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    Christopher Marzi ist deutschsprachigen Fantasy-Fans schon lange ein Begriff, vor allem seine Reihe Die uralte Metropole (beginnend mit Lycidas) erfreut sich großer Beliebtheit. Sein neustes Werk geht nun zur Abwechslung in eine deutlich andere Richtung.

    Verliebt in New York

    fayearchercover

    Heyne Verlag
    384 Seiten
    Leseprobe / Bestellen bei Amazon

    Die Endzwanzigerin Faye Archer lebt in einer malerischen Gegend von Brooklyn, arbeitet als Buchhändlerin und schlüpft zwischendurch für sympathisch-altmodische musikalische Auftritte in die Gestalt ihres kreativen Alter Egos Holly Go.
    Eines schönen Tages lässt der Kunde Alex sein Skizzenbuch im Geschäft liegen und Faye nimmt Kontakt mit dem jungen Mann auf, der nicht zuletzt durch seine Aussage „Manche Geschichten sind wie Melodien“ eine große Anziehungskraft auf sie ausübt. Wenige Emails später ist die Hauptfigur verliebt wie ein Teenager und auch Alex scheint einem näheren Kennenlernen gegenüber alles andere als abgeneigt zu sein.
    Doch dann sieht Faye ihren Angebeteten durch New York fahren, obwohl er doch eigentlich in den Mails behauptet hatte, gerade in Chicago auf Verlagssuche für seine Graphic Novel zu sein. Was hat das zu bedeuten?

    Anders als erwartet

    Wichtiger Hinweis: Die gesamte Anfangsphase des Buchs enthält keinerlei übersinnliche Elemente, es sei denn, man sieht Liebe auf den ersten Blick bzw. ersten Satz als Zauberei an. Und auch sonst hält sich die Magie sehr in Grenzen, ist das Ganze viel mehr eine Liebesgeschichte mit kleinem mysteriösem Twist. Wer eine „richtige“ Fantasy-Story sucht, wird mit dem Buch deshalb wahrscheinlich kaum glücklich werden.
    Wenn ihr jedoch nichts gegen Romantik habt, Literatur mögt, euch für Musik begeistern könnt und vielleicht auch noch ein Faible für New York oder Großstadtflair im Allgemeinen besitzt, dürfte Fayes Geschichte schon eher euer Ding sein.
    Der Schreibstil jedenfalls ist über jeden Zweifel erhaben; durch Marzis Schilderungen fühlt man sich mitten ins herbstliche Brooklyn versetzt, begleitet die Heldin auf Streifzügen durch Plattenläden und Clubs, entwickelt Ideen für neue Songs oder lässt sich von ihrem koreanischen Chef fernöstliche Ratschläge mit auf den Weg geben.
    Faye ist eine gelungene Hauptfigur mit Sinn für Humor, der Fähigkeit, sich über die kleinen Dinge des Lebens zu freuen, und liebenswerten Eigenheiten wie einer Vorliebe für Gepunktetes, aber auch mit menschlichen Schwächen, so dass sie etwa manchmal ein wenig überreagiert. Nachdem sie schon einige gescheiterte Beziehungen hinter sich hat, gönnt man ihr das Glück mit Alex umso mehr und hofft, dass nach all den unliebsamen Wendungen mit den beiden doch noch alles ins Lot kommt.

    Fazit

    Geschichten sind wie Melodien – das trifft auf diese jedenfalls zu. Fayes Leben steckt voller Musik, so dass auch die potenziellen Leser am besten etwas mit dem Thema anfangen können sollten. Übernatürliche Elemente hingegen kann man in diesem Buch nur sehr begrenzt finden, fast alles bleibt realistisch. Angenehm zu lesen ist die Geschichte schon durch den guten Schreibstil ihres Autors auf jeden Fall, man muss nur einfach wissen, dass es sich hier um einen Liebesroman und nicht um ein „echtes“ Fantasy-Buch handelt.

    Wertung


    Pro

    • sympathische Lovestory voller Musik
    • sehr schöner Schreibstil

    Contra

    • kaum Fantasy-Elemente

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy
    von Christina Schmitt 18.Aug.2013 1.295 x gelesen