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    Nordwärts ist der Auftakt der Phileasson Saga, die auf der beliebten Kampagne aus dem Rollenspiel Das schwarze Auge basiert. Bernhard Hennen (Die Elfen) und Robert Corvus (Grauwacht) verfassen diese gemeinsam.

    phileasson_nordwaerts

    (c) Heyne Verlag
    Umfang: 496 Seiten
    seit 11.04.2016 im Handel
    Leseprobe / Bei Amazon bestellen

    Zwei Kapitäne und ihre Mannschaften starten in eine epische Abenteuerfahrt
    In der Saga geht es um den Abenteurer und Entdecker Phileasson, auch Foggwulf genannt, und seinen Konkurrenten Beorn, den Blender, die in je einem Drachenboot zusammen mit ihrer Mannschaft den Kontinent Aventurien einmal umrunden und dabei vielerlei Aufgaben lösen sollen.
    In Nordwärts wird geschildert, wie diese Herausforderung aus der ständigen Konkurrenz der beiden Kapitäne entsteht, wie sie sich ihre Mannschaften zusammenstellen und wie sie die erste Aufgabe ihrer Abenteuerfahrt zu lösen versuchen, die sie in den eisigen Norden führt. Für die die Seefahrt liebenden Thorwaler ist das doch ein Klacks. Doch nicht nur Eisberge und Stürme stellen sich ihnen in den Weg, am Rande der Welt lauern noch andere Gefahren, die noch nie jemand von ihnen erblickt hat.

    Die Stärke des Romans liegt in meinen Augen eindeutig in den sehr lebensnah beschriebenen Charakteren. Jeder hat seine Eigenarten und auch eigene Motivationen und Hoffnungen, sodass es beim Lesen, trotz der schieren Menge an Personen, immer gut möglich war, den Überblick zu behalten.
    Ein kleines Problem ergab sich nur, da Hennen und Corvus auch ziemlich viele Personen als Perspektivträger nutzen. Diese vielen POVs auf einem Haufen machen die Zuordnung der Perspektive manchmal schwierig, sodass man inmitten eines Kapitels unsicher wird, in wessen Kopf man sich gerade befindet.

    Beim Schreiben haben die Autoren gut zusammengearbeitet. Es ist nicht zu merken, welche Passagen Hennen und welche Corvus verfasst hat. Der Roman bietet sprachlich eine einheitliche Erscheinung.

    Der Aufbau der Handlung erschien mir aber ein wenig zweigeteilt. Das Buch beginnt mit einem sehr eindringlichen, emotionalen Prolog – knapp 100 Seiten –, der den Leser vor allem mit Tylstyr mitleiden und mitfiebern lässt. Dieser junge Thorwaler ist magisch begabt und wird deshalb von seinem rauen Heimatdorf abgelehnt.
    Doch nach diesem Prolog macht das Buch einen scharfen Schwenk. Man gewinnt das Gefühl, dass man nun eine ganz andere Geschichte vor sich hat. Der Teil über die Fahrt des Phileasson liest sich weit unbeschwerter und für mich auch mehr wie eine Geschichte aus »Aventurien«.
    Möglicherweise liegt das daran, dass das ursprüngliche Abenteuer, auf dem die Romanreihe beruht, mit der Herausforderung zur Entdeckungsfahrt beginnt. Der Prolog und dessen Charaktere sind völlig neu entwickelt worden.
    Seine eigentliche Aufgabe, den Leser ins Buch zu ziehen, erfüllt der Prolog bravourös. Doch dann fehlt mir etwas die Verbindung zur Hauptgeschichte des Epos. Dies merkt man vor allem auch daran, dass die Hauptperson im Prolog, der Magier Tylstyr, auf der Abenteuerfahrt durch die vielen anderen Charaktere untergeht. Hier stehen eindeutig Phileasson (und teilweise auch Beorn) viel mehr im Mittelpunkt.

    Der Konflikt mit den Schneeschraten im hinteren Teil des Buches stieß mir auch etwas sauer auf, wird er doch etwas zu schnell gelöst. Da hätte ich mir noch ein paar mehr Schwierigkeiten gewünscht, vor allem weil der Roman sonst nicht mit Schwierigkeiten für unsere Helden geizt.
    Obwohl der Roman ja nur der erste Teil in der Saga ist, finde ich das Ende gelungen. Es macht neugierig darauf, wie es weitergeht, lässt den Leser aber nicht mitten in der Geschichte hängen. Als Einzelroman wäre Nordwärts aber dennoch wohl nicht zu empfehlen.

    Fazit

    Ein solider, spannender Auftakt der Reihe, der durch seine vielschichtigen Charaktere heraussticht. DSA-Kenntnisse sind für das Lesevergnügen nicht nötig, auch wenn alte Fans der Serie sich bestimmt besonders über die Romanreihe freuen. Es ist aber noch Luft nach oben. Und das sollte es auch sein, denn es sollen noch mindestens elf Teile folgen. Ich freue mich jedenfalls schon auf den nächsten Teil, Himmelsturm, der im August 2016 erscheinen wird.

    Wertung


    Pro

    • Vorgeschichte sehr eindringlich und packend
    • Charaktere sehr vielschichtig und lebendig
    • auch für Kenner der DSA-Kampagne spannend zu lesen

    Contra

    • Vorgeschichte scheint losgelöst vom restlichen Roman
    • Manche Passagen sind schon recht brutal

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy
    von Dominik Schmeller 27.Apr.2016 1.031 x gelesen