• Werbung

  •  
    Anmelden

    Ein weiteres Produkt zum Trend-Thema Dystopie. Spätestens das schicke Cover von Gebannt – Unter fremdem Himmel machte mich, als Fan von „All-Age-Büchern“ und Zukunftsgeschichten, ziemlich neugierig. Also habe ich dem Debütroman der ursprünglich aus Brasilien stammenden US-Autorin Veronica Rossi eine Chance gegeben.

    Inhalt

    Oetinger Verlag, 2012 432 Seiten Leseprobe/Bestellen bei Amazon

    Oetinger Verlag, 2012
    432 Seiten

    Leseprobe/Bestellen bei Amazon

    Zum Schutz vor Krankheitserregern, Kannibalen und vor allem den bedrohlichen „Ätherstürmen“ leben die Zeitgenossen der 17jährigen Hauptdarstellerin Aria in kleinen Städten unter Kuppeln. Mithilfe futuristischer Augenlinsen tauchen die Bewohner in aufwendige Simulationen (laut Werbeversprechen „besser als die Realität“) ein, um sich von der Beengtheit und Langeweile ihres gesunden, ereignisarmen Lebens abzulenken.
    Doch nach einem Zwischenfall mit dem Sohn des Bürgermeisters findet sich Aria, scheinbar todgeweiht, in der gefürchteten Außenwelt wieder und muss Gefahren überstehen, auf die sie keine künstliche Umgebung auch nur annähernd vorbereitet hat.

    Die Entwicklung vom verwöhnten Kuppelkind zur mutigen Überlebenskämpferin wird von Veronica Rossi überzeugend, teils mit filmreifer Action, geschildert, auch wenn es zwischendurch ein paar ziemlich ruhige, eher nachdenkliche Phasen gibt. Gemeinsam mit der Heldin entdeckt man sowohl die Schrecken als auch die besondere Schönheit der fremden Gefilde.
    Angesichts der wohl hauptsächlich weiblichen jungen Zielgruppe darf dabei natürlich auch etwas Romantik nicht fehlen, obwohl der „Wilde“ Perry (Hauptdarsteller Nummer 2) seine neue Begleiterin wider Willen anfangs buchstäblich nicht riechen kann – wo andere Dystopien gern auf äußerliche, entstellende Mutationen setzen, verpasst die Autorin manchen ihrer Charaktere nämlich übermenschlich geschärfte Sinne, was für einige interessante Situationen sorgt.

    Zum Glück ist die Liebesgeschichte schon durch die vielschichtigen Protagonisten glaubwürdig und frei von Kitsch. Auch diverse sympathische Nebenfiguren bereichern die Handlung und lassen die Zukunftswelt lebendig werden. Die Autorin lässt den Leser abwechselnd durch Arias oder Perrys Augen blicken, so dass man beide Helden gleichermaßen kennen und schätzen lernt.
    Zusätzliche Hintergrundinfos zu den Besonderheiten von Arias Heimat, der Technik oder vergangenen Ereignissen wären aber durchaus willkommen gewesen, hier wird vieles höchstens angedeutet. Vielleicht erfährt man in den beiden anderen Bänden, von denen einer bereits erschienen ist, noch etwas mehr.

    Fazit

    Die gegensätzlichen, sympathischen Hauptfiguren, die besonderen Fähigkeiten von Perrys Leuten und die gefährliche Außenwelt machen Gebannt zu einer fesselnden Dystopie mit ein paar Fantasy-Elementen. Der Wandel von kratzbürstigen „Fast-Feinden“ zu einem Liebespaar ist als Story-Element natürlich nicht ganz neu, kommt hier aber recht authentisch rüber. Einige Fragen bleiben noch offen – die Fortsetzungen werde ich mir auf jeden Fall auch zu Gemüte führen.

    Wertung


    Pro

    • glaubwürdige Charaktere
    • spannender, gefährlicher Schauplatz
    • interessante "Super-Sinne"

    Contra

    • Arias Zuhause bleibt blass

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

    Klicke für mehr zum Thema , ,

    Kategorien: Bücher, Fantasy, Science-Fiction
    von Christina Schmitt 21.Jun.2013 1.745 x gelesen