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    Genau wie der Vorgängerband (siehe Rezension hier) ist auch Teil zwei der Lytar-Chronik eigentlich nicht neu, sondern wird zum zweiten Mal veröffentlicht, nun vom Piper-Verlag sowie „erstmals ungekürzt und vollständig überarbeitet“.

    lytar2cover

    (c) Piper Verlag
    Umfang: 528 Seiten
    seit 01.06.2016 im Handel
    Leseprobe / Bestellen bei Amazon

    Gemeinsame Ziele, getrennte Wege
    Band zwei setzt unmittelbar nach dem Ende des Erstlings an. Die durch den todesmutigen Einsatz von Argor und Knorre entfesselte Flutwelle hat einen großen Teil der feindlichen Truppen mit sich gerissen, die übrigen Soldaten ergeben sich kampflos. Doch wie so oft im Fantasy-Genre ist damit nur eine Schlacht geschlagen, der Krieg aber noch lange nicht vorbei.
    Die Gruppe der Freunde teilt sich auf (teils freiwillig, teils unfreiwillig), um unterstützt durch ein paar neue Verbündete an verschiedenen, schön beschriebenen Schauplätzen z.B. wichtige Vorbereitungen für das Anwerben von zusätzlichen Unterstützern zu treffen. Der Weg führt die Helden beispielsweise ins mysteriöse Innere der verlassenen Metropole oder mitten in die Höhle des Löwen – eine Hafenstadt, in der sich schon lange Beliors Krieger und vor allem auch gefährliche Priester des dunklen Gottes Darkoth breitgemacht haben, die stets auf der Suche nach neuen Menschenopfern sind.

    Genau wie der Gesandte Lamar in der erneut verwendeten Rahmengeschichte wird man vom Erzähler immer wieder auf die Folter gespannt, weil die Perspektive in spannenden Situationen wechselt. Den Leser erwarten hier einige interessante Enthüllungen, sowie nicht nur durch die Trennung der Gruppe viel Abwechslung und außerdem Figuren, die – trotz ihrer manchmal schon etwas zu heldenhaften Fähigkeiten (und erneut mehreren wundersame Heilungen und Quasi-Wiederbelebungen) – doch sehr menschlich und sympathisch rüberkommen.
    Dies auch durch eine Prise Humor in manchen Situationen, schon allein durch Glückskind Garret, der sich z.B. selbst im Angesicht großer, bedrohlicher Ereignisse nicht von einem ausgiebigen Frühstück oder seiner positiven Grundhaltung abbringen lässt.

    Unter anderem durch Einblicke in die Vergangenheit mancher Charaktere gewinnt das Abenteuer verglichen mit dem Vorgängerband ein wenig an Tiefe und Eigenständigkeit. Zwar erinnern manche Elemente wie die Spezialfähigkeiten der Protagonisten noch immer an klassische Rollenspielkost, es gibt aber meiner Meinung nach weniger bekannt wirkende Versatzstücke als vorher und auch der von mir kritisierte Leerlauf zwischen den spannenden Passagen ist hier kaum noch zu finden.

    Fazit

    Das Erbe des Greifen ist ein sehr gut zu lesender zweiter Band, der sich die Stärken des Erstlings bewahrt und ein paar Schwachstellen fast komplett ausmerzt. Nach wie vor sind die Charaktere sympathisch, die Schauplätze werden anschaulich beschrieben und es gibt viele spannende Szenen. Zusätzlich gewinnt das Abenteuer z.B. durch Enthüllungen über die Vergangenheit verschiedener Charaktere an Tiefe, die Aufspaltung der Heldengruppe sorgt für viel Abwechslung und es gibt weniger klischeehafte Elemente. Allerdings finde ich die Protagonisten immer noch etwas zu „unkaputtbar“...

    Wertung


    Pro

    • sympathische Charaktere
    • abwechslungsreiche Geschichte
    • schön beschriebene Orte
    • gelungene Dialoge

    Contra

    • erneut kommen so gut wie tote Leute zu oft mit dem Leben davon

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy
    von Christina Schmitt 17.Jun.2016 1.098 x gelesen