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    Der Name Lucy Hounsom wird den meisten wahrscheinlich noch nicht begegnet sein, schließlich liefert die schreibende englische Buchhändlerin mit Naris ihren Debütroman ab. Im folgenden Artikel möchte ich euch diesen ersten Band einer geplanten Trilogie näher vorstellen.

    nariscover

    (c) Piper
    Umfang: 528 Seiten
    seit 11.05.2015 im Handel
    Leseprobe / Bestellen bei Amazon

    Vergangenheit und Zukunft

    So ein Artefakt würde sämtliche Berufsberater und viele Therapeuten oder Esoterik-Gurus arbeitslos machen: Im Heimatdorf der siebzehnjährigen Kyndra Vale verkündet ein uraltes Relikt den Heranwachsenden im Rahmen einer feierlichen Zeremonie ihren wahren Namen und ihre Bestimmung. Kein Wunder, dass die Bewohner wenig angetan davon sind, dass das Teil während Kyndras Prophezeiung den Geist aufgibt. Als auch noch weitere Unglücke dazukommen, können nur zwei zufällig (?) im Dorf weilende Fremde das Mädchen vor dem wütenden Mob retten.
    Auf dem Weg zum verborgenen Naris, dem Sitz der so genannten Wirker, und vor allem auch nach der Ankunft wird Kyndra mit zahlreichen Gefahren, neuen Kräften und rätselhaften Visionen konfrontiert.

    Passend zum Titel verfügt das Buch über ein gelungenes Magiesystem, basierend auf der Kraft des Mondes und der Sonne. Unter anderem sind die Zauberer so eben nur während ihrer jeweiligen Tageszeit richtig auf der Höhe, wodurch sich ein paar spannende Komplikationen ergeben.
    Eine weitere Stärke des Abenteuers sind seine Charaktere, hin- und hergerissen zwischen Pflichtbewusstsein und den eigenen Wünschen und Überzeugungen. Die Autorin hat es durch lebendige Beschreibungen und diverse kleine (Alltags)szenen geschafft, die Figuren zu echten Individuen werden zu lassen und trotz magischer Kräfte und geheimnisvoller Erinnerungen die menschliche Seite der Protagonisten zu zeigen. Beispielsweise fand ich es sehr sympathisch, dass einer der Begleiter beim Frühstücken auf der Reise die Fettstreifen an seinem Schinken eklig findet – das geht mir nämlich ganz genauso…
    Die wichtigsten Nebenfiguren (in deren Perspektive man auch immer wieder Kapitel erlebt) waren für mich teilweise sogar fast interessanter als die Heldin selbst, doch auch Kyndras Entwicklung hat einiges zu bieten. Die Hauptdarstellerin kann manchmal ganz schön bockig sein, gerade diese Hartnäckigkeit kommt ihr aber im Umgang mit all den Widrigkeiten und Intrigen auf jeden Fall zugute.

    Ein paar Ereignisse der ansonsten spannenden Handlung fand ich für erfahrene Fantasy-Leser vielleicht etwas vorhersehbar und die Auflösung kam mir einzelne andere Details betreffend ein wenig weit hergeholt vor, insgesamt ist der Auftakt der neuen Reihe jedoch ein sehr unterhaltsames Buch geworden, das sowohl ältere Jugendliche als auch erwachsene High Fantasy-Liebhaber anspricht und uns in eine durchdachte Welt voller Magie und Legenden entführt.
    Dieser erste Band bringt seinen Handlungsbogen zu einem befriedigenden Abschluss, gleichzeitig wird aber auch der Grundstein für weitere, mindestens ebenso gefährliche Abenteuer von Kyndra und Co. gelegt.

    Fazit

    Naris entführt den Leser (und vor allem die Leserin) in eine gut durchdachte neue Welt, die nicht zuletzt durch authentische Charaktere und interessante magische Besonderheiten fasziniert. Ein paar Dinge sind vielleicht etwas zu vorhersehbar, ansonsten darf man sich aber über eine spannende Story mit unliebsamen Überraschungen und allerlei Gefahren freuen. Der Auftakt macht neugierig und lässt genug Raum für weitere Entwicklungen, gleichzeitig ist es aber ganz nett, dass man nicht mit einem völlig offenen Ende konfrontiert wird.

    Wertung


    Pro

    • durchdachte Welt mit interessanter Magie
    • glaubhafte Charaktere
    • spannende Story

    Contra

    • manchmal etwas vorhersehbar

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy
    von Christina Schmitt 16.Mai.2015 971 x gelesen