopie mit sehr interessanter Ausgangslage, einer ordentlichen Portion Spannung und einigen ekligen Schockmomenten. Allerdings ist mir die Hauptfigur nur in geringem Maße ans Herz gewachsen und ein paar Dinge wirken etwas unlogisch.

    Wertung


    Pro

    • interessante Ausgangssituation
    • viele spannende Szenen
    • gelungene, bedrückende Atmosphäre

    Contra

    • nicht besonders sympathische Hauptfigur
    • kleine Logiklücken

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Horror
    von Christina Schmitt 14.Mrz.2015 1.164 x gelesen