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    Nach einigermaßen erträglicher Wartezeit wird Tad Williams´ neustes Epos mit dem zweiten Teil des ersten Bandes fortgesetzt. Kann dieser genauso überzeugen wie der vielversprechende Beginn (siehe Rezension)?

    (c) Klett-Cotta
    Umfang: 550 Seiten (Hardcover)
    seit 11.11.2017 im Handel
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    Realität oder Wahnvorstellung?
    Da dieses Buch ja einen Teilband darstellt, geht die Geschichte unmittelbar nach dem Schluss des Erstlings weiter. Prinz Morgan hat auf dem gesperrten Turm eine umheimliche Entdeckung gemacht, zweifelt aber – etwas lädiert am Boden angekommen – an seiner Wahrnehmung beziehungsweise traut sich nicht, seiner Familie und dem Rest des Hofstaats davon zu berichten.
    Kurz darauf beginnt für den oft noch verantwortungslosen und trotzigen Jüngling eine wichtige Mission. Begleitet von ein paar Getreuen soll er die ums Leben kämpfende Sithi-Botschafterin zu den Heilern ihres Volkes bringen und dabei auch herausfinden, warum die geheimnisvollen Waldbewohner so lange nichts von sich hören ließen.
    Im unwirtlichen Gebiet der Nornen bereitet sich die Sklavin Tzoja zur gleichen Zeit auf die Flucht vor, während ihre Halbblut-Tochter Nezeru, der Jäger Jarnulf und einige weitere Kämpfer sich auf die Suche nach einem lebenden Drachen machen. Andernorts erweist sich der Außenseiter Unver als ernstzunehmender Gegner für den unliebsamen Häuptling seines Stammes und dessen Schergen.

    Weitere Fragmente für das große Ganze
    Neben den gerade genannten Figuren stehen in vielen Kapiteln noch andere Charaktere wie das Königspaar, Großkanzler Pasevalles oder Nezerus Nornen-Vater im Mittelpunkt, so dass man ein detailliertes und vielschichtiges Bild der Gesamtsituation erhält, die in Sachen Dramatik weiter an Fahrt gewinnt, auch wenn sich der Autor nach wie vor Zeit für einige ruhigere (jedoch nicht langweilige) Passagen genommen hat.
    Im Lauf des Buches erfährt man so manches über die Hintergründe einzelner Protagonisten und die Verbindungen zwischen vermeintlich unabhängigen Handlungssträngen werden mit der Zeit deutlich.

    Die Story nimmt einige interessante Wendungen, nicht zuletzt ein Vorfall gegen Ende kam für mich richtig überraschend. Apropos Ende: Das ist sehr offen gehalten und es deuten sich noch düsterere Zeiten an.
    Große Stärken der Geschichte sind immer noch die Atmosphäre der liebevoll ausgestalteten Welt, der Abwechslungsreichtum der Perspektiven und die glaubwürdigen Charaktere. Lediglich die besonders sympathischen Trolle als Morgans Gefährten kommen vor allem im späteren Verlauf etwas zu kurz.

    Fazit

    Der zweite Teilband der Hexenholzkrone macht genau dort weiter, wo der gelungene Erstling endete. Das Buch hat die gleichen Stärken, darunter ein komplex ausgearbeitetes Szenario mit dichter Atmosphäre, abwechslungsreiche Handlungsstränge und interessante Charaktere. Nach wie vor gibt es zwischendurch einige recht geruhsame Passagen, diverse Wendungen und Enthüllungen von Zusammenhängen halten aber die Spannung aufrecht.

    Wertung


    Pro

    • atmosphärische, detailreiche Welt
    • komplexe, teils sehr sympathische Figuren
    • gelungener Schreibstil
    • überraschende Wendungen
    • Glossar mit Personenverzeichnis und weiteren Infos am Ende

    Contra

    • ein paar schon etwas zu geruhsame Passagen
    • sehr offenes Ende

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy
    von Christina Schmitt 22.Nov.2017 497 x gelesen