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    Die Insel der besonderen Kinder von Ransom Riggs zählte zu meinen Highlights des Lese-Jahres 2011 und auch bei vielen anderen Fantasy-Freunden kam die hübsch bebilderte Geschichte ausgesprochen gut an. Inzwischen ist sogar eine Verfilmung unter Regie von Tim Burton in der Mache. Nach langer Wartezeit kann man nun endlich erfahren, wie es mit Jacob und seinen neuen, ganz speziellen Freunden weitergeht. Wer den ersten Band nicht kennt, liest bitte erst mal diesen, sonst drohen nach der Überschrift kleine Spoiler.

    stadtderbesonderenkinder

    (c) Knaur Verlag
    Umfang: 480 Seiten
    seit 02.02.2015 im Handel
    Leseprobe / Bestellen bei Amazon

    Monster und dann auch noch WWII

    Nach der Zerstörung ihrer Zuflucht und den damit verbundenen Ereignissen machen sich die nun heimatlosen besonderen Kinder auf die Suche nach Hilfe für ihre Ziehmutter Miss Peregrine, welche aktuell in ihrer Vogelgestalt gefangen ist. Eine andere der so genannten Ymbrines könnte das Problem beheben, doch die meisten der magischen Frauen sind bereits, samt ihren Schützlingen, in die Fänge des Feindes geraten. Die letzte Hoffnung liegt nun in London, doch der Weg dorthin ist im vom Krieg gebeutelten England des Jahres 1940 wahrlich kein Zuckerschlecken. Neben den gruseligen Hollows und tückischen Wights müssen die Protagonisten so unter anderem Bombenangriffe überstehen. Den Leser erwartet eine ebenso gefährliche wie abwechslungsreiche Reise durchs Land, durch mehrere Zeitschleifen und in andere Zufluchtsorte der Besonderen.

    Da seit dem Erscheinen des ersten Buches schon fast vier Jahre vergangen sind, ist es ganz hilfreich, dass auf den ersten Seiten kurze Infotexte zu allen wichtigen Charakteren samt Fähigkeiten abgedruckt sind. So fühlt man sich gleich noch schneller wie zuhause und kann ohne große Verwirrung durchstarten. Neben den bekannten Figuren wie der „feurigen“ Emma, dem unsichtbaren Millard und dem aus unserer Zeit stammenden Ich-Erzähler Jacob trifft man auf eine ganze Reihe weiterer ungewöhnlicher Kreaturen, darunter längst nicht nur Menschen…

    Eine ganz besondere Note

    Die Stadt der besonderen Kinder enthält wieder zahlreiche der faszinierenden, altertümlichen Schwarz-Weiß-Fotografien von Personen, Landschaften oder Objekten wie sie schon bei Band 1 so gelungen in die Geschichte eingebaut waren. Das Buch präsentiert uns hier mal unheimliche, mal nachdenklich stimmende, mal kuriose Szenen aus lang vergangenen Zeiten. Bei manchen der Bilder scheinen Vorgänger der heutigen Photoshop-Trickser am Werk gewesen zu sein (siehe Cover) und es ist immer wieder interessant, wie gekonnt der Autor all die Skurrilitäten und eigentlich von einander unabhängigen Fotos zu einer sinnvollen Handlung verbindet.

    Die Story strotzt vor Fantasie, ist mindestens genauso spannend wie im ersten Teil und nach meinem Empfinden stellenweise noch eine ganze Ecke düsterer. Wichtige Themen sind Freundschaft, Verlust, der Wunsch nach Anerkennung und der Versuch, auch in schwierigen Zeiten nie die Hoffnung aufzugeben. Die sympathischen Charaktere haben also einiges zu bewältigen und es kommt zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf. Manchmal scheinen sich die Ereignisse fast zu überschlagen, aber schon durch den stellenweise beinah poetischen Schreibstil gelingt es dem Autor, die Geschichte nicht zu einer bloßen Aneinanderreihung seltsamer Begebenheiten werden zu lassen. Das Ende ist fieserweise sehr offen und rechtzeitig zum Finale werden noch einmal diverse interessante Wendungen enthüllt.
    Das Buch präsentiert uns wie bereits erwähnt viele Fotos (plus schmückende gemusterte Blätter vor jedem Kapitel) – dadurch fällt die Lesedauer etwas geringer aus als man es anhand der bloßen Seitenzahl vermuten könnte. Dafür erlebt man während dieser Zeit aber ein fesselndes Abenteuer ohne Längen, noch dazu in schicker, hochwertiger Aufmachung.

    Fazit

    Ransom Riggs hat erneut eine sehr fantasievolle, düstere und spannende Geschichte erschaffen, die schon durch die schön eingebundenen alten Fotografien etwas ganz Besonderes ist. Ein wenig gemein finde ich das offene Ende, aber so steigt die Vorfreude auf Band 3 weiter an. Nebenbei bemerkt: Während man andernorts für 16,99€ nur noch ein überdimensioniertes Taschenbuch erhält, gönnt uns der Verlag hier zu diesem Preis ein schickes Hardcover. Dafür gibt’s von mir als Sammlerin ein klares Lob.

    Wertung


    Pro

    • spannende, fantasievolle Story
    • toll mit der Geschichte verwobene Fotografien
    • liebenswerte, teils skurrile Charaktere

    Contra

    • offenes Ende

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy
    von Christina Schmitt 10.Feb.2015 1.342 x gelesen