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    Auf dem BuCon begeisterte mich Thomas Finn mit seiner Lesung zu „Der silberne Traum“, dem vierten Teil der Chroniken der Nebelkriege (eigentlich aber ein Prequel). Grund genug mir mal den ersten Teil zu Gemüte zu führen, der anlässlich des vierten Teils neu aufgelegt wurde.

    unendlicheslicht

    Autor: Thomas Finn
    Ravensburger Verlag 2006 / Auflage 2012
    448 Seiten
    Leseprobe/Bestellen bei Amazon

    Das etwas andere Norddeutschland

    Finn hat seinen Jugendroman in einer Fantasywelt angesiedelt, die vage an Mitteleuropa angelehnt ist. Da gibt es am Fluss Elbe die Stadt Hammaburg (Hamburg), weit im Süden liegt das Albtraumgebirge (Alpen) und so weiter. In dieser Welt tummeln sich neben Menschen auch Sagengestalten wie Klabautermänner, Elfen, Däumlinge, Irrlichter, Riesen usw.
    Kai ist ein Irrlichtjäger und lebt bei seiner Oma, die ihn das Handwerk lehrt. Sie fangen die Irrlichter in den Sümpfen, um sie dann als Lampen zu verkaufen. Eines Tages gelingt es Kai ein besonderes großes Exemplar zu fangen, dass er stolz der Dorfjugend präsentiert. Doch plötzlich attackieren Untote sein Heimatdorf und im Kampf ums Überleben beschwört Kai in ihm schlummernde Kräfte herauf, die ihn beinahe das Leben kosten. Der Elf Fi bringt ihn zum Däumlingszauberer Eulertin nach Hammaburg, der Kai eröffnet, dass er ein Magier ist, dessen Talente bislang unentdeckt blieben. Er muss nun seine Ausbildung in Rekordzeit absolvieren, ehe ihn seine Fähigkeiten überwältigen.
    Während Kai seine Ausbildung angeht, braut sich Unheil über Hammaburg zusammen, denn der Überfall der Untoten auf Kais Dorf war teil eines größeren Plans.

    Mal rasant, mal träge

    Abgesehen von seiner Welt spinnt Finn nicht eben ein neues Garn. Hier die Bösen, die die bestehende Ordnung stürzen und ihren Machtbereich erweitern wollen, dort die Guten, die den Status Quo erhalten möchten. Dazu ein unbedarfter jugendlicher Held mit schlummernden Kräften und eine Prophezeiung, die ihm eine wichtige Rolle voraussagt. Wem so etwas noch nicht untergekommen ist, der kann noch nicht viel Fantasy gelesen haben.
    Dennoch gelingt Finn ein spannender Einstieg in seine Welt, er erzählt zunächst rasant, der Überfall auf das Dorf ist packend, sein Weltenentwurf weiß zu überraschen und zu fesseln. Allerdings schließt sich an den Einstieg ein eher träger Teil mit der Ausbildung an, in der die Geschichte nur langsam in Gang kommt und vor allem von den zum Teil kruden Charakteren lebt. Unglücklich gewählte Kapitelüberschriften nehmen dann auch noch manche Wendung vorweg.
    Erst im letzten Drittel nimmt die Geschichte wieder richtig Fahrt auf, und weiß mit einem spannenden und actionreichen Finale zu überzeugen.

    Fazit

    Das unendliche Licht wendet sich vor allem an Jugendliche und ist gerade für jüngere Leser eine empfehlenswerte, spannende Lektüre. Auch Erwachsene werden den interessanten Weltentwurf und einige rasante Szenen zu schätzen wissen, die ausgeprägte Schwarz/weiß-Malerei und der allzu bekannte Plot dürften hingegen bei einigen für Ernüchterung sorgen. Da das Buch aber als Jugendbuch konzipiert ist, bewerten wir es auch als solches und somit überwiegend positiv.

    Wertung


    Pro

    • Interessanter Weltenentwurf
    • sympathische, zum Teil krude Charaktere
    • rasante Actionszenen

    Contra

    • altbekannter Plot
    • dezente Langeweile in der Mitte
    • für Erwachsene zu viel Schwarz/Weiß
    • Kapitelüberschriften nehmen oft zu viel vorweg

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy
    von Jörg Benne 22.Apr.2013 1.551 x gelesen