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    Jason Gurley war bisher vor allem als Selfpublisher aktiv und veröffentlichte auch Eleanor zuerst in Eigenregie. Nachdem der Mystery-Roman in den USA bereits viele Leserherzen erobern konnte, wartet nun auch die deutsche Übersetzung auf möglichst zahlreiche Käufer, die sich vielleicht schon durch den geheimnisvollen Blick der jungen Dame auf dem Cover gefangen nehmen lassen.

    Nichts ist mehr wie zuvor
    Die schwangere junge Mutter Eleanor, vom Leben als Hausfrau ernüchtert und unzufrieden, schwimmt eines Morgens in den Ozean hinaus und kehrt nie wieder zurück. Der Verlust verändert ihre Familie für immer.
    Jahre später hat Eleanors Tochter Agnes auf regennasser Straße einen Autounfall, bei dem eine ihrer kleinen Zwillingstöchter ums Leben kommt.
    Auch die Folgen dieser Tragödie sind zur Zeit, in der sich der Hauptteil der Handlung abspielt, noch mehr als deutlich zu spüren. Die nach ihrer verschwundenen Großmutter benannte, übrig gebliebene Zwillingshälfte Eleanor lebt allein mit der nun alkoholabhängigen Agnes, wodurch sich abseits normaler Teenager-Probleme weitere Hürden ergeben. Damit nicht genug: Als Eleanor durch eine Tür ihrer Schule geht, findet sie sich unvermittelt in einer völlig fremden Umgebung wieder. Und das wird nicht der einzige unfreiwillige Ausflug bleiben. Was das Ganze mit der zerrütteten Familie des Mädchens zu tun hat, sollte jeder Leser für sich selbst herausfinden…

    (c) Heyne Verlag
    Umfang: 416 Seiten (Klappbroschur)
    seit 09.01.2017 im Handel
    Leseprobe / Bei Amazon bestellen

    Eine interessante Mischung
    Eleanor verbindet ganz unterschiedliche Genres miteinander – Familienroman bzw. -tragödie und Fantasy. Vor allem zu Beginn überwiegt ersteres und man muss etwas warten, bis sich der übernatürliche Anteil der Story bemerkbar macht. Dafür bietet die Geschichte dann aber mehr als „alltägliche“ Fantasy.
    Wer sich auf den eher nachdenklichen und meist nicht gerade actiongeladenen Erzählstil sowie die düstere Grundstimmung einlassen kann, wird mit einer dennoch fesselnden und neugierig machenden Handlung belohnt. Gemeinsam mit der Titelheldin kommt man den Geheimnissen ihrer Familie und der besuchten seltsamen Gegenden auf die Spur.

    Mehr möchte ich hier gar nicht verraten, denn diese Geschichte erlebt wie gesagt am besten jeder für sich selbst. Es ist eine über weite Strecken relativ traurige (um nicht zu sagen deprimierende) Erzählung über Verlust, zerstörte Lebensträume und Verzweiflung, aber letztendlich auch über Durchhaltevermögen und die Macht der Hoffnung.
    Das Ende dieses in sich abgeschlossenen Romans finde ich an sich gelungen, sinnvoll und doch teils überraschend, ich hätte mir die Auflösung und die Schlusskapitel aber umfangreicher gewünscht. Hier wird einiges eher der Fantasie des Lesers überlassen und ein wenig knapp abgehandelt.
    Nichts zu wünschen übrig lässt dagegen die Charakterzeichnung. Die mehr oder weniger kaputten Figuren und ihre schwierigen Beziehungen zueinander wirken durchweg glaubwürdig.

    Fazit

    Eleanor bietet mehr als 08/15-Fantasy. Das Buch ist eine interessante Mischung aus Familientragödie und übernatürlichen Elementen, mit düsterer Grundstimmung und geheimnisvoller Atmosphäre. Die Geschichte wird sicherlich längst nicht jeden Geschmack treffen, man sollte dieser ungewöhnlichen Story und ihren glaubwürdig dargestellten Charakteren aber eine Chance geben.

    Wertung


    Pro

    • interessanter Genremix
    • glaubwürdige Charaktere
    • nachdenkliche und eher ruhige, aber trotzdem spannende Atmosphäre
    • angenehmer Schreibstil, der trotz der Perspektivenwechsel nicht verwirrt

    Contra

    • etwas überhastet wirkender Schluss

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy
    von Christina Schmitt 21.Jan.2017 836 x gelesen