• Werbung

  •  
    Anmelden

    „Die da kommen“ wird von dtv als Thriller verkauft, ist aber eigentlich ein Mystery-Roman. Die Autorin Liz Jensen hat sich mit dem Öko-Thriller „Endzeit“ einen Namen gemacht und auch hier lässt sie die Welt, wie wir sie kennen im Chaos versinken.

    diedakommen

    dtv 2013
    Original: The Uninvited
    317 Seiten
    Leseprobe/Kaufen bei Amazon

    Inhalt:
    Ein Kind ermordet seine Großmutter ohne ersichtlichen Grund und ist danach apathisch. Dieser Fall sorgt für Aufsehen, doch es soll nicht der einzige dieser Art bleiben. Gleichzeitig untersucht der unter dem Asperger-Syndrom leidende Analytiker Hesketh seltsame Sabotage-Fälle in aller Welt. Hängen sie zusammen? Was bringt die Kinder und die Saboteure dazu, diese Taten zu begehen? Und wie schlimm wird es noch werden?

    Derzeit sind Zombies ja in aller Munde, doch Jensens Endzeit-Szenario ist auf seine Weise weit beklemmender als wandelnde Tote. Gerade die unschuldigen Kinder als Täter einzusetzen, die noch dazu scheinbar ohne jedes Motiv ihre Angehörigen ermorden, lässt wohl niemanden kalt.
    Der Roman setzt dabei auf eine eigenwillige Mischung aus dem Rätsel um die Motivation der Täter auf der einen Seite und die außergewöhnliche Sicht auf die Welt seines Protagonisten Hesketh, der die Geschichte in der Ich-Form und im Präsens erzählt und dabei gelegentlich auch trockenen Humor aufblitzen lässt.

    Es fällt schwer, weiter auf die Tiefen dieses Werks einzugehen, ohne zu viel vorwegzunehmen. Man sollte sich jedoch darüber im Klaren sein, dass man hier keinen klassischen Unterhaltungs-Thriller mit durchweg hoher Spannungskurve bekommt. Stattdessen fesselt der Roman eher durch einen ungewöhnlichen Erzähler und das Rätselraten um die Ursache der Taten und hat in seiner Auflösung auch eine nachhallende Botschaft zu bieten.

    Fazit

    Ein außergewöhnlicher Roman, mehr Mystery als Thriller, vor allem aber auch mit einer Aussage und nicht nur seichte Unterhaltung. Die düstere Grundstimmung wird durch das gelegentliche Aufblitzen britischen Humors und das für unsere Vorstellungen zuweilen seltsame Verhalten des Ich-Erzählers aufgelockert. Absolut lesenswert, auch wenn ein Leser klassischer Thrillerkost sich vielleicht zuweilen etwas mehr Spannung erhoffen würde.

    Wertung


    Pro

    • packende Grundidee
    • interessanter Erzähler
    • Ende lange nicht vorhersehbar
    • nachhallende Botschaft

    Contra

    • Spannungskurve etwas flach zu Beginn

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

    Klicke für mehr zum Thema , ,

    Kategorien: Allgemein
    von Jörg Benne 13.Jul.2013 892 x gelesen