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    Im dritten Band seiner Wächter-Reihe schickt David Daglish den namensgebenden Hauptdarsteller auf die Reise. Was erwartet ihn außerhalb der vertrauten dunklen Gassen?

    Vom Regen in die Traufe
    In der Stadt Engelhavn meuchelt ein Unbekannter prominente Persönlichkeiten und hinterlässt an den Orten der Bluttaten genau das Symbol, welches Haern in seiner Rolle als Wächter zu eigen ist. Was bezweckt der mörderische Fremde damit und was ist überhaupt der Grund für seine Taten? Um das herauszufinden und den Killer zur Strecke zu bringen, begibt sich Haern zusammen mit Alyssa Gemcroft sowie deren Leibwächterin und Busenfreundin Zusa nach Engelhavn. Wie sich bald herausstellt, hat die Stadt noch ganz andere Sorgen als den rätselhaften „Schemen“ – die Machenschaften der skrupellosen Händlerbarone, Konflikte mit Elfen, Korruption wohin man schaut. Da kann der Protagonist direkt Sehnsucht nach seiner auch schon schwierigen Heimat bekommen…

    Nachdem mir die beiden anderen Bücher recht gut gefallen haben (siehe Rezension hier und hier), wollte ich gern erfahren, wie es mit Haern und Co. weitergeht. Und es ist auch tatsächlich interessant, zu verfolgen, vor welche Probleme der brandgefährliche Schemen unseren Helden stellt, denn gegen diesen Schurken sehen selbst Hearn und Zusa teilweise alt aus – eine relativ neue Erfahrung für die sonst so kompetenten Kämpfer. Außerdem gibt es erneut diverse Wendungen oder unliebsame Überraschungen zu erleben.

    (c) Blanvalet Verlag
    Umfang: 480 Seiten
    seit 20.06.2016 im Handel
    Leseprobe / Bestellen bei Amazon

    Allerdings wären da ein paar Punkte, die diesen dritten Band in meinen Augen schwächer machen als seine Vorgänger. Zum einen gibt es trotz des geänderten Schauplatzes und der frischen Widersacher irgendwie zu wenig Neues – der düstere Kampf gegen die Bösewichte von Englhavn liest sich oft kaum anders als das, was sich in den beiden vorherigen Büchern in Veldaren abspielte. Die Gesamtgeschichte wird noch dazu durch den Abstecher kaum weitergebracht, wenn man von psychologischen Effekten mal absieht (Haern gerät nämlich ins Nachdenken über seine persönlichen Motive bzw. darüber, was er bisher erreicht hat – oder auch nicht). Vielleicht kann man auf den nächsten Band hoffen, für den der Autor im Nachwort unter anderem ein Wiedersehen mit Haerns fiesem Vater andeutet.

    Schade finde ich außerdem, dass zu häufig eher die Perspektiven der Gegenspieler im Mittelpunkt stehen (wobei man dabei natürlich durchaus auch einige spannende Einblicke in die machthungrigen Köpfe dieser Figuren erhält).
    Und dann wären da auch noch die vielen Kampfszenen – actionreiche Gefechte in allen Ehren (und die Auseinandersetzungen sind rein stilistisch auch wieder gut geschrieben), aber teilweise ist mir das Ganze dann doch ein wenig zu überzogen. Natürlich haben wir es hier mit einem Fantasyroman zutun, aber das Niedermetzeln von zahlenmäßig weit überlegenen Gegnergruppen oder das Überstehen übelster Verletzungen sollte auch nicht übertrieben werden…

    Fazit

    Der Tänzer der Scherben ist für mich der bisher schwächste Band der Wächter-Reihe, was unter anderem daran liegt, dass die Geschichte trotz ihres frischen Schauplatzes zu wenig Neues bietet. Zwar gibt es auch in diesem Buch einige interessante Wendungen und Intrigen, insgesamt konnte mich die Handlung diesmal aber nicht restlos fesseln und der Fokus liegt über weite Strecken auch zu sehr auf den Widersachern.

    Wertung


    Pro

    • frischer Schauplatz mit neuen Herausforderungen
    • einige Wendungen

    Contra

    • trotz der neuen Umgebung zu viel Bekanntes
    • die Reihe wird durch dieses Buch kaum weitergebracht

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy
    von Christina Schmitt 25.Jul.2016 1.050 x gelesen