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    Mit „Das gefallene Schwert“ präsentiert Miles Cameron den zweiten Teil seiner Ritter-Fantasy-Reihe um den „Roten Ritter“, die mit „Der rote Krieger“ vor einem Jahr ihren Anfang nahm. Hat der Autor aus den Fehlern des ersten Teils gelernt?

    gefalleneschwert

    (c) Heyne
    Umfang: Seiten
    ab 08.09.2014 im Handel
    Leseprobe / Bestellen bei Amazon

    Neue Schlachten im Osten
    Der rote Ritter bricht ins Reich Morea auf, dessen Kaiser entführt wurde. Die Prinzessin des Reiches bittet ihn um Hilfe und obwohl seine Truppe der Armee der Aufständischen unterlegen ist, kann er mit Geschick und Tücke bald Verbündete um sich scharen.
    Zugleich schmiedet Magier Thorn in der Wildnis neue Pläne, doch die Kreaturen der Wildnis sich nicht bereit, ihm einmal mehr zu dienen und schmieden ein eigenes Bündnis. Dazu schicken die Gallyer noch einen finsteren Ritter aus, um im Norden für Unruhe zu sorgen, während im Königreich Albia Intrigen gesponnen werden, um auch hier die Machtübernahme durch die Gallyer vorzubereiten.

    Schon der erste Teil litt unter zu vielen Perspektivträgern, Personen (und des nötigen aber fehlenden Personenregisters) und der dadurch zerfaserten Handlung, die aber zum Ende hin doch zu einem Strang zusammenlief und somit alles in allem noch einen halbwegs runden Eindruck hinterließ.

    Diesmal ist alles noch schlimmer. Alle losen Enden des ersten Teils werden wieder aufgenommen (ohne Rückblick, Neuleser und Vergessliche werden aufgeschmissen sein) und wenngleich der rote Ritter und seine Truppe wieder den Großteil einnehmen, springt der Autor oft im Takt weniger Seiten munter zwischen den Geschehnissen hin und her, führt noch mehr Personen und Schauplätze ein. Das treibt dann Blüten wie beim Magier Mortimir, mit dem das Buch eröffnet und der dann sage und schreibe 250 Seiten lang nicht auftaucht – und auch im Rest des Romans bestenfalls eine Nebenrolle spielt. Andere Stränge führen gleich zu gar keinem Ende, sondern bereiten wohl nur etwas im dritten Teil vor, was sie umso langweiliger macht, weil schlicht nicht viel passiert. Das Hauptproblem bleibt aber: Es gibt einfach viel zu viele handelnde Personen, um mit einzelnen von ihnen wirklich warm zu werden.

    Auch stilistisch hat der Autor leider nichts dazugelernt. Immer wieder haut er dem Leser Fremdwörter um die Ohren, ohne sie zu erklären (z.B. Logothet, Porphyrogenetrix, Hypaspist), wechselt innerhalb eines Absatzes die Perspektive und ergeht sich mal zeilenweise in Details über Kleidung und Schmuck, um anderswo dann Ereignisse mehrerer Wochen in wenigen Sätzen abzuhaken. Bei den durchaus plastisch beschriebenen Schlachten bleibt er oft zu distanziert und sachlich, um den Leser wirklich mitzureißen.

    Ohne Zweifel versteht Cameron eine Menge von der Ritterzeit und hat sich eine komplexe und auch durchaus schlüssige Welt ausgedacht. Aber er verheddert sich in seinen Dutzenden Handlungssträngen, die durch das dauernde Hin und Her kaum vorankommen und deshalb schnell langweilen. Von der Güte und der Durchdachtheit eines „Game of Thrones“, dessen Fans auch dieser Teil wieder angetragen wird, ist das Buch inhaltlich wie sprachlich meilenweit entfernt.

    Fazit

    Das Gefallene Schwert leidet unter viel zu vielen Handlungssträngen, in denen sich der Leser verliert – im negativen Sinne. Es gibt zu viele handelnde Personen, als dass einzelne dem Leser ans Herz wachsen könnten. So atmen die einzelnen Geschichten zwar viel Authentizität, lesen sich aber anstrengend und zerstückelt und wissen so kaum zu packen. Nur für hartgesottene Fans des ersten Teils zu empfehlen.

    Wertung


    Pro

    • Schlachten authentisch wiedergegeben
    • Welt wirkt durchdacht und realistisch

    Contra

    • viele zu viele Personen/Handlungsstränge
    • kaum Figurenentwicklung
    • mancher Strang kommt gar nicht voran
    • Ton oft zu sachlich/distanziert

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy
    von Kilian Kuhn 10.Okt.2014 1.668 x gelesen