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    Wie weit würdest du gehen, wenn es ums Leben einer geliebten Person geht? Mit dieser Frage beschäftigt sich die filmreife, actionreiche Story von Feuer & Flut.

    feuerundflutcover

    (c) cbt
    Umfang: 448 Seiten
    seit 25.05.2015 im Handel
    Leseprobe / Bestellen bei Amazon

    Der wertvollste Preis der Welt

    Der große Bruder der sechzehnjährigen Tella leidet an einer rätselhaften Krankheit, gegen die alle Ärzte machtlos zu sein scheinen. Auch der Umzug der Familie in eine abgelegene Gegend konnte ihm keine Linderung verschaffen – im Gegenteil, sein Zustand verschlechtert sich zusehends. Deshalb zögert Tella keine Sekunde, als sie über mysteriöse Kanäle vom mörderischen Wettkampf Brimstone Bleed erfährt: Dem Sieger winkt nach vier Etappen in wechselnden unwirtlichen Gebieten ein Heilmittel für jede Krankheit. Gegen den Willen ihrer Eltern macht sich die Heldin auf den Weg.
    Unterstützung erhalten die Teilnehmer von genetisch veränderten Tieren unterschiedlichster Art, den so genannten Pandoras. Nur durch deren besondere Fähigkeiten kann man zumindest hoffen, den Gefahren der Wildnis in Dschungel oder Wüste ein Schnippchen zu schlagen. Die Umgebungen haben es wirklich in sich (auch wenn es anders als bei den Hungerspielen kaum künstlich angelegte Fallen gibt) und dazu kommen dann noch allerlei vorsichtige Bündnisse oder gewalttätige Konflikte zwischen den Teilnehmern. Bis zum Ende des Buches muss man sich auf einige Todesfälle und andere Brutalitäten gefasst machen. Das Durchhaltevermögen der Charaktere und ihre Liebe zu den kranken Familienmitgliedern werden also immer wieder auf eine harte Probe gestellt.

    Die inneren Werte einer Großstadtgöre

    Die jugendliche Heldin hat ein paar Eigenschaften, welche mir die Identifikation mit ihr anfangs ein wenig erschwert haben. Durch Tellas Funktion als Ich-Erzählerin wird stellenweise eine gewisse Oberflächlichkeit besonders deutlich, wenn sie etwa über Shopping-Touren, Maniküre und andere Themen sinniert, mit denen ich einfach noch nie viel anfangen konnte. Aber durch den trockenen Humor, die tiefe Liebe zum Bruder und die im Angesicht der Gefahr immer wieder an den Tag gelegte Zähigkeit ist mir das Mädchen dann doch schnell ans Herz gewachsen. Des öfteren gibt es interessante Sätze, die ich zweimal gelesen habe, weil mir die Formulierungen bei treffenden Vergleichen oder anderen frechen Kommentaren so gut gefallen haben.

    Ein weiterer Star der Geschichte ist ganz klar Tellas Pandora-Begleiter und auch der Rest der coolen Viecher bringt ordentlich Leben in die Bude. Die Kreaturen mit ihren teils überraschenden Fähigkeiten haben ein bisschen was von Pokemon, sind äußerlich aber viel mehr real vorkommenden Tieren nachempfunden und auch sonst gibt es viele Unterschiede. Auf jeden Fall sind die Pandoras klasse und ich möchte gern eins haben – am liebsten das von Tella.
    Manche Details wirken eher schwer vorstellbar, zumindest in einer Story, welche ungefähr in unserer Zeit zu spielen scheint. In einem futuristischen Szenario a la Tribute von Panem hätten sie mich dagegen kaum mit der Wimper zucken lassen. Aber es muss ja nicht immer alles realistisch sein. Ich sehe Tellas Welt jetzt eher als eine alternative Version der unsrigen.

    Jede Menge Action, viele spannende Wendungen und der sehr flüssig zu lesende Schreibstil (nicht zuletzt dank Tellas oft witzigem Tonfall) haben dazu geführt, dass ich das Buch innerhalb von zwei Abenden verschlungen habe. Jetzt beginnt das Warten auf die Fortsetzung. Das Ende ist einerseits befriedigend, andererseits nur eine Zwischenstation – nach Abschluss der ersten beiden Etappen ist praktisch die Halbzeit des Wettkampf erreicht. Aber wie sich schon andeutet, muss das Ganze selbst nach dem Bewältigen der vier Stationen noch nicht unbedingt vorbei sein…

    Fazit

    „Für Fans von...“, „Must Have für...“, etc. - wenn werbende Vergleiche mit Mega-Beststellern auftauchen, bin ich immer etwas vorsichtig. Zu oft war schon vom nächsten Harry Potter, Herr der Ringe oder Lied von Eis und Feuer die Rede. Aber in diesem Fall gebe ich selbst mal eine Empfehlung dieser Art ab: Wer an den Tributen von Panem Gefallen findet und auf der Suche nach einem neuen spannenden, teils herzzerreißenden Wettkampf ist, der sollte sich mit Tella ins Brimstone Bleed-Rennen stürzen. Die Heldin ist mir durch ihre Art zwar anfangs etwas fremd geblieben, schon bald habe ich aber richtig mitgefiebert und mich über den trockenen Humor der Ich-Erzählerin amüsiert. Und mit den Pandoras hat die Autorin echte Sympathieträger ins Spiel gebracht.

    Wertung


    Pro

    • spannende, wendungsreiche Geschichte
    • sympathische Pandora-Begleiter
    • gelungene Mischung aus Action, Emotionen und Humor

    Contra

    • Tella ist ein bisschen zu sehr an Mode und Co. interessiert

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Abenteuer, Bücher, Fantasy
    von Christina Schmitt 6.Jun.2015 1.150 x gelesen