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    Ein halbes Jahr nach dem ersten Band (Rezension hier) setzt Ludwig van Normayenn in der aktuellen Reihe von Alexey Pehov seine gefährliche Reise fort.

    Seelenfänger haben nie Urlaub
    Nach den Torturen am Ende des letzten Buches erholt sich Ludwig in einem von Anderswesen bevölkerten magischen Wald von seinen Strapazen. Doch selbst dort wartet eine Mission auf den gerade erst genesenden Helden, die gerade durch das Aufeinandertreffen mit allerlei fremdartigen Kreaturen für den Leser interessant und ideenreich ausfällt.
    Und nach dem Verlassen dieses ungewöhnlichen Schauplatzes führt ihn der Weg in diverse andere abwechslungsreiche Gefilde der mittelalterlich-europäisch angehauchten Fantasywelt, darunter etwa inkognito durch ein Land, in dem Seelenfänger mit Verfolgung, Folter und Hinrichtung rechnen müssen.

    Obwohl auch in diesem Band für die einzelnen langen Kapitel wieder eine Art Episodenformat mit halbwegs abgeschlossenen Unter-Abenteuern existiert, kam mir der verbindende rote Faden der Story diesmal noch ausgeprägter vor. Es stellt sich heraus, dass der Dolch-sammelnde Widersacher des Erstlings Teil eines viel größeren Problems ist, und genau diese Machenschaften bilden den Rahmen für das gesamte Buch. Noch dazu deuten sich am – deshalb teilweise offenen – Ende weitere Ereignisse in dieser Richtung an, so dass uns das Thema im nächsten Band der Reihe weiter beschäftigen wird.

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    (c) Piper Verlag
    Umfang: 496 Seiten
    seit 04.10.2016 im Handel
    Leseprobe / Bei Amazon bestellen

    Der Feind meines Feindes…
    Eine wichtige Rolle spielt außerdem unter anderem die seit langem schwierige Beziehung zwischen den Seelenfängern und der Inquisition, mit all ihrem Kompetenzgerangel, ständigem Misstrauen und notgedrungener Zusammenarbeit im Angesicht gemeinsamer Feinde. Dieses Thema und diverse gesellschaftliche Verwicklungen lassen das Szenario sehr durchdacht und authentisch wirken (die enthaltene Weltkarte und das Glossar verschaffen allen Interessierten freundlicherweise einen noch besseren Überblick), manchmal war mir das Ganze diesmal jedoch schon etwas zu politisch.
    Etwas schade finde ich auch, dass Ludwigs Freundin Gertrude hier so stiefmütterlich behandelt wird. Die Hexe gerät in den meisten Kapiteln völlig in Vergessenheit.

    Zum Glück bringt spätestens die nächste magische Gefahr oder die nächste Begegnung mit dem dunklen Animatus Scheuch (nach wie vor eine ausgezeichnete Nebenfigur) dann aber wieder rechtzeitig Action und Witz in die Geschichte. Darüber hinaus ist der Schreibstil erneut sehr gelungen und fantasievoll, mit einer Portion schwarzem Humor, schönen Beschreibungen und detailreichen Settings, aber ohne zu viel unnötigen Ballast.

    Fazit

    Die Chroniken der Seelenfänger bleiben auch mit ihrem zweiten Band eine gelungene Investition für Leser, denen z.B. die Witcher-Reihe gefällt. Die Abenteuer des Helden und seiner nach wie vor sehr interessanten Begleiter sind spannend, unterhaltsam und schon durch die verschiedenen Schauplätze oder Kreaturen abwechslungsreich erzählt. Der Autor hat eine detaillierte Welt erschaffen, die zwar viele Parallelen zur unsrigen aufweist, aber (jetzt noch mehr als im ersten Band) auch Eigenständigkeit beweisen kann. Zwischendurch wird meiner Meinung nach bloß dem Konflikt zwischen den verschiedenen Fraktionen etwas zu viel Platz eingeräumt.

    Wertung


    Pro

    • sympathischer Ich-Erzähler
    • interessante, schräge Begleiter
    • abwechslungsreiche Schauplätze und Abenteuer
    • schöne Atmosphäre mit einer Kombination aus Finsternis und Humor

    Contra

    • zwischendurch etwas zu viel Politik
    • manche Charaktere werden ein wenig vernachlässigt

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy
    von Christina Schmitt 5.Nov.2016 521 x gelesen