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    Während Serien-Umsetzungen sonst meist erst eine ganze Weile nach dem Erscheinen der entsprechenden Buchvorlagen starten, ist die Sache im Fall von Die 100 etwas anders. Autorin Kass Morgan konnte mit ihrer dystopischen Geschichte bereits vor Veröffentlichung so sehr begeistern, dass die Verfilmung in den USA nur sechs Monate auf sich warten ließ. Und bei uns erschien das Buch sogar erst ein paar Tage nach dem Beginn der Ausstrahlung auf Pro7. Aber hat das Zukunftsabenteuer diesen Rummel überhaupt verdient?

    die100cover

    (c) Heyne fliegt
    Umfang: 320 Seiten
    Leseprobe / Bestellen bei Amazon

    Eine zweite Chance?

    Durch einen Atomkrieg sowie biologische Waffen wurde unser Planet vor 300 Jahren verstrahlt und verseucht, die Nachkommen der letzten Überlebenden bewohnen drei aneinander befestigte Raumschiffe, die – inzwischen schon recht altersschwach – durchs Weltall schweben. Mittlerweile werden die Ressourcen, insbesondere der Sauerstoff, knapp und die Führungselite entschließt sich zu einer verzweifelten Mission: Hundert jugendliche Straftäter werden auf die Erde geschickt, um festzustellen, ob sich die alte Heimat schon zur Neubesiedelung eignet. Keiner kann wissen, was die unfreiwilligen Entdecker auf dem Boden erwartet…

    Die relativ kurzen Kapitel des Buches drehen sich abwechselnd um die Erlebnisse von vier zentralen Charakteren:
    Nachwuchsmedizinerin Clarke, Tochter zweier Wissenschaftler, welche vor einiger Zeit hingerichtet wurden.
    Wells, Sohn des herrschenden Kanzlers und außerdem Clarkes Ex-Freund, dem sie feindlich gesonnen ist, seit sein Handeln den Tod ihrer Eltern und ihre eigene Inhaftierung zur Folge hatte.
    Bellamy, ein rebellischer Arbeiter, der eigentlich gar nicht zu den Teilnehmern des Himmelfahrtskommandos gehörte, sich dann aber an Bord kämpfte, um seine jüngere Schwester Octavia zu begleiten.
    Und schließlich noch Glass, ein Mädchen aus dem privilegierten Teil der Weltraum-Zuflucht, das im letzten Moment aus der Kapsel fliehen konnte und nun die zunehmend dramatische Entwicklung im Inneren der dem Untergang geweihten Raumschiffe miterlebt.

    Moment mal, das war doch irgendwie anders…

    Wer schon die ersten Folgen der Verfilmung gesehen hat, stellt bereits anhand dieser kurzen Liste einige deutliche Unterschiede zwischen Serie und Buch fest. So fehlt vom attraktiven Finn in der Vorlage jede Spur und Clarkes Mutter als streitbare Verbündete der Jugendlichen wurde ebenfalls nur in die Umsetzung eingebaut, während man für die Serie anscheinend Glass ersatzlos gestrichen hat. Und auch im Zusammenhang mit den überall vorhandenen Personen sowie dem generellen Handlungsverlauf machen sich einige Abweichungen bemerkbar.
    Spannend ist die Story jedoch allemal, auch wenn sich so manche Actionszene bzw. in der Serie bereits zu bewältigende Gefahrensituation auf der Erde in der Buchvorlage (zumindest noch) nicht findet. Der Tonfall ist um einiges ruhiger.

    Das Innenleben der Charaktere spielt dafür eine umso größere Rolle. Passend dazu gibt es unter anderem immer wieder Abschnitte mit Rückblicken in die Vergangenheit der Hauptfiguren. Auf diese Weise lernt der Leser die Protagonisten erst mal näher kennen und gewinnt z.B. willkommene Einblicke in die gesellschaftlichen Verhältnisse im All, etwa die gravierenden sozialen Unterschiede zwischen den verschiedenen Bereichen der Raumstation.
    Leider endet das Buch, wo es gerade am schönsten ist – völlig offen, an einer besonders spannenden Stelle. Der optische Umfang des Bandes beziehungsweise die Seitenzahl täuschen auch ein wenig, denn das Werk kommt mit recht großer Schrift und ebensolchem Zeilenabstand daher. Nicht nur wegen der fesselnden Ausgangslage ist Die 100 also schnell durchgelesen und das Warten auf die Fortsetzung (geplant für Januar 2016) beginnt.

    Fazit

    Buchvorlage und Serienumsetzung unterscheiden sich in einigen wesentlichen Punkten, gemeinsam ist beiden Versionen aber die wirklich spannende Ausgangssituation mit diversen sehr interessanten Hauptfiguren. Bloß schade, dass man davon nicht schon mehr lesen kann...

    Wertung


    Pro

    • interessante Ausgangslage
    • spannende Story
    • sympathische Hauptfiguren
    • mehr Einblicke in die Hintergründe, z.B. im Weltraum...

    Contra

    • ...dafür etwas weniger Action
    • zu schnell vorbei und völlig offenes Ende

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Filme, Science-Fiction
    von Christina Schmitt 1.Aug.2015 1.780 x gelesen