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    Kelley Armstrong hat sich mit ihrer Darkest Powers-Serie einen Namen gemacht. Mit der Cainsville-Serie will sie nun am aktuellen Mystery-Boom teilhaben. Ein ähnlich spannendes Setting wie Wayward Pines, Twin Peaks & Co?

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    (c) Heyne
    Umfang: 588 Seiten
    seit 13.06.2017 verfügbar
    Leseprobe / Bei Amazon bestellen

    Plötzlich die Tochter von Serienkillern
    Olivia Taylor-Jones ist Mitte Zwanzig, die Tochter reicher Eltern, steht kurz vor der Verlobung mit einem Senatskandidaten, alles scheint in Butter – bis eines Abends plötzlich Reporter auf sie einstürmen. Wie sich herausstellt, ist Olivia nur adoptiert und in Wirklichkeit die Tochter eines vor zwanzig Jahren verurteilten Serienkiller-Paares. Um dem Rummel zu entkommen, taucht Olivia ab und kommt nach Cainsville, einem Vorort von Chicago, wo ihre Eltern einst lebten. Kann sie dort mehr über ihre Vergangenheit erfahren – und sind ihre Eltern überhaupt schuldig? Mit Gabriel, dem zwielichtigen Anwalt ihrer leiblichen Mutter, nimmt Olivia die Ermittlungen auf.

    „Ein Cainsville-Thriller“ heißt es auf dem Titel und auch der Klappentext hebt darauf ab, dass den Ort Cainsville „ein dunkles Geheimnis umgibt.“ Im Zusammenhang mit dem Titel entstand bei mir die Erwartung eines echten Mystery-Thrillers – und ich wurde leider enttäuscht.

    Was Armstrong hier abliefert, ist ein seicht vor sich hinplätschernder Justiz-Krimi mit winzigen Mystery-Häppchen. Im wesentlichen verfolgen wir aus Olivias Ich-Perspektive ihre Ermittlungen, lange Dialoge mit diversen Personen, das Zusammenklauben von Indizien, die sie an der Schuld ihrer leiblichen Mutter zweifeln lassen. Dazu kommt ein gewisser Romantasy-Touch, wobei es (noch) nicht so wirklich knistert zwischen Olivia und Gabriel.
    Zwischendurch geht Olivia ihrem Not-Job in einem Diner in Cainsville nach und allenfalls hier gibt es etwas Mystery, denn die (wenigen) Personen sind größtenteils wirklich seltsam. Das unterstützt die Autorin, indem sie gelegentlich die Ich-Perspektive verlässt und andere Personen rätselhafte Andeutungen über Olivia machen lässt. Dabei bleibt es allerdings auch, trotz fast 600 Seiten Umfang spielt der Mystery-Teil hier allenfalls eine Appetithäppchen-Rolle.

    Auch Thrill will bis zum Finale kaum einmal aufkommen. Nach ordentlichem Beginn, zieht sich die Handlung eher zäh bis bräsig dahin, die Ermittlungen sind nicht wirklich spannend und treten lange auf der Stelle. Die wiederholten Gedankengänge Olivias über sich, ihre Eltern, Gabriel usw sorgen auch nicht eben dafür, die Spannungskurve zu straffen. Wäre das Buch eine Fernsehserie, würde die Einschaltquote wohl nach den ersten zwei Episoden drastisch einbrechen. Wer bis zum Ende durchhält, wird auch nur leidlich entschädigt. Sehr viele Fragen bleiben offen, über Cainsville hat man so gut wie nichts erfahren und die Teil-Auflösung wirkt auch nicht bis zuletzt durchdacht. Dazu macht Olivia, die zum Ende hin wie ein Actionheld sarkastische Oneliner a la „Ich muss unbedingt an meiner Technik arbeiten, ehe ich das nächste Mal auf den Arsch falle“ (S. 565) raushaut, keine glaubwürdige Entwicklung durch.
    Das alles mag ja viel Stoff für die Fortsetzung bieten, hat aber zumindest bei mir keinerlei Interesse geweckt, diese zu lesen.

    Fazit

    Mit dem Klappentext hat das Buch bei mir falsche Erwartungen geweckt. Wenig Mystery, kaum Thrill, stattdessen ein eher bräsiger Justiz-Krimi mit dezentem übernatürlichen Einschlag. Das mag sich in den Folgebänden zwar ändern, aber mit diesem Aufgalopp im Schneckentempo wird die Autorin wohl viele Leser schon mit Teil 1 verlieren.

    Wertung


    Pro

    • interessante Grundidee
    • guter Schreibstil

    Contra

    • Handlungsverlauf sehr zäh
    • Hauptfigur nicht glaubwürdig
    • Mystery-Anteil minimal und nur in Andeutungen

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy
    von Jörg Benne 15.Jul.2017 1.269 x gelesen