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    Mit dem ersten Band ihrer Trilogie Das Feuerzeichen konnte mich Francesca Haig vor einem halben Jahr erfolgreich in eine dystopische Geschichte rund um schicksalhaft miteinander verbundene Zwillingspaare entführen (siehe Rezension hier). Nun geht der Kampf zwischen Alphas und Omegas in die nächste Runde.

    feuerzeichen2cover

    (c) Heyne Verlag
    Umfang: 480 Seiten
    seit 11.04.2016 im Handel
    Leseprobe / Bei Amazon bestellen

    Die Hoffnung schwindet
    Die Zerstörung der Überwachungsmaschine und das Ausschalten der Beichtmutter wurden teuer erkauft – Cass hat ihren geliebten Kip verloren und wird zusätzlich zu den immer belastender werdenden Visionen nun auch noch von Alpträumen rund um den Toten gequält. Es stellt sich die Frage, wie weit Cass noch vom endgültigen Wahnsinn entfernt ist, der alle Seher früher oder später ereilt.
    Das Rebellen-Netzwerk musste nach dem Massaker auf der Insel weitere herbe Verluste hinnehmen, zahlreiche Agenten wurden enttarnt und haben unter Folter wertvolle Informationen preisgegeben. Darüber hinaus spitzt sich die Situation rund um die Aufbewahrungstanks zu und die führenden Alphas planen, die Bevölkerung ganzer Omega-Städte in die perfiden Behälter zu verbannen. Möglicherweise kann nur noch ein Bündnis nach dem Motto „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“ das Schlimmste verhindern.

    Der Einstieg in die Geschichte gestaltet sich in meinen Augen diesmal etwas zäher als noch beim Erstling. Irgendwie kommt die Story nur eher langsam in Fahrt und Cass legt mit ihren Begleitern Piper und Zoe auch später einige Strecken zurück, auf denen nur ziemlich wenig passiert.
    Spannender wird es dann aber spätestens, als Dokumente aus der Zeit unmittelbar nach der vernichtenden Explosion ins Spiel kommen – gemeinsam mit den Protagonisten erfährt man einige interessante Dinge rund um die ersten unwirtlichen postapokalyptischen Jahrzehnte, den Beginn der „Zwillingsseuche“ oder damit verbundene Forschungen. „Der Reformer“ und „Die Generalin“ haben schon länger Kenntnis über die Relikte der Vergangenheit. Wird es trotzdem noch gelingen, ihre Pläne zu durchkreuzen?

    Die Auszüge aus den alten Schriftstücken und vor allem dann auch das Erkunden passender atmosphärischer Schauplätze haben mir in diesem Buch am besten gefallen. Gerade gegen Ende darf man sich noch mal auf einige wirklich fesselnde Szenen gefasst machen und die Neugier auf den fürs Frühjahr 2017 geplanten Abschluss der Trilogie wird geweckt.
    Die oben erwähnten gemächlicheren Passagen sind aber auch nicht völlig unnütz, lernt man hier doch z.B. zusammen mit der authentischen Ich-Erzählerin Cass die wichtigen Nebencharaktere besser kennen. Unter anderem gibt es eine Erklärung für das unfreundliche Verhalten, welches Zoe Cass gegenüber an den Tag legt, bzw. für ihre Sorge angesichts der häufiger werdenden Visionen.
    Schade ist allerdings, dass mit Kip nun ein wichtiger Sympathieträger des ersten Bandes fehlt. Schon dadurch ist der Tonfall noch eine Ecke düsterer als gewohnt und für Humor bleibt praktisch kein Platz mehr.

    Fazit

    Die interessante Idee der durch unsichtbare Bande untrennbar verbundenen Zwillingspaare ist auch im zweiten Buch der Trilogie eine gute Grundlage für spannende Konflikte und so manches moralische Dilemma. Allerdings kommt die Geschichte hier etwas langsam in Fahrt und erst später kann sie dank rätselhafter Dokumente und verborgener Orte wieder richtig fesseln. Wer den ersten Band mochte, sollte auf jeden Fall auch dieses Buch lesen, für den Abschluss erhoffe ich mir aber schon zu Beginn etwas mehr Action und auch insgesamt weniger Leerlauf.

    Wertung


    Pro

    • interessante Ausgangslage mit damit verbundenen schwierigen Entscheidungen
    • Dokumente aus der Vergangenheit sorgen für Spannung
    • man kann sich gut in die Ich-Erzählerin hineinversetzen
    • wichtige Nebenfiguren werden näher charakterisiert

    Contra

    • etwas zu lahmer Beginn und auch später kleine Durchhänger
    • ein Sympathieträger des ersten Bandes ist nicht mehr da
    • manches wissenschaftliche Detail wirkt etwas unrealistisch/unlogisch

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Science-Fiction
    von Christina Schmitt 7.Mai.2016 943 x gelesen