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    Die Magie der Namen bescherte Nicole Gozdek viele positive Kritiken (unsere Rezension siehe hier) und auch einige Preise. Die Fortsetzung versetzt uns nun in die gleiche Welt, die sich mit dem Ende des ersten Bandes aber stark verändert hat, ohne dass es der Bevölkerung bewusst ist.

    Was ist denn hier los?
    Die „Wahrheitsfinderin“ Anderta Passario zieht durchs Land und hilft der Bevölkerung mithilfe ihrer ungewöhnlichen Magie gegen Bezahlung dabei, verschiedensten Geheimnissen auf die Spur zu kommen. Doch damit gibt sich die junge Frau noch längst nicht zufrieden: Zusammen mit ihrem Partner, dem Kurbabu (also Söldner) Londurs, nutzt sie gewonnene Informationen für Diebestouren und Erpressungen. So streichen die beiden saftige Gewinne ein, bis sich über Nacht Andertas ganze Welt ändert – was aber niemandem außer ihr selbst aufzufallen scheint!
    So werden etwa Kinder nicht mehr zwangsläufig in den Schulen aufgezogen, sondern von den eigenen Eltern (eine Tatsache, die Anderta ganz besonders übel aufstoßen wird…), die Herrschaftsverhältnisse haben sich teilweise verändert und Menschen kennen schon von klein auf ihre Namen. Die Protagonistin ist mit der Entwicklung unzufrieden, nicht zuletzt, weil die Beziehung zu Londurs auf dem Spiel steht. Anderta macht sich auf die Suche nach Tirasan Passario, dem Verantwortlichen für die ganze Misere.

    (c) ivi
    Umfang: 336 Seiten (Hardcover)
    seit 01.09.2017 im Handel
    Leseprobe / Bei Amazon bestellen

    Verschiedene Seiten der Wahrheit
    Auch wenn Tirasan, der Held des ersten Buches, hier also wieder eine wichtige Rolle spielt, wurde Band zwei eine neue Ich-Erzählerin spendiert. Anderta ist eine sympathische Gaunerin mit Sinn für Humor, deren Gefühle wie die Verzweiflung angesichts der unliebsamen Veränderungen anschaulich und gut nachvollziehbar geschildert werden. Die Hauptfigur lässt im Laufe der Geschichte eine deutliche Entwicklung erkennen und wandelt sich von der recht egoistischen Person des Anfangs zu einer Vor- und Nachteile der verschiedenen Wirklichkeiten abwägenden Hauptdarstellerin mit Tiefe.
    Auch die Nebencharaktere können überzeugen und mit der Zeit entsteht – Streitereien, Eifersucht, aber auch Zusammenhalt und Vertrauen inklusive – eine liebenswerte Reisegruppe mit einem Hauch Patchwork-Familie.

    Die Welt des Buches ist wie schon beim Erstling interessant und ziemlich ungewöhnlich gestaltet. Die Namensmagie sorgt für viele gesellschaftliche Besonderheiten und durch die veränderte Wirklichkeit kommen einige neue Aspekte hinzu. Theoretisch könnte man das Buch auch ohne Kenntnisse des Vorgängertitels lesen, da einige wichtige Vorkommnisse und Konzepte auch innerhalb dieser Story noch mal kurz zusammengefasst werden. Zusätzlich gibt es hinten ein Glossar mit wichtigen Namen und Begriffen. Nach der Lektüre des ersten Bandes macht aber alles viel mehr Sinn und man weiß auch das Wiedersehen mit Tirasan besser zu schätzen.
    Wie schon damals kommt die Handlung zu einem relativ runden Ende, das zwar durchaus Raum für eine Fortsetzung bietet, aber vorerst kaum noch wichtige Fragen offen lässt. Ebenfalls genau wie beim ersten Band finde ich aber, dass die Auflösung es den Helden etwas zu einfach macht. Schon vorher wirken Tirasans Kräfte teilweise arg übermächtig (in abgeschwächter Form ebenfalls Andertas Wahrheitsmagie), auch wenn einige Schwierigkeiten und Zwischenfälle die Gruppe dann doch ausbremsen und dafür sorgen, dass das Abenteuer spannend und kein Spaziergang wird.

    Fazit

    Die Magie der Lüge entführt uns in das gleiche interessante Szenario wie der erste Band, welches aber nicht nur für die neue sympathische Hauptfigur einige Veränderungen und Überraschungen bereithält. Gemeinsam mit Anderta macht man sich Gedanken über die Vor- und Nachteile der ungewohnten Realität und trifft auf einige liebenswerte Nebenfiguren, darunter auch alte Bekannte. Die Geschichte ist spannend und hält diverse Wendungen bereit, auch wenn das Ende in meinen Augen wieder ein wenig zu schnell und zu einfach abgehandelt wird.

    Wertung


    Pro

    • interessantes Szenario mit gesellschaftlichen Besonderheiten
    • sympathische Charaktere
    • unterhaltsame Geschichte
    • angenehmer, flüssig zu lesender Schreibstil

    Contra

    • Fähigkeiten wirken teils zu mächtig
    • Ende etwas zu simpel

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy
    von Christina Schmitt 26.Sep.2017 735 x gelesen