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    Jon Hollins liefert uns hiermit den zweiten Band seiner Dragon Lords-Reihe. Kann die Fortsetzung ähnlich gut unterhalten wie Teil 1 (siehe Rezension), oder gehen dem Autor inzwischen die schrägen Ideen aus?

    Das kleinere Übel
    Der Triumph über die Drachen von Kondorra war nicht von langer Dauer – Artgenossen der besiegten Biester entsenden ihre Schergen in die verschiedenen Länder und machen den herkömmlichen Gottheiten ihre Anhänger abspenstig. Nun hat der Pantheon rund um Lall, Schuft und Bussi zwar nicht allzu viele Vorzüge, besser als die Menschen-knechtenden Riesenechsen sind die Götter aber allemal. Finden zumindest der ehemalige (und jetzt wieder) Schweinebauer Will und seine Mitstreiter. Dummerweise stehen sie mit dieser Meinung jedoch zunehmend alleine da. Die letzte Hoffnung ruht ausgerechnet im komplett besoffenen Land des seit Jahrhunderten nicht mehr in Erscheinung getretenen Gottes Otze, wo der verrückte Firkin ein neues Betätigungsfeld gefunden hat.

    Im zweiten Band gibt es erfreulicherweise ein Wiedersehen mit allen liebgewonnenen Protagonisten des ersten Abenteuers. Neben Will ist somit unter anderem Söldnerin Lette im Team (den Beziehungsstatus der beiden kann man derzeit bestenfalls als „kompliziert“ bezeichnen), genau wie deren blutrünstiger, witzig redender Echsenkumpel Balur. Die Kreaturenforscherin Quirk kämpft weiter gegen ihre Feuerkräfte an und hat mit einer jungen Politik-Gelehrten einen Fan und Sidekick aufgegabelt, ob sie will oder nicht…

    (c) Heyne
    Umfang: 688 Seiten (Taschenbuch)
    seit 12.03.2018 im Handel
    Leseprobe / Bei Amazon bestellen

    Blut und Beuschel
    Die Hauptcharaktere sind erneut etwas überzeichnet, genau wie der große Stall an Nebenfiguren, auf den sie treffen, von Elfenprinzen mit zu engen Hosen, über seltsame Hohepriester bis zu den eigenartigen Gottheiten dieser fantasievoll und mit haufenweise irren Einfällen erschaffenen Welt.
    Trotz, und vielleicht auch gerade wegen, diverser Albernheiten und wenig realistischer Aktionen sind Will und Konsorten aber einfach eine sympathische Truppe, mit der das Erleben all der kuriosen Situationen einfach Spaß macht.

    Auch diesmal erwartet den Leser ein wirklich abgefahrenes Abenteuer, teils reichlich gewalttätig oder eklig und auch nicht mit Kraftausdrücken sparend. Lustige Ideen, überraschende Wendungen und viel Sprachwitz sind dabei neben den Figuren die Stärken des Romans.
    Dramatik und Spannung werden da ein wenig in den Hintergrund gedrängt – man weiß bei diesem Team eigentlich immer, dass es sich selbst aus der größten Sch… wieder herausziehen wird –, dem Unterhaltungswert des Ganzen tut das aber keinen großen Abbruch.
    Das Buch endet nach einem noch mal ziemlich krassen Finale offener als sein Vorgänger. Eine Fortsetzung muss also auf jeden Fall her…

    Fazit

    Gefallene Götter liefert Nachschub von genau der abgefahrenen Mischung aus Humor und Action, die schon den ersten Dragon Lords-Band so unterhaltsam machte. Das sympathische, seltsame Team kehrt zurück und erlebt mindestens so viele kuriose Begegnungen und Gefahren wie beim letzten Mal. Wer den fiesen Drachen gern eins aufs Maul gegeben hat, kann unbesorgt zugreifen. Und alle Leser humorvoller Fantasy, die Dragon Lords noch nicht kennen, fordere ich hiermit nochmals auf, sich die Reihe bei Gelegenheit mal anzuschauen.

    Wertung


    Pro

    • gelungener Schreibstil mit viel Witz und Action
    • wendungsreiche, teils abgefahrene Geschichte
    • sympathische Charaktere

    Contra

    • eventuell manchmal schon ein bisschen zu abgefahren

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy
    von Christina Schmitt 9.Apr.2018 289 x gelesen