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    Alexey Pehov, einer der erfolgreichsten russischen Fantasy-Autoren, setzt mit Goldenes Feuer seine aktuelle Reihe fort. Nach den beiden empfehlenswerten Vorgängerbänden (siehe Rezension hier und hier) dürfen wir uns das natürlich nicht entgehen lassen.

    Da muss man sich echt warm anziehen
    In Begleitung seiner für die meisten Menschen unsichtbaren Freunde Apostel und Scheuch zieht der Seelenfänger Ludwig van Normayenn wie gehabt durch Dörfer, Städte und unwirtliche Gegenden, um ruhelose dunkle Seelen unschädlich zu machen. Nicht nur die winterliche Witterung macht ihm diesmal das Leben sogar noch schwerer als gewohnt. Die bereits in den vorherigen Bänden begonnenen Handlungsfäden rund um magische Dolche spitzen sich weiter zu und bringen neben Ludwig selbst auch einige seiner Vertrauten in große Gefahr. Die Intrigen reichen anscheinend schon Jahre zurück. Welchen Feinden fiel Ludwigs ehemaliger Kollege Hans zum Opfer und wo steckt die ebenfalls bereits länger vermisste Seelenfängerin Cristina?

    Erneut erzählt Ludwig in den großen Kapiteln wieder von einzelnen Aufträgen und halbwegs in sich abgeschlossenen Abenteuern, aber eben mit einer verbindenden Grundgeschichte, welche alle Episoden durchzieht. Selbst auf den ersten Blick losgelöste Vorkommnisse stehen bei genauerer Betrachtung dann doch im Zusammenhang mit der großen Verschwörung im Hintergrund.
    Die Story ist ziemlich raffiniert aufgebaut und hält einige Wendungen und unliebsame Überraschungen für den Ich-Erzähler und seine Mitstreiter bereit. Sie schickt ihn auf eine wahre Schnitzeljagd durch die verschiedenen Länder und Regionen des stark ans mittelalterliche Europa erinnernden Kontinents.

    goldenesfeuer

    (c) Piper Verlag
    Umfang: 544 Seiten (Klappbroschur)
    seit 03.04.2017 im Handel
    Leseprobe / Bei Amazon bestellen

    Hexen, Hockser und andere Hallodris
    Ein Schwerpunkt sind die actionreichen Auseinandersetzungen mit den magischen Widersachern – Ludwig bekommt es unter anderem mit monströsen Schneemännern, ruhelosen Seelen und überdimensionalen Höllenkreaturen zu tun.
    Einen hohen Stellenwert in der Geschichte nehmen darüber hinaus aber auch die menschlichen (jedoch nicht minder gefährlichen) Gegner ein. In den detailliert ausgestalteten, von Bürgerkriegen, Seuchen und religiösen Meinungsverschiedenheiten gezeichneten Ländern trifft er auf finstere Machenschaften der verschiedenen Fraktionen und ihrer einzelnen Mitglieder. Ludwig kann sich z.B. nicht unbedingt darauf verlassen, dass alle Kämpfer seiner Bruderschaft auch wirklich an einem Strang ziehen. Da können Angehörige vermeintlich verfeindeter Gruppierungen – zumindest vorübergehend – auch mal die besseren Verbündeten sein…

    Der Tonfall der Story ist über weite Strecken relativ düster und teils brutal. Den Leser erwarten etwa hohe Opferzahlen bei Dämonenangriffen oder die unerbittliche Arbeitsweise der Inquisition. Gegen so viele dunkle Stellen kommt selbst der wieder vorhandene Galgenhumor bzw. die in Ludwigs Erzählungen mitschwingende Ironie genau wie die Schilderung von Scheuchs Streichen nicht immer an, so dass eine manchmal schon ein wenig deprimierende Stimmung herrscht. Was der Spannung aber natürlich keinen Abbruch tut.
    Am Ende gibt es übrigens trotz erreichter Zwischenziele noch viel zu erledigen und der Autor bereitet uns auf den Abschlussband der Tetralogie vor, welcher in ein paar Monaten erscheinen soll.

    Fazit

    Die Chroniken der Seelenfänger werden im dritten Band der Reihe gelungen fortgeführt – die Kombination von einzelnen Abenteuern mit einer verbindenden Hintergrundgeschichte kann erneut fesseln und durch den gut durchdachten Aufbau darf sich der Leser zusammen mit Ludwig auf einige spannende Wendungen sowie erst später deutlich werdende Zusammenhänge freuen. Der Ich-Erzähler und seine Sidekicks sammeln weiter Sympathiepunkte und lockern die insgesamt eher düstere Story durch ihre Interaktionen ein wenig auf.

    Wertung


    Pro

    • sympathischer Ich-Erzähler
    • interessante, schräge Begleiter
    • abwechslungsreiche Schauplätze und Abenteuer
    • geschickt miteinander verwobene Ereignisse
    • schöne Atmosphäre mit einer Kombination aus Finsternis und Humor

    Contra

    • teils etwas zu deprimierend
    • zwischendurch kleine Hänger durch zu ausführliche Schilderungen von z.B. Kriegsszenarien
     

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy
    von Christina Schmitt 29.Mai.2017 718 x gelesen