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    Das schreibende Ehepaar Judith und Christian Vogt hat bereits diverse gemeinsame Projekte veröffentlicht, unter anderem den Steampunk-Roman Die zerbrochene Puppe, welcher beim Deutschen Phantastik Preis abräumte. Auch das neuste Buch ist nun wieder eine Gemeinschaftsarbeit der beiden, mit nicht gerade heiterer Atmosphäre.

    Alte Traditionen, neue Feinde
    Seit Generationen wachen die Handwerksmeister der Stadt Sygna über die magischen Zeichen, die ihren Werkstücken besondere Eigenschaften wie außergewöhnliche Haltbarkeit oder, im Fall der Dichter, starke Überzeugungskraft verleihen. Doch nun ist Sygna von den Soldaten eines französisch angehauchten feindlichen Kaiserreichs besetzt und die Traditionen geraten ins Wanken. Die Besatzer bringen nicht nur unliebsame neue Regelungen und Formen der Ausbeutung in das eroberte Gebiet, sondern machen sich auch an den sagenumwobenen Gefilden unterhalb der Stadt zu schaffen, auf der Suche nach den längst verlorenen Urzeichen.
    Zu allem Übel ist sich die Bevölkerung uneins – die reichen Meister versuchen ihren Status zu wahren, indem sie mit den Besatzungstruppen gemeinsame Sache machen, die erst schon am Rande des Existenzminimums lebenden einfachen Leute bekommen die ganze Ungerechtigkeit des Systems nun noch stärker zu spüren. In diesen unruhigen Zeiten wird der junge Fechter Dawyd unfreiwillig zum Mitglied einer Widerstandsgruppe unter der Leitung des geheimnisvollen Ignaz Dreifinger.
    Lysandre Rufin, der skrupellose Chef der gegnerischen Geheimpolizei, spinnt währenddessen ein raffiniertes Netz aus Intrigen…

    (c) Bastei Lübbe
    Umfang: 592 Seiten (Klappbroschur)
    seit 23.02.2018 im Handel
    Leseprobe / Bei Amazon bestellen

    Rebellen und Rotznasen
    Neben dem ziemlich von sich eingenommenen Fechter und seinem neuen Anführer stehen unter anderem auch ein talentierter Dichter, eine tapfere Schmiedin und eine pfiffige Straßengöre im Mittelpunkt des Geschehens. Dazu kommen eine Meistertochter, die sich nicht mit ihrem langweiligen privilegierten Leben zufrieden geben will, und nicht zuletzt der fiese Widersacher Rufin mit seinen Machenschaften.
    Jeder der Charaktere hat Geheimnisse vor seinen Verbündeten, verbirgt etwa wichtige Informationen, seine sexuelle Orientierung oder gewisse Jugendsünden. So ist für Konfliktpotenzial und einige Überraschungen gesorgt. Die Figuren sind dadurch auch keine komplett „guten“ Protagonisten, haben alle ihre Schattenseiten und wirken authentisch.
    Allerdings fehlt mir trotz guter Ansätze ein richtiger Sympathieträger und die einzelnen Personen könnten zum Großteil ruhig noch etwas eingehender beleuchtet werden – vielleicht sind es schon zu viele wichtige Charaktere, was durch die Perspektivenwechsel teilweise auch ein wenig verwirrend sein kann.
    Aber anscheinend wird es ja nicht bei diesem einen Band bleiben: Nach dem spannenden, ereignisreichen Finale bahnt sich, obwohl etwa im Titel keine Hinweise dazu zu entdecken sind, deutlich eine Fortsetzung an und man darf gespannt sein, in welche Richtung sich die Geschichte nun weiterentwickelt.

    Der Schauplatz des Buches überzeugt durch eine dichte, oftmals düstere Atmosphäre, nicht zuletzt in den unheimlichen Gefilden unterhalb der Stadt. Man spürt förmlich, wie viele Geheimnisse Sygna noch in seinen dunklen Gassen und gruseligen Katakomben verbirgt.
    Sehr interessant ist auch die ungewöhnliche Form von Magie rund um die Zeichen mit ihren eigenen Regeln und Traditionen, ohne typische Zauberer.

    Fazit

    Das Ehepaar Vogt entführt uns in eine atmosphärisch geschilderte, recht düstere Stadt mit einer ganz eigenen Art von Magie und lebendiger Geschichte. Auch die zentralen Charaktere weisen interessante Eigenheiten auf, würden aber teilweise noch von mehr Aufmerksamkeit profitieren. Nach einigen Wendungen und dem spannenden Finale bleiben noch viele Fragen offen und machen neugierig auf eine Fortsetzung.

    Wertung


    Pro

    • gelungene, düstere Atmosphäre
    • interessantes Setting mit eigener Magie und Historie
    • abwechslungsreiche Charaktere mit allerlei Geheimnissen
    • einige Überraschungen

    Contra

    • Charaktere könnten noch etwas ausgebaut werden
    • viele offene Fragen (kann nicht als Einzelband für sich stehen)

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy
    von Christina Schmitt 22.Mrz.2018 636 x gelesen