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    Mieses Wetter, kurze Tage, lange Nächte – genau die richtige Zeit für einen ordentlichen Fantasy-Schmöker. Einen ebensolchen bekommen wir mit Dorn von Thilo Corzilius (bekannt z.B. durch Ravinia) geliefert.

    Ein geheimnisvoller Gast…

    …bringt Abwechslung ins beschauliche Leben des Wirtssohns Hinck. Woher stammt die Narbe in seinem Gesicht, was hat den so abenteuerlich aussehenden, bewaffneten Fremden in ein kleines Küstenkaff verschlagen und auf was wartet er dort? Die Antworten auf diese und viele weitere Fragen wird Hinck seinem Gegenüber bald entlocken. Die Interaktion der beiden Figuren bildet die kurze Rahmenhandlung des Romans, der ansonsten in der Ich-Perspektive aus Sicht des Reisenden erzählt wird.

    (c) PiperUmfang: 416 Seitenerschienen: Dezember 2013Leseprobe / Bestellen bei Amazon

    (c) Piper
    Umfang: 416 Seiten
    erschienen: Dezember 2013
    Leseprobe / Bestellen bei Amazon

    Das Eherne Reich auf dem titelgebenden Kontinent Dorn droht auseinanderzubrechen, als sein weiser König stirbt. Die zerstrittenen Herrscher der einzelnen Landesteile können sich nicht recht auf einen Nachfolger einigen, Intrigen bringen den eigentlich so segensreichen Bund in Gefahr, während von außerhalb noch größeres Unheil droht. Mitten in die Konflikte gerät Markgraf Deckard von Falkenberg (niemand anderes als der geheimnisvolle Gast in Hincks Zuhause), der eigentlich recht zufrieden damit war, seine kleine abgelegene Grafschaft zu regieren und seinem Volk ein verständnisvoller, gerechter Herr zu sein.
    Doch der Ruf zum Königskonzil führt ihn in die Hauptstadt, gerade als er durch das Hilfegesuch einer jungen Elbin und den darauf folgenden Angriff eines Meuchelmörders erst schon genug unerwartete Probleme am Hals hat.
    Später wird sich zeigen, dass zwischen den Vorkommnissen in Falkenberg und den Gefahren für das Eherne Reich einige interessante Verbindungen bestehen…

    Glaubwürdiger Held in glaubwürdiger Welt

    Thilo Corzilius entführt uns in eine detailliert ausgearbeitete Fantasywelt, deren Bewohner auf den ersten Blick nicht mehr viel mit Magie zu tun haben und ähnlich leben wie die Menschen unserer Erde in früheren Zeiten. Doch nicht zuletzt der vernünftige Deckard soll dann erkennen, dass noch viel mehr Übersinnliches in dem alten Reich steckt als es vielleicht den Anschein haben mag. So treffen politische Überlegungen und historische Hintergründe (die hier viel zum Entstehen einer glaubwürdigen Welt beitragen) auf hinterhältige Verzauberungen, fremdartige Völker und alte Legenden. Die Geschichte in der Hauptstadt ist eher ruhig und entwickelt sich vielleicht ein wenig zu behäbig, im Anschluss kommen dann aber auch Fans von Action und Kampfszenen immer wieder auf ihre Kosten.
    Sehr gelungen ist die Charakterzeichnung des Hauptdarstellers Deckard, der ein großes Pflichtbewusstsein und viel Einsatz für das Wohl seiner Heimat an den Tag legt, aber in manchen Situationen doch auch menschliche Schwäche zeigen muss und an der Richtigkeit seiner Entscheidungen zu bezweifeln beginnt.
    Durch die finsteren Machenschaften seiner Widersacher und die schrittweise Auflösung aller Geheimnisse kommt Spannung auf, nur gelegentlich erschienen mir einzelne Entwicklungen etwas zu vorhersehbar.
    Sprachlich genügt das Buch ebenfalls auch hohen Ansprüchen, es gibt lediglich vereinzelte Kommafehler oder (zumindest in meinen Augen auftretende) Patzer bei der Groß- und Kleinschreibung.
    Erfreulich: Hier handelt es sich mal nicht, wie so oft im Genre, um eine ausufernde Serie oder zumindest einen Mehrteiler, auf dessen Fortsetzung man endlos warten muss, sondern um einen runden Einzelband, der seine Geschichte zu einem befriedigenden Ende führt.

    Fazit

    Dorn bietet spannende, klassische Fantasy-Kost in einer liebevoll ausgearbeiteten Welt, in der man sich dank der detaillierten, auch sprachlich sehr gelungenen Schilderungen schnell heimisch fühlt. Deckard ist ein sympathischer Hauptdarsteller - kein Superheld, sondern ein realistisch wirkender Protagonist, der angesichts trauriger Ereignisse auch mal Trübsal bläst oder die Hoffnung zu verlieren droht. Die fesselnde Handlung schwächelt nur vorübergehend ein bisschen, meistens darf man sich über spannende Intrigen, gefahrvolle Reisen und actionreiche Auseinandersetzungen freuen.

    Wertung


    Pro

    • schön ausgearbeitete Fantasy-Welt
    • glaubwürdiger Hauptcharakter
    • gelungene Handlung mit vernünftigem Ende

    Contra

    • ein paar vorhersehbare Entwicklungen
    • ein kleiner Teil der Geschichte ist etwas langatmig

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy
    von Christina Schmitt 4.Jan.2014 1.374 x gelesen