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    Nachdem Bestseller-Autor Brandon Sanderson sich bereits mit den ebenso spannenden wie unterhaltsamen Alcatraz-Büchern sowie dem post-apokalyptischen Steelheart an Leser ab dem Jugendalter wandte, beginnt er mit Der Rithmatist nun eine neue Serie im All-Age-Bereich.

    (c) Heyne fliegt
    Umfang: 432 Seiten
    Leseprobe / Bestellen bei Amazon

    Theorie und Praxis
    Der sechzehnjährige Joel, ein „gewöhnlicher“ Schüler der altehrwürdigen Armedius-Akademie, beobachtet sehnsüchtig den Unterricht der so genannten Rithmatisten, welche dort ebenfalls ausgebildet werden. Wie gern würde auch er zu den Auserwählten gehören und in der besonderen Kunst rund um magische Kreise und Linien unterwiesen werden. Doch die einzige Chance auf diese Laufbahn ist für Joel bereits verstrichen und so bleibt dem begabten Jungen nur die rein theoretische Beschäftigung mit der für ihn so faszinierenden Rithmatik. Als sich rund um die Schule einige mysteriöse Entführungen ereignen, zahlt sich das Fachwissen endlich aus…

    Schauplatz der Handlung ist eine alternative Version unserer Welt (oder Vergangenheit), in der zum Beispiel statt der bekannten Landmasse Nordamerikas zahlreiche Eilande, die „Vereinigten Inseln“, im Ozean verstreut sind oder sich Europa in asiatischer Hand befindet. Auch technologisch hat sich das Szenario merklich anders entwickelt als gewohnt – in der Geschichte trifft man unter anderem auf „Federwerk“-Züge, mechanische Pferde, rasenschneidende Krabben und andere technische Errungenschaften, die dem Ganzen also einen gewissen Steampunk-Einschlag geben.
    Das Herzstück des Settings ist aber vor allem ein, für Brandon Sanderson typisch, interessantes und durchdachtes „Magiesystem“. Basierend auf geometrischen Grundlagen, sind präzise mit Kreide gezeichnete Kreise und verschiedene schützende oder angreifende Linien sowie mehr oder weniger detaillierte Kreaturen, die „Kreidlinge“, der Inhalt der Rithmatik. Die Zeichnungen werden in Schaukämpfen, nach Ende der Schulzeit jedoch auch im nie endenden Gefecht gegen die gefährlichen wilden Kreidlinge eingesetzt.

    Rithmatik für Anfänger und Fortgeschrittene
    Vor jedem Kapitel gibt es passende Darstellungen und Beschreibungen zu wichtigen Verteidigungs- oder Abwehrkonstellationen, welche in der Geschichte eine Rolle spielen. So kann sich der Leser die verschiedenen Details gleich noch besser vorstellen und fühlt sich fast selbst wie ein Rithmatik-Schüler beim Studieren eines entsprechenden Lehrbuches. Und auch innerhalb der Kapitel werden immer wieder kleine Illustrationen, insbesondere im Hinblick auf die fantasievoll designten Kreidlinge, eingestreut.
    Hier liefert der Autor also einmal mehr komplexe und faszinierende Ideen, die durch das Gesamtszenario mit seinen oben erwähnten Besonderheiten schön abgerundet werden. Bisher beschränken sich die Schauplätze zwar meist auf Joels nähere Umgebung, man kann aber hoffen, dass der Hauptdarsteller in späteren Bänden mehr von der Welt zu sehen bekommt. Ähnlich wie man es z.B. aus der Harry Potter-Reihe kennt, erzählt dieser erste Band nämlich zwar ein einigermaßen abgeschlossenes Abenteuer, es gibt aber Hinweise auf weitere dramatische Ereignisse in der Zukunft.

    Joel ist eine durchaus sympathische Hauptfigur, auch wenn mir als Geometrie-Muffel, unbegabte Kreis-Zeichnerin und Strategie-Banausin seine Begeisterung für die rithmatischen Konstruktionen etwas fremd geblieben ist. Stellenweise kommt die Geschichte ein wenig schleppend voran, weil die Hintergründe meiner Meinung nach schon zu genau geschildert werden. Aber bevor es wirklich langweilig wird, zaubert Sanderson stets interessante neue Wendungen oder eine Runde Action aus dem Ärmel. Nicht zuletzt durch Joels Verbündete Melody und ihre ganz speziellen Kreidlinge…

    Fazit

    Der Rithmatist ist ein gelungener Serienauftakt für Jugendliche und Erwachsene. Vor allem Fans interessanter Magiesysteme kommen mal wieder auf ihre Kosten. Mir persönlich waren die Beschreibungen der magischen Zeichnungen und Abläufe stellenweise schon etwas zu umfangreich und ich hätte lieber noch mehr über die Welt des Buches erfahren, aber dank des gewohnt gelungenen Schreibstils in Kombination mit zahlreichen Illustrationen entsteht hier eine ganz besondere Atmosphäre.

    Wertung


    Pro

    • komplexes und innovatives Magiesystem
    • interessantes Szenario mit gelungener Atmosphäre
    • sehr guter Schreibstil
    • viele Illustrationen

    Contra

    • etwas zu viel Rithmatik-Theorie
    • nur wenige Schauplätze

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy
    von Christina Schmitt 20.Jul.2015 1.158 x gelesen