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    Zum sechsten Mal schickt Sergej Lukianenko den hohen Lichten Anton Gorodetzki in ein Urban-Fantasy-Abenteuer, einmal mehr wird er zum Spielball höherer Mächte. Funktioniert das Rezept nach dem eher müden fünften Teil diesmal wieder besser?

    letztenwaechter

    (c) Heyne Verlag
    Umfang: 447 Seiten
    seit 09.03.2015 im Handel
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    Droht das Ende der Welt?
    Erst beißt sich eine Vampirin durch Moskau und scheint dabei eine Nachricht für Anton zu hinterlassen, dann wird auch noch beinahe seine Tochter aus der Schule entführt. Dazu sprechen alle Propheten weltweit dieselbe Prophezeiung aus und die kündet vom Ende der Welt. Der Zweieinige, der Urgott des Zwielichts, will alle Anderen vernichten. Können Anton, Geser, Sebulon & Co sich zusammenraufen und das Unheil abwenden?

    Wie schon in Teil 5 bekommen es Nacht- und Tagwache also wieder mit einem übermächtigen Feind zu tun. Auch diesmal ist der Roman in drei Geschichten eingeteilt, im Grunde ist es aber nur die eine. Eigentlich steht die Handlung aber gar nicht so im Vordergrund, denn der Roman ist wieder sehr dialoglastig, Action gibt es so gut wie nie. Aber Dialoge schreiben kann Lukianenko, er trifft wieder den lakonisch-melancholischen Ton und flechtet auch den einen oder anderen philosophischen Gedanken ein. So sind dann eben die Wortgeplänkel in der Familie Gorodetzki die Höhepunkte und nicht irgendein Kampf zwischen Lichten und Dunklen.
    Dazu kommt aber noch, dass hier an einigen Stellen regelrecht doziert wird. Woher stammen die Anderen? Welcher Typ war zuerst da? Wie unterscheidet sich die Magie von Hexen von denen der Zauberer usw. Damit übertreibt es Lukianenko ein wenig, manchmal erscheint einem das Werk wie ein Lehrbuch. Deshalb hängt der Spannungsbogen zuweilen auch mächtig durch.

    Nach der Lektüre hatte ich den Eindruck, dass Lukianenko zu Beginn das Ende vor Augen hatte und den Plot dann so konstruierte, dass er viele offene Fragen aus den vorherigen Teilen beantworten und einige Personen nochmal auftauchen lassen konnte. Der Abschluss ist es dann auch, der wirklich gelungen ist. Der Weg dorthin hätte allerdings gern weniger konstruiert und vor allem straffer ausfallen können.
    Wächter-Fans wird das indes nicht schrecken, für reißerische Action war die Serie ja nie berühmt. Sie müssen sich auch keine Sorgen um weitere Wächter-Abenteuer machen: Schon im Herbst geht es mit der neuen Serie „Die Wächter“ weiter.

    Bild und Cover (c) Heyne Verlag

    Fazit

    Im Grunde könnte ich das Fazit vom letzten Teil kopieren. Wer Lukianenkos lakonischen Ton und seine Dialoge mag, wird auch mit diesem Roman zufriedengestellt und bekommt außerdem ein Wiedersehen mit einigen Figuren aus früheren Abenteuern. Trotzdem, die ersten Bände hatten neben unterhaltsamen Dialogen eben auch spannende Geschichten zu bieten, hier hängt der Spannungsbogen leider zuweilen zu stark durch.

    Wertung


    Pro

    • lakonisch-melancholischer Stil
    • gelungene Dialoge
    • sehr rundes Ende

    Contra

    • manchmal etwas zu viel Doziererei
    • Spannungskurve hängt zuweilen durch

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy
    von Jörg Benne 23.Mrz.2015 3.494 x gelesen