• Werbung

  •  
    Anmelden

    Wie in ihrer vorherigen Trilogie Land ohne Lilien entwirft Lauren DeStefano auch in den Chroniken der Fallenden Stadt ein dystopisches Setting mit stark eingeschränkter Freiheit seiner Protagonisten.

    (c) cbt
    Umfang: 416 Seiten (Taschenbuch)
    seit 10.04.2017 im Handel
    Leseprobe / Bei Amazon bestellen

    In den Himmel verbannt
    Die Stadt Internment schwebt über beziehungsweise in den Wolken, die Gründe dafür werden dem Leser bis jetzt nur in Form religiöser Vorstellungen der Bewohner geliefert. Innerhalb dieser eng begrenzten und von einem König regierten Welt herrscht unter anderem strenge Geburtenkontrolle und Kinder werden schon vor ihrer Geburt miteinander verlobt, nach nicht näher erläuterten Kriterien. Den Planeten weit unter ihrem Zuhause kennen die Menschen dort nur sehr ungenau durch Teleskope betrachtet, ein Kontakt zur Erdbevölkerung besteht nicht.
    Alles ist haarklein geregelt und die wichtigste Regel lautet: Vom Rand fernhalten! Wer sich doch dorthin wagt, so genannte „Springer“, behält bleibende Schäden zurück und wird von der Gesellschaft geächtet.
    Als der erste Mord dieser Generation Internment erschüttert, beginnt die 16jährige Ich-Erzählerin Morgan wegen bestimmter Vorkommnisse die Autoritäten in Frage zu stellen.

    Über den Wolken ist die Freiheit nicht grenzenlos…

    In der Gegenwartsform lernt man Morgan, ihre beste Freundin Pen und die dazugehörigen Verlobten kennen, besucht die Schule und erfährt einiges über die aktuelle Situation von Internment. Technisch bewegt sich die Stadt in vielen Bereichen wie den Medien auf einem etwas niedrigeren Niveau als unsere Zivilisation, in anderen (etwa in Sachen Recycling) wirkt das Szenario, notgedrungen aufgrund des Platzmangels, dagegen schon sehr fortschrittlich.

    Morgans Familie wurde durch das Springer-Schicksal des älteren Bruders aus der Bahn geworfen und auch die Protagonistin selbst hadert mit ihrem begrenzten Umfeld. Durch die Erzählform hat man einen guten Einblick in die Gedankenwelt der Heldin und auch bei manchen Nebenfiguren wie Bruder Lex zeigen sich sympathische und interessante Charakterzüge. Insgesamt bleiben die meisten Personen aber noch ein wenig zu blass und auch die Details des Settings könnten einen Tick komplexer sein. Vieles wird nur angedeutet.

    Das Buch hat einen recht gemächlichen Einstieg und später ebenfalls viele eher ruhige Phasen (wenn auch mit flüssig zu lesendem Schreibstil). Erst im letzten Drittel macht sich dann, nach einer unerwarteten Wendung, mehr Dramatik und Action bemerkbar. Dieser Band endet mit einem fiesen Cliffhanger, aber die anderen beiden Bücher erscheinen zum Glück mit kurzem Abstand.

    Fazit

    Fallende Stadt bietet eine faszinierende Grundidee und gelungene Elemente in Welt- und Charaktergestaltung. Beide Bereiche bleiben aber noch ein wenig zu blass, wenn auch mit interessanten und im Fall der Personen sympathischen Ansätzen. Anfangs und zwischendurch plätschert die Geschichte außerdem etwas zu gemächlich vor sich hin, bevor das Ende und besonders dessen Cliffhanger dann noch mal für ordentliche Spannung sorgt.

    Wertung


    Pro

    • interessante Grundidee
    • gute Ansätze bei Charakteren und Szenario
    • spannendes letztes Drittel
    • angenehmer Schreibstil aus Sicht der Hauptfigur

    Contra

    • Figuren und Welt bleiben noch etwas blass
    • viele recht gemächliche Passagen ohne echte Spannung

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

    Klicke für mehr zum Thema , ,

    Kategorien: Bücher, Science-Fiction
    von Christina Schmitt 13.Mai.2018 219 x gelesen