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    Langfinger und Meuchelmörder als (Anti)helden sind in Fantasybüchern der letzten Jahre ein recht gern genutztes Thema, man denke nur an den beliebten Meisterdieb Locke Lamora oder die ebenfalls sehr erfolgreiche Schatten-Trilogie aus der Feder von Brent Weeks. Auch der zuerst in Eigenregie veröffentlichte Tänzer der Schatten vom aufstrebenden amerikanischen Autor David Dalglish schlägt, nicht nur vom Titel her, in diese Kerbe.

    tänzerderschatten

    (c) blanvalet Verlag
    Umfang: 542 Seiten
    seit 21.07.2014 im Handel
    Leseprobe / Bestellen bei Amazon

    Wie der Vater, so der Sohn?

    Seit jeher herrschen drei adlige Familien, die so genannte Trifect, über die Stadt Veldaren. Als ständige Bedrohung für all den Reichtum sind die örtlichen Diebesgilden diesen Lords natürlich ein Dorn im Auge. Erst recht, seit sich die Verbrecher unter Führung des gewieften Thren Felhorn zu einer geeinten und zunehmend bedrohlichen Streitmacht entwickeln, welche in dunklen Gassen und geheimen Verstecken den Sturz der Trifect vorbereitet.
    In dieser gefährlichen Zeit wächst Threns Sohn und auserkorener Erbe Aaron, unser Hauptcharakter, zum Jugendlichen heran. Ein vermeintlich kaltblütiger Killer, welcher es schon in jungen Jahren durch das Training diverser unerbittlicher Lehrmeister und die harte Hand seines alten Herrn zu beeindruckenden Kampfes- und Akrobatik-Fähigkeiten gebracht hat. Doch der Junge hat auch eine versteckte, verletzliche und gefühlvolle Seite, deren völlig gegensetzliche Persönlichkeit bereits durch einen anderen, von ihm selbst gewählten Namen verdeutlicht wird.
    Als „Hearn“ lehnt er sich gegen seinen Vater auf, muss das allerdings im Geheimen tun, um seine Freunde nicht zu gefährden.

    Traue niemandem

    Während Aaron vor allem während der einführenden Szene aus seiner Kindheit noch sehr gefühlskalt und abschreckend erscheint, entpuppt sich der Held später als durchaus sympathisches Kerlchen. Und egal ob mit der unsichtbaren Maske des gehorsamen Sohns oder aber als Rebell – der Teenager hat wirklich einiges drauf. Wie auch einige andere Charaktere zaubert er in spannend geschilderten Gefechten oder Verfolgungsjagden so manches spektakuläre Manöver aus dem Hut.
    Ein weiteres wichtiges Thema sind zahlreiche Intrigen, auch wenn diese Verschwörungen nicht ganz so verschachtelt und raffiniert wie in den großen Vorbildern ausfallen. Durch allerlei Wendungen und wechselnde Bündnisse innerhalb der Adelsfamilien, Diebesgilden und Religionsgemeinschaften darf der Leser trotzdem ein paar interessante Überraschungen erleben.
    Um verschiedene Seiten des Konflikts zu beleuchten, befassen sich viele Kapitel mit wichtigen Nebencharakteren, darunter z.B. eine Adlige oder diverse Diebe.

    Die Atmosphäre innerhalb des Romans ist passend zum Thema ziemlich düster und blutig, an rituellen Verstümmelungen, Folter, Mordanschlägen und anderen Grausamkeiten wird hier nicht gespart. Und selbst „die Guten“ haben in dieser Welt ihre Schattenseiten.
    Magie spielt dagegen keine große Rolle und kommt zumindest bisher eigentlich nur bei den Kampfkünsten finsterer Priester zum Einsatz. Für einen Ausbau der übersinnlichen Momente (und auch das Abschließen einiger loser Enden) wird aber noch viel Zeit sein, schließlich erwarten uns noch mehrere Bücher rund um Aaron. Oder sagen wir lieber Hearn…

    Fazit

    Der Tänzer der Schatten ist ein gelungener, wenn auch nicht herausragender Serienstart. Das actionreiche, düstere Abenteuer überzeugt durch Figuren abseits einfacher Schwarz-weiß-Darstellungen, spannend geschilderte Kämpfe und einige interessante Wendungen. Allerdings ist die Sache weniger komplex als bei den absoluten Genregrößen und auch sprachlich reicht das Buch in meinen Augen nicht ganz an thematisch ähnliche Titel wie Brent Weeks' Schatten-Trilogie heran. Fans der „Diebe und Mörder“-Thematik machen mit dem Kauf aber auf jeden Fall nichts verkehrt.

    Wertung


    Pro

    • viele actionreiche und spannende Szenen
    • düstere Atmosphäre
    • Wendungen und Intrigen

    Contra

    • kann nicht ganz mit den großen Vorbildern mithalten

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy
    von Christina Schmitt 1.Feb.2015 1.365 x gelesen