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    Dieser Urban-Mystery Thriller von Markus Heitz dreht sich rund um das Thema Glücksspiel und Spielkarten, die auch als das Gebetbuch des Teufels bezeichnet werden. Ob dabei eine gelungene Geschichte entstanden ist oder man lieber zu anderen Werken des Zwerge-Autors greifen sollte, haben wir uns einmal angeschaut.

    des-teufels-gebetbuch

    (c) Knaur
    Umfang: 672 Seiten
    seit 01.03.2017 im Handel erhältlich
    Leseprobe / Bei Amazon bestellen

    „Viele spielen, einer siegt.“
    Der ehemals spielsüchtige Pokerprofi Tadeus Boch arbeitet zur Selbsttherapie als Aufpasser in einem Kasino in Baden-Baden. An einem ganz gewöhnlichen Arbeitstag stößt er durch einen sehr auffälligen Gast auf einen exklusiven Zirkel, der illegales Glücksspiel betreibt. In diesen Kreisen wird jedoch kein gewöhnliches Kartenspiel gespielt, sondern „Supérieur“, eine tödliche Variante von Poker. Zusätzlich zu hohen Geldsummen, werden historische Spielkarten mit teuflischen Kräften als Einsatz genutzt. Entscheidend ist bei dem Spiel das Pik Ass. Wer diese Karte im Spielverlauf zieht, wird mit der sofortigen Hinrichtung bestraft. Von der Magie der Karten fasziniert begibt sich Tadeus immer tiefer in die Unterwelt um die Funktion, Herkunft und Faszination der Spielkarten aufzudecken und seine Sammlung zu erweitern.

    Gemeinsam mit einer Freundin macht sich Tadeus auf die Jagd nach den Karten und im Verlauf der Reise wird schnell deutlich, dass er nicht der Einzige ist, der hinter den Karten her ist. Oft geht es um Stunden, um vor seinen Konkurrenten noch weitere Karten zu sammeln. Nach und nach fangen die Karten zudem an, von Tadeus Psyche Besitz zu ergreifen und drängen ihn mitunter dazu Gewalt gegen seine Konkurrenten einzusetzen. Diese Darstellung wirkt an einigen Stellen jedoch etwas überspitzt, da er in der einen Sekunde noch ausgeglichen ist und dann plötzlich mit einer Schrotflinte Leute über den Haufen schiesst.
    Zusätzlich zur Handlung in der heutigen Zeit schiebt der Autor immer wieder historische Kapitel ein, die die Herstellung und Bedeutung der Karten erläutert und in einen interessanten Kontext setzen. Am Ende des Buches finden wir zudem noch rund 60 Seiten Anhang, die dem interessierten Leser weitere Informationen zum Kartenspiel bieten. Gut gefallen haben mir auch die aufs Glücksspiel bezogenen Zitate vor jedem Kapitel.

    Obwohl das Buch auf den besagten Karten und dem Spiel „Supérieur“, aufbaut, wird es auf den rund 700 Seiten nur selten gespielt. An vielen Stellen habe ich mir einen spannenden Showdown in Form einer Runde des Spiels gewünscht, da dieser inhaltlich gut gepasst hätte, leider bleibt es bei einer überschaubaren Anzahl zum Einstieg und gegen Ende des Buches. Was den Spannungsbogen angeht, schafft es Markus Heitz einen stetigen Wechsel der Intentionen und Verhältnisse zwischen den Protagonisten zu schaffen. Vermeintlich Verbündete werden so schnell zu Feinden. Diese Wechsel überraschten mich beim Lesen häufig und ließen mich kurz innehalten, um die möglichen Folgen abzuwägen. Das Buch mündet in ein spannendes Finale, das aber – entgegen der teils sehr ausschweifenden Erzählweise und Hintergrundgeschichten der Charaktere – eher mau ausfällt und manche Frage offen lässt.

    Fazit

    Mit „Des Teufels Gebetbuch“ ist Markus Heitz ein lesenswerter Roman gelungen, der das Thema Spielkarten mit übernatürlichen Elementen vermischt. Die vermeintlich simple Story schafft es immer wieder zu überraschen und den Spannungsbogen aufrecht zu halten. Einige Schnitzer wie das nicht sehr zufriedenstellende Ende und die wenigen Spielszenen schmälern den Lesespaß jedoch etwas. Jeder der sich für Kartenspiele und historische Hintergründe interessiert kann dennoch beherzt zugreifen. Alle anderen sollten vorher einmal in die Leseprobe schauen.

    Wertung


    Pro

    • spannende Geschichte mit vielen Wendungen
    • interessanter, authentischer Protagonist
    • echte Fakten zu Spielkarten und der Entstehung

    Contra

    • Gewalt teils zu drastisch und weit hergeholt
    • zu wenig „Supérieur“ Spielszenen
    • Ende nicht sehr zufriedenstellend

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy, Horror
    von Pascal Requardt 27.Mrz.2017 822 x gelesen