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    Das Objekt ist ein Science-Fiction Roman von Autor John Sandford, der bislang wohl am ehesten durch seine Thriller Reihe um den Polizisten Lucas Davenport und deren Spin-Offs bekannt sein könnte. In Kooperation mit dem – mir bislang gänzlich unbekannten – Physiker und Fotokünstler Ctein, der offenbar für die wissenschaftlich korrekte Basis zuständig war, geht nun so eine Art Hybrid aus Contact und Odyssee 2010 an den Start, die weit weniger Action geladen daher kommt, als der reißerische Klappentext uns glauben machen will.

    (c) Piper Verlag
    Umfang: 576 Seiten
    seit 17.03.2016 im Handel
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    Wettlauf zum Saturn
    Die Geschichte ist im Jahr 2066 angesiedelt, wo die Raumfahrt noch keine wesentlichen Fortschritte in Bezug auf Raumreisen stellarer, geschweige denn interstellarer Art gemacht hat. Klar Erd-orbitale Raumstationen und Reisen dorthin sind an der Tagesortung, aber alles darüber hinaus ist noch Zukunftsmusik. Einzig die Chinesen basteln eifrig an der ersten Marsmission der Menschheit und sind kurz vor der Fertigstellung ihres Raumschiffes.
    Doch als eine amerikanische Observationseinrichtung ein eindeutig außerirdisches Raumschiff ortet, das an den Saturnringen eine kurzen Stopp einlegt, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Denn obwohl das Raumschiff nach kurzer Zeit wieder verschwindet, stellt man fest, dass es dort ein Rendezvous mit einem noch größeren Objekt in stationärer Umlaufbahn des Saturn hatte.

    So wird kurzerhand die Raumstation USSS-3 in das Raumschiff Richard M. Nixon umgewandelt, um den Trip zu diesem Objekt still und heimlich, unter dem Deckmantel einer konkurrierenden Marsmission durchzuführen. Es kommt natürlich anders und irgendwann kommen auch die Chinesen auf den Trichter ihr Raumschiff auf eine etwas weitere Fahrt vorzubereiten. Während diese natürlich ihr konventionelles Raumschiff schon so gut wie startklar haben und nur noch ein wenig tunen müssen, gilt es für die Nixon einen abenteuerlichen wirkenden und so gut wie unerprobten Antriebsprototypen in Betrieb zu nehmen, um überhaupt eine Chance zu haben, den Rückstand noch aufzuholen und als erste die verheißungsvollen Geheimnisse des Saturn-Objektes zu sichern.

    Tech-telmechtel
    Als augenscheinliche Protagonisten bekommen wir eine illustre Gefolgschaft der Teilnehmer an der amerikanischen Mission geboten. Vorne weg Bonzenkind, Frauenschwarm, Kameramann und Objekt-Entdecker Sanders (Sandy) Heacock Darlington, der die Mission auf Bild bannen soll. Des weiteren wäre da der verschlagene und ultraargwöhnische Sicherheitsbeauftragte Mr. Crow, der auch als Bindeglied zur herrischen Präsidentin Amanda Santeros der Vereinigten Staaten fungiert, die ebenfalls eine gewisse tragende Rolle einnimmt, auch wenn sie nicht mit auf dem Trip ist. Dazu gesellen sich noch die hartgesottene Kapitänin Naomi Fang-Castro, die sexy Reporterin Cassandra Fiorella auf dem ultimativen Karrieresprungbrett, der Stationstechniker Martinez, ein kiffender Anthropologe namens John Clover und die ebenso pummelige wie zickige Cheffeingenurin Dr. Rebecca Johansson, auf deren Mist auch das revolutionäre Antriebskonzept gewachsen ist.

    Während Sandy eindeutig der konstantest präsente Charakter ist, bekommen die Weiteren zwar immer wieder ein wenig Screentime, aber im Großen und Ganzen bleiben alle relativ blass gegenüber dem eigentlichen Star dieses Buches, nämlich der realistisch dargestellten Technik. Und es wirkt auf den ersten Blick auch durchaus erfrischend gegenüber völliger Fantasiephysik a la Star Trek und Konsorten, aber auf Dauer langweilt der ganze Tech-Talk dann doch, selbst wenn er noch so wissenschaftlich fundiert präsentiert wird, vielleicht aber auch gerade deswegen.

    Im ersten Drittel geht es vor allen um den Umbau der Station, mit allen möglichen Blaupausen-artigen Beschreibungen, sowie um die Rekrutierung der Gefährten. Im zweiten ist dann die Reise zu den Saturnringen dran, wo neben den technischen durchaus auch zwischenmenschliche Probleme auf einer derartigen Reise angerissen, aber ebenfalls eher sachlich abgehandelt werden. Erst im letzten Drittel, wo es um den Kontakt mit dem Objekt und das Aufeinandertreffen mit der chinesischen Mission geht, nimmt das ganze ein wenig Fahrt auf.

    Fazit

    Das Objekt war für mich ein echt zäher Brocken, vollgepackt mit teils sehr interessanten und realistischen Konzepten, die das Prinzip Science-Fiction ausgesprochen puristisch interpretieren. Leider wurde der wissenschaftlich korrekten Darstellung meiner Meinung zu viel vom Plot geopfert. Während semi-akademische Ideen und Konzepte groß und breit ausgewalzt werden, bleiben die Figuren nahezu eindimensional und die Geschichte schon fast zu banal um zu begeistern. Die Story ist für ein Weltraumabenteuer zu behäbig, für einen Spionage Thriller zu zahm, für ein Drama zu sachlich und bietet für Mystery ebenfalls eine kaum nachweisbare Dosis. Einen kleinen Punkt zum Positiven will ich dennoch der Schreibe zugestehen, die es immer wieder schafft, Momentaufnahmen abzuliefern, bei denen man als Leser eingefangen wird.

    Wertung


    Pro

    • abgefahrene wissenschaftlich fundierte Technik-Visionen
    • gute visuelle Beschreibungen
    • realistische nahe Zukunft

    Contra

    • zu viel Tech-Talk
    • zu viele und unausgewogene Protagonisten
    • banale Story, die nur notdürftig als Träger für die Tech-Visonen dient

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Science-Fiction
    von André Pannenbecker 3.Mai.2016 1.680 x gelesen