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    Tobias O. Meissner hat sich einst mit „Das Paradies der Schwerter“ (leider vergriffen) einen Namen gemacht. Zuletzt blieben echte Bestseller zwar aus, aber mit „Die Soldaten“ wollte ich ihn nun auch einmal kennenlernen.

    diesoldaten

    Piper Verlag, 2011
    512 Seiten
    Leseprobe / Bestellen bei Amazon

    Inhalt
    Leutnant Fenna wird in die Festung Carlyr an der Grenze zum unwirtlichen Reich der Affenmenschen versetzt. Dort soll er eine neue Kompanie aufbauen, nachdem bei einem Feldzug gegen die Affenmenschen ein ganzes Regiment aufgerieben wurde.
    Fenna macht sich an die Arbeit, formt aus seinen Rekruten eine Einheit, fragt sich aber mehr und mehr, welchen Zweck der Feldzug eigentlich hatte. Als er mit seiner unerfahrenen Truppe ins Feindesland ausrückt, erfährt er, was wirklich geschehen ist.

    Die Soldaten ist ein ungewöhnliches Buch. Mehr als 300 Seiten widmet der Autor der Ausbildung der Soldaten, beschreibt, wie sie sich entwickeln, welche Rivalitäten es gibt, welche Rückschläge eingesteckt werden müssen. Das klingt nicht besonders spannend, ist aber süffig geschrieben, sodass man trotz der eher rudimentären Handlung an den Seiten klebt und dem Leser die Soldaten der Truppe mit ihren Eigenheiten ans Herz wachsen. Zudem wird geschickt das Geheimnis um den Feldzug mehr und mehr aufgebaut.

    Umso mehr fiebert man dann mit, wenn die eigentlichen Abenteuer im Feindesland beginnen und natürlich hat Meissner uns nicht 16 Charaktere ans Herz wachsen lassen, um dann alle als große Heroen unbeschadet wieder nach Hause kommen zu lassen.
    Neben der vielleicht doch etwas zu lange geratenen Einführung kann man dem Autor allenfalls noch vorwerfen, dass Fenna, über 400 Seiten der Perspektivträger, gerade in den spannenden Momenten nicht mehr die alleinige Sicht auf die Dinge präsentiert. Das fand ich persönlich zumindest etwas inkonsequent.

    Fazit

    Die Soldaten ist ein Buch, das im Rahmen einer Fantasy-Welt die Grundlagen des Militärs hinterfragt, die blinde Befehlserfüllung, die Gleichmacherei, das „Schleifen“ und nicht zuletzt den Krieg an sich. Eingebettet in eine dramatische Geschichte, allerdings stets aus Sicht der Soldaten, die eben nur die kleinen Rädchen im Getriebe sind, und nicht das große Ganze überblicken, sodass auch dem Leser dieser Blick verwehrt bleibt.

    Wertung


    Pro

    • sehr gelungene Charakterzeichnungen
    • süffige Schreibe
    • dramatisches Finale

    Contra

    • Einführung der Truppe vielleicht etwas lang geraten
    • Fenna zum Ende hin nicht mehr alleiniger Perspektivträger

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy
    von Kilian Kuhn 4.Jun.2013 1.495 x gelesen