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    Trotz des meiner Meinung nach längst nicht perfekten Abschlussbands (siehe Rezension) bot Anthony Ryans Rabenschatten-Trilogie Fantasy vom Feinsten. Mit den drei Geschichten des aktuellen Buchs entführt uns der Autor nun noch einmal in die Welt seiner erfolgreichen Reihe.

    Der Niedergang Kethias
    Die erste Novelle gab dem Büchlein auch seinen Namen: “Das Duell der Bösen” ist ein Bericht aus einer Zeit lang vor den Ereignissen der Bücher, aus der Feder des uns nur zu gut bekannten Chronisten Verniers. Obwohl die Geschichte also im Stil einer historischen Abhandlung verfasst ist, lockert der fiktive Erzähler sie durch anschaulich geschilderte Szenen, allerlei zitierte Augenzeugenberichte und andere spannendere Elemente etwas auf. Trotzdem darf man hier aber halt keine typische Story mit Dialogen usw. erwarten. Die Novelle erinnert mich am ehesten an die Zusatzgeschichten zu Das Lied von Eis und Feuer, welche in den empfehlenswerten Anthologien Königin im Exil und Der Bruder des Königs zu finden sind.
    Das Duell der Bösen berichtet vom geheimnisumwitterten Untergang der Stadt Kethia, deren legendärer Kriegerkönig sich erbitterte Gefechte mit den Volarianern lieferte. Verniers hat zahlreiche Quellen aus der Epoche zusammengetragen und ist so dazu in der Lage, beide Seiten des Krieges zu beleuchten, auch wenn manche Dinge wie die Wahrheit hinter den übermenschlich erscheinenden Kampfkünsten für ihn im Dunkeln bleiben.

    duellderboesen

    (c) Klett-Cotta
    Umfang: 197 Seiten (Hardcover)
    seit 06.05.2017 im Handel
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    Einauge sei wachsam
    Die zweite Geschichte ähnelt stärker dem Stil der Hauptreihe, ist die längste der drei und hat mir persönlich am besten gefallen. “Die Herrin der Krähen” dreht sich um die kluge Prostituierte Derla, die es im Lauf einer Rachemission unter anderem mit dem genusssüchtigen, später zum Fürsten aufgestiegenen Sentes Mustor und dem wahnsinnigen Verbrecherboss Einauge zutun bekommt, dem bekanntlich Frentis zu seinem neuen Beinamen verhalf. Derla ist eine sympathische Hauptdarstellerin, die trotz der kurzen Geschichte gut charakterisiert wird und mit all ihrer Verzweiflung, aber auch Mut und Kombinationsgabe zum Leben erwacht.

    Im Mittelpunkt der dritten Novelle steht der „Lord Collector“, welcher später der in der Trilogie kurz auftauchende Turmherr der Südküste sein wird. In dieser Story schlägt er sich aber erst mal mit einer Schmugglerbande herum, zu der er ganz eigene unliebsame Verbindungen hat. Zu allem Übel wird er dadurch in eine Konfrontation mit dunklen Mächten verwickelt. Eine wichtige Nebenrolle spielt dabei der bekannte Schwertmeister Sollis. Auch diese Geschichte überzeugt durch einen gelungenen Protagonisten und baut eine schöne Atmosphäre auf, die an die Trilogie erinnert, auch wenn die daraus bekannten Helden hier nicht auftauchen.

    Das Duell der Bösen ist ein hübsches kleines Hardcover-Buch mit einem Cover passend zur eigentlichen Serie. Leider finden sich darin aber keinerlei Extras wie Kartenmaterial, Illustrationen oder ähnliches – da wurde Potenzial verschenkt. Zudem hat man das Bändchen wegen seines geringen Umfangs schnell durchgelesen und bleibt nicht ganz gesättigt zurück. Aus dieser komplexen Welt wären doch bestimmt noch mehr Geschichten zu erzählen gewesen.

    Fazit

    Das Duell der Bösen ist eine schöne Ergänzung zur Rabenschatten-Trilogie mit drei überzeugend erzählten Novellen, durch die wir noch tiefer in die Hintergründe der entsprechenden Welt eintauchen können. Der Umfang fällt allerdings etwas dürftig aus und es gibt keine Extras zu entdecken. Echte Fans der Reihe machen mit dem Kauf nichts verkehrt, wer allerdings einfach nur auf der Suche nach gelungenen (Fantasy)Kurzgeschichten ist, dürfte mit anderen Anthologien aber noch besser bedient sein.

    Wertung


    Pro

    • guter Schreibstil
    • überzeugende Hauptfiguren und spannende Handlung in Novelle 2 und 3
    • Atmosphäre erinnert an die eigentliche Reihe
    • hübsches Hardcover im Stil der Trilogie

    Contra

    • geringer Umfang
    • keine Extras wie Karten etc.
    • erste Novelle ist "nur" eine Art historischer Bericht

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy
    von Christina Schmitt 16.Mai.2017 542 x gelesen