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    Holly Black hat sich erneut mit einem ihrer Lieblingsthemen befasst: Das neuste Buch der Bestseller-Autorin entführt uns in die Welt der Elfen, die unserer eigenen allerdings deutlich näher ist als in vielen anderen Geschichten.

    Ein ganz besonderer Urlaubsort
    Im Städtchen Fairfold haben sich die Bewohner daran gewöhnt, dass der umgebende Wald von den verschiedensten Angehörigen des „kleinen Volks“, von Kobolden, Hexenkreaturen und stolzen Elfen bewohnt wird. Moderne Errungenschaften wie Handys existieren hier ebenso wie allerlei Schutzmaßnahmen gegen die teils bösartigen Streiche der Sagengestalten. Das mystische Flair und vor allem eine ganz bestimmte Attraktion locken viele Touristen in die Gegend (von denen einige durch Unvorsichtigkeit ein unrühmliches Ende finden): In einem vermeintlich unzerstörbaren Glassarg schläft ein gehörnter Jüngling, an dessen Ruhestätte die Jugendlichen des Ortes seit Generationen wilde Partys feiern. Bis der schöne Schläfer plötzlich verschwindet…
    Auch Hazel und ihr Bruder Ben sind von klein auf von der Gestalt des geheimnisvollen Fremden fasziniert. Doch mit der Welt der Elfen verbindet die Geschwister noch weit mehr – als Kinder nahmen sie den Kampf gegen die dunkle Seite der Waldgeschöpfe auf. Als sich die Situation zuspitzt, müssen sich die beiden auf ihre fast verlorenen Fähigkeiten zurückbesinnen. Doch Hazel hat die wohl wichtigste Verhaltensregel missachtet: Geh niemals einen Handel mit den Elfen ein, du wirst es bereuen!

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    (c) cbt
    Umfang: 416 Seiten (Hardcover)
    seit 03.04.2017 im Handel
    Leseprobe / Bei Amazon bestellen

    Treue Verbündete
    Hazel erscheint zuerst als (zumindest mir) nicht unbedingt sympathisches Mädchen, das mit reihenweise Jungs herumknutscht, ohne sich auf eine engere Beziehung einlassen zu wollen. Nachdem die Gründe für dieses Verhalten aufgezeigt werden, wirkt die kämpferische Protagonistin dann aber schon deutlich liebenswerter. Nicht zuletzt durch die enge Bindung zwischen ihr und Bruder Ben, der als sensiblerer Part des Geschwisterduos präsentiert wird, aber auch Mut und besondere Talente beweist, wenn es darauf ankommt. Vor allem die zwei wichtigsten Nebencharaktere bringen die verborgenen Seiten der Helden zum Vorschein und sorgen auch selbst für ein paar interessante Wendungen im Handlungsverlauf.
    Die Rolle des namensgebenden Prinzen kommt dabei aber für meinen Geschmack über weite Strecken etwas zu kurz, Wechselbalg Jack steht dafür mehr im Mittelpunkt.

    Traditionelle Elemente aus Elfengeschichten wie die unterschiedlichsten Wesen, Tipps für den Umgang mit ihnen (nichts essen, Kleidung auf links drehen…), Ausflüge an ihre Treffpunkte und ganze kurze Legenden werden gut mit den „normalen“ Alltagssituationen verwoben. Man versteht, warum die magische Atmosphäre so viele Besucher nach Fairfold lockt, obwohl die Gefahren dort immer wieder durchblitzen.
    Trotz der Begegnungen mit diversen blutrünstigen und auch sonst uns Menschen nicht gerade wohlgesonnenen Gestalten ist das Erzähltempo insgesamt aber eher langsam. Die Autorin nimmt sich Zeit für zahlreiche Rückblicke, etwa in die Kindheit der Geschwister, um die Zusammenhänge zu verdeutlichen. Ein wenig mehr Action hätte der Story da stellenweise vielleicht gut getan.
    Doch auch so lässt sich das Buch flüssig lesen, man will erfahren, ob die Freundschaften zwischen den einzelnen Figuren eine Zukunft haben. Die Handlung kommt dann netterweise auch zu einem vernünftigen Ende, für das keine Fortsetzung nötig ist. Wobei jedoch sicherlich die Möglichkeit bestände, weitere Geschichten aus diesem Szenario folgen zu lassen.

    Fazit

    Der Prinz der Elfen bietet eine interessante Kombination aus moderner Zeit und magischen Wesen, mit Hauptdarstellern, die mit der Zeit an Tiefe gewinnen und vor allem durch ihre Geschwisterbeziehung Sympathiepunkte sammeln. Die Rolle des Elfenprinzen selbst hätte noch etwas ausgebaut werden können, dafür ist mir Wechselbalg Jack ans Herz gewachsen. Die Atmosphäre des Szenarios weiß zu gefallen und führt dazu, dass der Leser (oder wahrscheinlich vor allem die Leserin) trotz vieler ruhiger Passagen bis zum runden Ende der Geschichte am Ball bleibt.

    Wertung


    Pro

    • fantasievolles Szenario
    • gelungene Atmosphäre
    • interessante Beziehungen zwischen den Charakteren
    • abgeschlossene Geschichte

    Contra

    • Hazel wirkt anfangs unsympathisch
    • zwischendurch recht wenig Action

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy
    von Christina Schmitt 1.Mai.2017 2.610 x gelesen
    • Marysol Fuega

      Ahoy Jörg,

      ich habe dieses Buch GELIEBT, weil es so unkonventionell ist. Die Liebesgeschichten fand ich unheimlich berührend und genial, die nervenzerreibende Langsamkeit hat bei mir eine richtige Waldatmosphäre aufgebaut und Hollys Schreibstil liebe ich seit den Spiderwicks einfach…

      Ich finde es ja voll schade, dass dieses Buch so vielen nicht gefällt 🙁 Gerade WEIL es sich von den vielen Fantasybüchern abhebt, die momentan gefühlt alle Schema F folgen, fand ich es ja so großartig! ^^

      Liebe Grüße und einen schönen Sonntag noch, Mary
      http://marys-buecherwelten.blogspot.de/2017/04/der-prinz-der-elfen.html