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    Die Tage werden kürzer, die Temperaturen fallen – was wäre da schöner, als sich gemütlich auf dem Sofa in einen dicken Fantasy-Wälzer zu vertiefen. Eine passende hoffnungsvolle Neuerscheinung liefert uns Christopher Husberg mit dem ersten Band einer frischen Reihe.

    Wer bin ich – und wenn ja wie viele?
    Während einer ganz normalen Fahrt retten ein Fischer und seine Crew einen halb toten Unbekannten, der – wie sich bald herausstellt – außer verstörenden Träumen keine Erinnerung an sein früheres Leben mehr hat. Ein Jahr später hat sich der Fremde in der Gemeinschaft eingelebt, obwohl er, anders als seine Retter, die einem seit langem unterdrückten elfenhaften Volk angehören, ein Mensch ist. Doch ausgrechnet an dem Tag, als er die Tochter des Fischers heiratet, wird Noth (wie sich der Mann jetzt nennt) von seiner Vergangenheit eingeholt. Im Gefecht gegen fiese Angreifer beweist er ungeahnte kämpferische Fähigkeiten. Dies und vage Informationen zu seinen Wurzeln bewegen Noth dazu, der neuen Heimat den Rücken zu kehren und sich in der Ferne auf die Suche nach der Wahrheit zu machen.
    Seine frischgebackene Angetraute Winter möchte diese Trennung allerdings nicht akzeptieren und nimmt ihrerseits, in Begleitung eines treuen Freundes, die Verfolgung auf.
    Die dritte Hauptfigur ist dann schließlich eine junge Priesterin der vorherrschenden Religion dieser Welt, welche von ketzerischen Handlungen ihrer eigenen Schwester erfahren hat und den Gerüchten auf den Grund gehen möchte.
    Weitere zentrale Charaktere nutzen magische Kräfte, um Noth ausfindig zu machen.
    Im Laufe der Geschichte erfährt man, wie alles zusammenhängt, und die verschiedenen Protagonisten treffen aufeinander.

    frostflammecover

    (c) Knaur Verlag
    Umfang: 704 Seiten
    seit 04.10.2016 im Handel
    Leseprobe / Bei Amazon bestellen

    Entzugserscheinungen, Kontrollverlust und andere Gemeinheiten
    Das Buch verfügt über eine anschaulich ausgearbeitete mittelalterlich anmutende Welt und ein durchdachtes Magiesystem. Die Art der Fähigkeiten ist nicht unbedingt neu – Telekinese und Gedankenmanipulation etwa kennt man aus anderen Werken der Phantastik natürlich schon zur Genüge -, der Autor hat das Ganze aber gut verpackt und durch Details wie die titelgebende, aufputschende Droge Frostflamme individualisiert.
    Mit der Zauberei wird in diesem Roman auch nicht übertrieben. Zwar gibt es ein paar Szenen, in denen der Einsatz der besonderen Kräfte eine wichtige Rolle spielt und erheblichen Schaden anrichtet, über weite Strecken treten übersinnliche Phänomene aber eher in den Hintergrund und Inhalte wie die gesellschaftlichen Probleme sind bedeutsamer.

    Frostflamme hebt sich durch manche Themen von den meisten anderen Fantasy-Geschichten ab. Vor allem der scheinbar aussichtslose Kampf einer Hauptfigur gegen die Frostflamme-Sucht wird mit all seinen Tücken sehr anschaulich und realistisch geschildert. Der Leser muss hilflos mit ansehen, wie die Heldin wider besseres Wissen größere Mengen des Stoffs konsumiert, immer mehr die Kontrolle verliert, von Schuldgefühlen geplagt wird, sich selbst und ihre Vertrauten belügt…

    Auch in anderer Hinsicht, zum Beispiel in ihren komplizierten Beziehungen zueinander, wirken die Charaktere hier glaubwürdig und es wird auf schlichte Schwarz-weiß-Darstellungen verzichtet. Der Grundton ist eher düster, stellenweise schon durch die Suchtproblematik ein wenig deprimierend, durch den Sarkasmus der sympathischen Vampirin Astrid, die sich Noth anschließt, wird die Stimmung aber zwischendurch immer wieder ein wenig aufgehellt.

    Der grundlegende Aufbau der Handlung überzeugt und vor allem durch das Ende wird die Neugier auf die Fortsetzung geweckt, auch wenn es zwischendurch kleinere Durchhänger in Sachen Spannung gibt und die Story meiner Meinung nach in manchen Passagen etwas zu gemächlich verläuft.

    Fazit

    Frostflamme ist der lesenswerte Einstieg in eine neue Fantasy-Welt, die unter anderem durch glaubwürdige Charaktere mit nicht gerade genretypischen Problemen überzeugt. Zwar sind nicht alle Figuren so sympathisch wie die heimliche Heldin, eine Vampirin mit speziellem Humor, die einzelnen Handlungsstränge fügen sich aber gut zusammen und die Neugier auf den weiteren Verlauf der Geschichte wird geweckt.

    Wertung


    Pro

    • interessant ausgearbeitete Welt
    • für den Fantasy-Bereich ungewöhnliche Themen
    • glaubhafte Charaktere
    • angenehmer Schreibstil

    Contra

    • zwischendurch kleine Durchhänger
    • Identifikation mit den Helden fällt manchmal schwer

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy
    von Christina Schmitt 16.Okt.2016 1.073 x gelesen