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    Giants ist das Debütwerk des Kanadiers Sylvain Neuvel und stellt den Auftakt zu einem Zyklus dar, der bislang erst zwei Bücher umfasst. Thematisch geht es um gigantische Roboter, die in mythischer Vorzeit auf die Erde gebracht wurden und nach über 6000 Jahren wieder auftauchen.

    giants_cover

    Giants
    Heyne Verlag
    Umfang: 418 Seiten
    seit 09 /.2016 im Handel

    Gigantische Roboter
    Während der Titel schon auf mehrere dieser Maschinen hindeutet, dreht sich der erste Band ausschließlich um die Entdeckung und Suche von Einzelteilen eines einzigen Roboters, beginnend mit einer Hand in der Größe eines LKWs, sowie letztlich die Inbetriebnahme der mysteriösen Maschine.

    Stilistisch ist das Ganze fast durchgängig in der Form von Dialogprotokollen, aus der Sicht eines mysteriösen namenlosen Projektleiters gehalten. Daneben gibt es dann noch ähnlich gehaltene Tagebucheinträge, Einsatzprotokolle und dergleichen. Auf der Liste der Gesprächspartner steht im wesentlichen ein illustres Team rund um die Wiederherstellung des Roboters. Während zunächst die wissenschaftliche Leiterin Dr. Rose Franklin im Fokus steht, die bereits in ihrer Kindheit Kontakt mit dem ersten Roboterfragment hatte, rutscht im weiterem Verlauf die ehemalige U.S. Army Helikopterpilotin Kara Resnik, mehr oder minder auf den heißen Stuhl. Dazu gesellen sich ein weiterer U.S. Army Kollege, ein Linguist und eine griechische Genetikerin.

    Während die Bergung der auf der ganzen Welt verstreuten und teils tief vergrabenen Einzelteile für einiges an politischem und militärischem Tohuwabohu sorgt, gibt es im Team das eine oder andere Techtelmechtel, Ränkespiele und Intrigen wobei der namenlose Protokollführer durchaus manipulativ eingreift.

    Leider kommt dass alles derart zusammenwürfelt daher, dass außer dem roten Faden des Roboteraufbaus und der Entschlüsselung seiner Funktionsweise, kaum irgendwas Relevanz zu haben scheint. Auch der im Mittelpunkt stehende Roboter oder vielmehr die Roboterdame, bietet außer ein paar Gimmicks, die enthüllt werden, kaum Spannungspotenzial. Dafür passiert dann doch wieder zu wenig Aktion, als dass man sie als echten Protagonisten wahrnehmen würde.

    Fazit

    Giants lässt mich ein wenig hin und her gerissen dastehen. Trotz des gewöhnungsbedürftigen und wenig ausschmückungsfreudigen Protokollstils, lässt sich das Buch durchaus angenehm lesen. Es passiert auch jede Menge, aber irgendwie nichts, das einen so richtig mitreißt. Letztlich verkommt jede Wendung in der Geschichte zum Nebenkriegsschauplatz, da die Einführung und Vorstellung des Roboters einfach zu sehr im Mittelpunkt steht und kaum Platz für echte Überraschungen bietet, zumal die Hintergründe kaum gelüftet werden. Es ist weder echte Mystery-Science-Fiction, noch Politthriller oder Intrigenspiel, sondern von allem etwas in homöopathischen Dosen, ohne den Bogen zu einer gelungen Mischung zu schaffen. Die grundlegende Thematik animiert zwar durchaus dazu weiterzulesen, aber am Ende wird man leider nicht dafür belohnt.

    Wertung


    Pro

    • leicht zu lesen
    • eingängige Charaktere
    • wenig Fachjargon

    Contra

    • fragwürdiger Erzählstil
    • kaum Spannung
    • zielloser Plot

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy, Science-Fiction
    von André Pannenbecker 15.Okt.2016 875 x gelesen