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    Pakt der Diebe, der erste Band der Empire of Storms-Reihe, konnte einen Award abstauben (siehe Rezension). Nun geht die Geschichte der waghalsigen Helden weiter. Achtung: Der folgende Artikel enthält Spoiler zum Vorgängertitel.

    (c) Heyne
    Umfang: 608 Seiten (Klappbroschur)
    seit 09.10.2017 im Handel
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    Getrennte Wege, gleiche Ziele
    Nicht lang nach dem Ende des ersten Bandes kehren wir ins Imperium der Stürme zurück. Der Ex-Dieb und (Über)Lebenskünstler Red ist bekanntlich den grausamen Biomanten in die Hände gefallen, welche einst schon für seine Entstehung verantwortlich waren. Im Geheimen bilden ihn die Fieslinge zu einem noch gefährlicheren Kämpfer aus, während Red den Rest der Zeit über als unkonventioneller Freund des Prinzen den Hof aufmischt. Er hofft, die erworbenen Fähigkeiten später gegen die Biomanten selbst zu richten, welche aber wahrscheinlich auch noch ein paar Asse im Ärmel haben.
    Gefährtin Bleak Hope hat sich währenddessen zum Gedenken an den berüchtigten Kapitän gleichen Namens in Dire Bane umgetauft und versucht sich mit einer bunten Crew im Piratengeschäft. Statt bloß nach Ruhm und Reichtum zu streben, verfolgen die Freibeuter aber höhere Ziele – den Biomanten und ihren menschenverachtenden Experimenten einen Strich durch die Rechnung machen und vor allem auch Red aus deren Klauen befreien.

    Eine große Stärke des Buches sind erneut seine gelungenen, vielschichtigen Charaktere, nicht zuletzt einige starke Frauen-Figuren. Neben Dire Bane und der einzigen weiblichen Biomantin Brigga Lin gehört dazu beispielsweise die bereits bekannte Nessel, die es hier mit dem unliebsamen neuen Herrscher der Paradieskehre zutun bekommt und in diesem Band eine wichtigere Rolle spielt. Ebenfalls ausgebaut wurde der Part des Mädchens Jilly, früher als „Bienchen“ erwähnt, das nun auch unter die Seefahrer gegangen ist und mit Mut und Geschicklichkeit für einige spektakuläre Aktionen sorgt.
    Nach wie vor sind die Charaktere schlagfertig und ausgefuchst, ganz besonders natürlich der coole Red. Die Erlebnisse werden wieder teils überzeichnet dargestellt, erinnern an Fluch der Karibik oder andere freche Ganoven-Abenteuer. Der Tonfall wirkt oft humorvoll, aber auch nicht selten düster und brutal. Weder die Biomanten noch die Verbrecher der Paradieskehre sind zimperlich in ihrer Vorgehensweise…

    Mit Seehunden ist hier nicht gut Kirschen essen
    Passend zur Ausgangslage gibt es so manche Seeschlachten und sonstige Schiffsszenen, aber diese erschienen mir wesentlich interessanter als etwa bei den vor kurzem etwas kritisierten solchen Passagen in Das Erwachen des Feuers (siehe Rezension), nicht zuletzt durch die sympathischeren Charaktere und ihre verwegenen Ideen.
    Wie schon beim Erstling findet man zwischendurch immer wieder ruhiger verlaufende Passagen, die vielleicht nichts für ungeduldige Leser sind. Atmosphärisch wird aber durchgehend viel geboten, unter anderem durch die ganz eigene Ausdrucksweise der Armenviertel-Bewohner. Außerdem sorgt die Begegnung mit Besuchern aus einem fernen Land für zusätzliche spannende Verwicklungen. Das Ende ist erneut ziemlich offen und bringt die Anfänge neuer Unter-Abenteuer mit sich.

    Die deutsche Übersetzung kann insgesamt überzeugen, mir sind aber ganz vereinzelt kleine Macken aufgefallen. Beispiel: „Wissen verleiht nur Macht, wenn sie anderen vorenthalten wird.“ Ich bin mir ziemlich sicher, dass es „wenn ES anderen vorenthalten wird“ heißen müsste, um richtig Sinn zu ergeben. Die entsprechenden Stellen sind aber zum Glück wirklich selten und fallen nicht so stark ins Gewicht.

    Fazit

    Schatten des Todes ist eine gelungene Fortsetzung, in der ein paar früheren Nebencharakteren eine größere Rolle gegönnt wird. Die Figuren sind trotz teils düsterer Anteile sympathisch und ihre Schicksale lassen den Leser mitfiebern. Atmosphärisch überzeugt erneut die abwechslungsreiche Mischung aus Gauner-Abenteuer, Piraterie, Kampfkunst, Magie und etwas Steampunk. Wie gehabt kombiniert das Szenario Humor und Brutalität. Einige Teile der Geschichte abseits der manchmal überzeichneten Actionszenen verlaufen schon fast zu ruhig, durch diverse eingestreute Wendungen fällt es aber nicht schwer, bis zum relativ offenen Ende des Bandes durchzuhalten.

    Wertung


    Pro

    • tolles Szenario mit Gaunern, Piraten, Magie und einem Hauch Steampunk
    • sympathische, vielschichtige Charaktere
    • coole Mischung aus Humor, Action und fiesen Überraschungen

    Contra

    • zwischendurch etwas zu geruhsame Passagen

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy
    von Christina Schmitt 3.Nov.2017 682 x gelesen