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    Akram El-Bahay kennt man durch seine preisgekrönte Flammenwüste-Trilogie (Rezension des Auftakt-Bandes hier). Nun liegt das erste Kinderbuch und Hardcover des Autors vor. Was verbirgt sich hinter dem sehr ansprechend gestalteten Einband?

    Gestohlene Träume
    Während der Urlaube bei ihrer Oma hat die 13jährige Henriette schon zahlreiche schöne Stunden im benachbarten Buchladen der beiden älteren Herren Anobium und Punktatum verbracht. Aber der plötzliche Tod eines der beiden Buchhändler wirft einen Schatten auf den aktuellen Besuch. Und es kommt noch schlimmer: Eines Morgens erwacht das Mädchen, ohne sich an den Traum der vergangenen Nacht erinnern zu können. Was für die meisten Menschen kein Grund zur Beunruhigung und völlig normal wäre, macht Henriette große Sorgen – denn üblicherweise erlebt die Protagonistin ihre Träume ganz bewusst und vergisst weder die Orte noch die vorkommenden Figuren ihrer nächtlichen Reisen. Wie sich herausstellt, treibt dort ein Traumdieb sein Unwesen. Neben verschiedenen Fantasiegestalten hat Henriette zum Glück einen unerwarteten Verbündeten: Zwillingsbruder Nick, der eigentlich weder mit Büchern noch mit Träumen sonderlich viel anfangen kann.

    (c) Ueberreuter Verlag
    Umfang: 400 Seiten (Hardcover)
    seit 17.02.2017 im Handel
    Leseprobe / Bei Amazon bestellen

    Gewitzte Geschwister und komische Kreaturen
    Der Autor nutzt in diesem Buch zwar kein 1001-Nacht-Szenario wie in den bisherigen Romanen, aber etwas Wüstenflair durch diverse Nebencharaktere und deren Umgebung darf auch diesmal nicht fehlen. Auch sonst erwarten uns fantasievolle Regionen wie „Traumkabinette“ und gruselige Wälder, die von ganz besonderen Gestalten bevölkert werden. Wo sonst trifft man schon einen Ritter, der ein Pony auf dem Buckel herumschleppt?
    Das alles wird hier in einen angenehmen Schreibstil verpackt, der die fremden Orte genauso wie die eher alltäglichen Ereignisse lebendig werden lässt und trotz der gewählten Erzählweise in der dritten Person auch das Innenleben der Hauptfiguren deutlich macht.

    Märchenhafte Atmosphäre, seltsame Vorkommnisse und teils skurrile Figuren – durch diese Elemente und vielleicht auch ein auftauchendes Buch fühlte ich mich an klassische Hits wie Die unendliche Geschichte erinnert. Möglicherweise ist Henriettes Nachname „Ende“ ja kein Zufall…

    Hinsichtlich der Identität des Traumdiebs und auch bezogen auf ein paar andere Story-Wendungen kann bei „geübten“ Lesern schon recht schnell der ein oder andere Verdacht aufkommen, der sich dann auch erhärtet, die genaueren Hintergründe halten dann aber nicht nur für die junge Zielgruppe noch einige Überraschungen bereit. Lediglich die Zahl der besuchten Schauplätze hätte meiner Meinung nach ruhig noch etwas größer sein dürfen, um das schöne Traum-Szenario voll auszunutzen.

    Die Geschichte liefert neben interessanten Ideen zur Entstehung von Träumen unter anderem auch Einblicke in das Leben der sympathischen Protagonisten, beschäftigt sich z.B. damit, dass Geschwister manchmal vielleicht nerven, man sich aber auf sie verlassen kann, wenn es wirklich darauf ankommt.

    Im Buch steckt ein komplettes, abgeschlossenes Abenteuer, auch wenn Henriettes Fähigkeiten theoretisch Stoff für weitere Einsätze der liebenswerten Hauptdarstellerin liefern könnten und am Ende außerdem noch eine kleine Komplikation angedeutet wird.

    Fazit

    Auch das erste Kinderbuch von Akram El-Bahay überzeugt durch seine märchenhafte Atmosphäre und einen angenehmen, flüssigen und bildhaften Schreibstil, der die fremdartigen Traumwelten und ihre teils skurrilen Bewohner lebendig werden lässt. Ein paar Entwicklungen der Geschichte sind mit entsprechender Fantasy-Erfahrung ansatzweise vorhersehbar, das Abenteuer bietet aber trotzdem noch viele Wendungen und Überraschungen.

    Wertung


    Pro

    • schöne, märchenhafte Atmosphäre
    • interessantes Thema
    • fantasievoll erschaffene Orte und Gestalten
    • sympathische Charaktere
    • angenehmer Schreibstil
    • sehr hübsches Cover

    Contra

    • manches ist für erfahrene Leser ein wenig vorhersehbar
    • es könnte noch etwas mehr Schauplätze geben

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy
    von Christina Schmitt 18.Feb.2017 916 x gelesen