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    Die Krone von Lytar erschien eigentlich schon vor über sieben Jahren, damals prangte noch Carl A. deWitt, ein Pseudonym von Richard Schwarz (Das Geheimnis von Askir), als Autor auf dem Cover. Quasi zur Vorbereitung auf die endlich anstehende Veröffentlichung des Trilogie-Abschlusses wird uns das Buch, genau wie der in einigen Wochen folgende zweite Band, nun aber noch mal von einem anderen Verlag in frischer Aufmachung präsentiert.

    lytar1cover

    (c) Piper Verlag
    Umfang: 560 Seiten
    seit 01.04.2016 im Handel
    Leseprobe / Bei Amazon bestellen

    Das Ende der Idylle
    Im Laufe des Buches wechselt die Perspektive immer wieder kurz in ein Gasthaus, wo ein alter Mann als Erzähler der eigentlichen Geschichte auftritt und einem Gesandten (aus noch nicht ganz genau erklärten Gründen) eben diese örtliche Legende schildert: Vor langer Zeit, nachdem die große Stadt Lytar durch Machtgier und Hochmut zu Fall kam, haben die Überlebenden den magischen Waffen sowie anderen Kriegsgerätschaften abgeschworen und ein Dorf gegründet, in dem ihre Nachfahren noch heute friedlich zusammenleben.
    Doch als eine feindliche Armee die Siedlung angreift, bleibt den Bewohnern nichts anderes übrig, als auf die Suche nach den Relikten der Vergangenheit zu gehen und fast vergessene Kräfte wieder zum Leben zu erwecken. Eine Gruppe von Jugendlichen, die eher durch Zufall ihre Abenteurer-Eignung beweisen, wird ausgesandt, um die versteckten Schätze zu finden, bevor sie den Widersachern in die gierigen Hände fallen.
    Mehrere Menschen, ein Zwergenjüngling und eine Halbelfe sind zu Reisegefährten auserkoren und entdecken in klassischer Coming-of-Age-Manier ungeahnte Stärken, zusätzlich zu den Spezialfähigkeiten (etwa Äxte schwingen), die sie sowieso schon haben. Natürlich dürfen auch einige Schwächen wie Höhenangst nicht fehlen und gerade zu Beginn geraten die unerfahrenen Grünschnäbel teilweise ganz schön in die Bredouille. Zum Glück scheinen die Helden früherer Zeiten noch immer über ihre Urururenkel zu wachen…

    Die Zusammensetzung der Heldentruppe erinnert stark an typische Rollenspiel-Klischees – Bogenschütze, Krieger, Zauberin/Heilerin sind z.B. alle mit an Bord – und auch die Abenteuer und Aufgaben kann man so ähnlich in manchem PC- oder Konsolen-RPG finden, bis hin zu lästigen Rattenschwärmen, die den Figuren ans Leder wollen.
    Die Gefahren sind oft für eine Portion Spannung gut, es mangelt aber teils etwas an Tiefe bzw. die einzelnen Gemeinheiten wirken etwas zu sehr aneinandergereiht, ohne einen größeren Handlungsbogen zu bilden. Für meinen Geschmack entgehen die Figuren auch etwas zu oft auf wundersame Weise dem schon sicheren Tod.
    Zwischen den interessanten Erkundungstouren herrscht außerdem ab und an etwas zu viel Leerlauf.

    Ansonsten macht die Geschichte aber durchaus Spaß und die Charaktere mit ihren Eigenheiten wachsen dem Leser ans Herz. Gerade auch für Jugendliche (schon wegen seiner Protagonisten) oder Fans von All-Age-Fantasy ist das Buch einen Blick wert. Obwohl einige Menschen, auch aus der „Zivilbevölkerung“, zu Tode kommen, hält sich Die Krone von Lytar in Sachen Gewaltdarstellung zurück.
    Die Orte wie die Hallen und Gänge alter Ruinen sind schön beschrieben, so dass sie detailliert vor dem inneren Auge des Lesers erscheinen, und auch viele andere Szenen kann man sich dadurch sehr gut vorstellen.
    Am Ende dieses Bandes ist wie so oft ein erster Meilenstein erreicht, das Böse lauert aber weiterhin auf die nächste Chance.

    Das Buch wird übrigens mit „erstmals ungekürzt und vollständig überarbeitet“ beworben, allerdings finden sich darin noch diverse Rechtschreib-Patzer, Wortwiederholungen oder selten auch mal Fehler wie vertauschte Namen. Inwieweit es wirklich inhaltliche Änderungen gibt, kann ich leider nicht beurteilen, weil ich nur diese Neuauflage besitze.

    Fazit

    Die Krone von Lytar bietet flüssig zu lesende klassische Fantasy, vielleicht stellenweise schon zu klassisch – einige Elemente wirken einfach zu bekannt, von den Völkern, über die Zusammensetzung der Heldentruppe bis hin zu vielen Story-Elementen wie einer untergegangenen Hochkultur und dem bösen Herrscher, der nach uraltem Kriegsgerät giert. Die Abenteuer der sympathischen Jungspunde sind aber durchaus unterhaltsam erzählt, ihre Umgebungen erwachen durch gelungene Beschreibungen zum Leben und immer wieder hat die Story auch schöne eigene Ideen. Das Buch ist sicherlich kein Meilenstein des Genres, vor allem jugendliche oder jung gebliebene Leser können daran aber ihren Spaß haben. Ich hoffe jetzt, dass bei den Fortsetzungen noch etwas mehr Eigenständigkeit und Tiefe in die Handlung kommt.

    Wertung


    Pro

    • spannende Erkundung alter Ruinen und gefährlicher Wälder
    • sympathische junge Helden
    • schön beschriebene Orte

    Contra

    • viele bekannt wirkende Elemente
    • kleine Durchhänger in der Handlung
    • es mangelt teilweise an Tiefe

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy
    von Christina Schmitt 16.Apr.2016 1.150 x gelesen