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    Mit „Der Ring des Namenlosen“ legt Henning Mützlitz die Fortsetzung seines 2008 erschienenen Romans „Das Zepter des Horas“ vor. Beide Romane sind in sich geschlossen und die Lektüre des Vorgängers ist für ein besseres Verständnis nicht zwingend notwendig, da die Geschehnisse des ersten Bandes im vorliegenden ausführlich rekapituliert werden.

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    (c) Ulisses Spiele
    Umfang: 352 Seiten
    erschienen am 22.08.2013
    Leseprobe/Bestellen bei Amazon

    Auf der Jagd nach einem Verräter

    Der Adlerritter Darian und die Draconiterin Sela jagen gemeinsam mit weiteren Gefährten einen Verräter aus den eigenen Reihen, der ein mächtiges Artefakt geraubt hat und zu einem Diener des Namenlosen geworden zu sein scheint. Schon bald müssen Darian und seine Freunde feststellen, dass sie immer tiefer in einen Sumpf aus Intrigen geraten und es nicht nur einen Verräter gibt. Gleichzeitig geschieht auf den Zyklopeninseln am Hofe eines der angesehensten Männer ein grausamer Mord. Der Adlerritter Gion soll dem weisen Anatom Dromondo bei der Aufklärung der Tat zur Seite stehen. Schnell erkennen sie, dass es sich nicht um die Tat eines einzelnen Verrückten handeln kann. Doch damit bringen sie sich selbst unversehens in Gefahr, denn wer auch immer hinter dieser Tat stecken mag, duldet keinerlei Einmischung.

    Eine Bedrohung ohne echten Schrecken

    „Der Ring des Namenlosen“ ist für DSA-Fans vermutlich aufgrund seines Detailreichtums äußerst reizvoll: Die diversen Beschreibungen der Geschichte Aventuriens, die Charakterisierung der Gesellschaft bis hin zu der Fülle an Göttern, Tempeln, Orden und deren Anhängern sowie die ausgeklügelte Heereshierarchie lassen den Kenner deutlich spüren, dass hier ein Seelenverwandter am Werk war. Für alle anderen Leser, die weniger bewandert in der DSA-Welt sind, kann diese Flut an nicht immer notwendigen Informationen, sehr schnell zu viel des Guten sein.

    Dennoch könnte der Roman auch für den „Laien“ spannende Unterhaltung bieten, wenn die Handlung mitreißend erzählt und die Figuren plastisch gezeichnet wären. Dass zwei, scheinbar voneinander unabhängige Handlungsstränge parallel nebeneinander her laufen und der Leser erst gegen Ende erkennt, wie eng doch die Verbindung zwischen diesen Ereignissen ist, darf dem Autor als gelungener Kniff angerechnet werden.

    Leider setzt Mützlitz im weiteren Verlauf der Handlung zu sehr auf actionlastige Szenen, was auf Kosten des Spannungsbogens geht, denn auch hier bietet „Der Ring des Namenlosen“ bestenfalls das klassische Held-verfolgt-Schurken-Szenario mit all den atypischen Wendungen, die nur hin und wieder vom sattsam bekannten Muster abweichen.

    Zwar kann der Leser durch den häufigen Perspektivenwechsel die Ereignisse aus verschiedenen Blickwinkeln verfolgen, doch wäre es vielleicht besser gewesen, wenn der Autor sein Augenmerk verstärkt auf eine etwas differenziertere Charakterisierung seiner Protagonisten gelegt hätte. Diese sind teilweise so blass und unscheinbar, als ob sie unsichtbar wären. Dadurch fällt es dem Leser schwer, eine Beziehung zu ihnen aufzubauen bzw. sich für ihr weiteres Schicksal zu interessieren, wobei die streckenweise sehr phrasenhaften Dialoge zu denen der Autor seine Figuren verdonnert, noch das ihre dazutun.

    Fazit

    Alles in allem ist "Der Ring des Namenlosen" eher etwas für eingefleischte DSA-Fans, die sich an der detailgetreuen Darstellung der Welt Aventuriens erfreuen und dabei gerne mal über Plot- und Dialogschwächen sowie die nicht ganz so ausgefeilte Charakterdarstellung hinwegsehen können. Da sich der Roman sehr flüssig liest, wird ihnen dabei wohl auch die Zeit nicht zu lang werden.

    Wertung


    Pro

    • flüssige Schreibweise
    • häufiger Perspektivenwechsel bietet unterschiedliche Sichtweisen auf die Handlung
    • sehr detaillierte Beschreibung der Welt Aventuriens

    Contra

    • platte Dialoge
    • blasse Charaktere
    • vorhersehbare Handlung

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy
    von Anja Rodriguez 7.Nov.2013 1.044 x gelesen