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    Lose basierend auf einem in Russland populären Märchen, entführt uns Das Schneemädchen von Eowyn Ivey in verschneite Gefilde. Von der Ursprungsgeschichte existieren, ähnlich wie bei Schneewittchen und Konsorten, diverse Versionen – doch anscheinend bietet keine davon ein Happy End. Wird es den Charakteren der Umsetzung gelingen, dies zu ändern?

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    Das Schneemädchen
    Kindler Verlag 2012
    464 Seiten
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    Inhalt:

    1920, die Wildnis von Alaska. Vor zwei Jahren haben sich Mabel und ihr Mann Jack für einen Neuanfang in der rauen Gegend entschieden. Das kinderlose Ehepaar ist nie über seinen Mangel an Nachwuchs hinweggekommen, die einzige Schwangerschaft endete mit einer Totgeburt. In der neuen Heimat macht den beiden zusätzlich das oft unwirtliche Klima zu schaffen, die harte Arbeit auf kargen Feldern überfordert den nicht mehr ganz jungen Jack, nun haben sie auch noch mit Geldsorgen zu kämpfen. Mabel und Jack leben nahezu wortlos aneinander vorbei, jede Zärtlichkeit und Freude scheint für immer verloren zu sein.
    Bis das mysteriöse Schneemädchen auftaucht. Ausgerechnet die unbezähmbare Kleine aus der Kälte bringt die Herzen der beiden zum Schmelzen. Für die freundliche Nachbarsfrau, der Mabel von den Begegnungen erzählt, ist das Kind nicht mehr als ein Trugbild, ein Produkt des winterlichen „Hüttenkollers“ und unerfüllter Wünsche. Wie soll so ein kleines Mädchen sonst in der eisigen Schneelandschaft zwischen zugefrorenen Flüssen und hungrigen Grizzlybären überleben?
    Das Geheimnis der faszinierenden Titelfigur soll jeder selbst lüften (soweit es überhaupt möglich ist), ein kurzes Zitat kann sie dem potenziellen Leser aber vielleicht schon ein wenig näherbringen:

    „Mabel war sich nicht mehr sicher, wie alt das Mädchen sein mochte. Sie wirkte wie neugeboren und zugleich so uralt wie die Berge, mit den unausgesprochenen Gedanken in ihren lebendigen Augen, dem regungslosen Gesicht. Wenn sie das Kind hier im Wald vor sich sah, schien Mabel nichts mehr unmöglich und alles wahr.“

    Wie der Ausschnitt ansatzweise zeigt, wartet der Roman nicht nur mit einer zu Herzen gehenden Handlung, sondern auch mit hoher sprachlicher Qualität auf. Die Grundstimmung ist passend zum wild-romantischen Schauplatz, meist eher ruhig und nicht gerade für Actionfans gemacht, trotzdem kommt niemals Langeweile auf. Teilweise fühlt man sich an Klassiker wie Jack Londons Abenteuerromane a la Wolfsblut erinnert, die uns ja teilweise in ähnlich abgelegene Gegenden entführen und auf den gleichen Menschenschlag treffen lassen.

    Fazit

    Für Massen an Eis und Schnee habe ich eigentlich wenig übrig (nach diesem Winter gilt das erst recht), aber dieses Buch hat mich trotzdem verzaubert. Das Schneemädchen ist eine faszinierende Persönlichkeit und auch die anderen Charaktere sind mir schnell ans Herz gewachsen. In Alaska Fallen stellen und Elche jagen möchte ich nun zwar immer noch nicht, die Geschichte hat mich aber nicht losgelassen, bis ich wusste, ob diesem kleinen Wildfang ein versöhnlicherer Abgang gegönnt wird als dem russischen Vorbild. Etwas gestört hat nur das gegen Ende zu sehr anziehende Erzähltempo - hier hätte dem Buch die Ruhe der vorangegangenen Kapitel wahrscheinlich besser gestanden.

    Wertung


    Pro

    • faszinierende Titelheldin
    • liebenswerte Charaktere
    • wild-romantische Schnee- und Orts-Beschreibungen
    • sprachlich sehr gelungen

    Contra

    • Leicht gehetzt wirkendes letztes Drittel

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Abenteuer, Bücher, Fantasy
    von Christina Schmitt 14.Apr.2013 924 x gelesen