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    Mit „Königsjäger“ (Original: Half the World) entführt uns Joe Abercrombie nach nur wenigen Monaten zum zweiten Mal an die „Bruchsee“, jene an ein mittelalterliches Skandinavien erinnernde Fantasy-Welt aus „Königsschwur“. Kann er diesmal an seine große Klingen-Trilogie anknüpfen?

    koenigsjaeger

    (c) Heyne Verlag
    Umfang: 480 Seiten
    seit 10.08.2015 im Handel
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    Zum Tode verurteilt
    In Gettland rufen die Leute nach Krieg, obwohl der Hochkönig jegliche Scharmützel unter den kleinen Reichen verboten hat. Das Mädchen Dorn will sich unbedingt einen Platz in der Männerdomäne der Krieger erkämpfen. Als ihr Lehrer das mit unfairen Mitteln unterbinden will, kommt es zu einem tragischen Unfall, der Dorn ein Todesurteil beschert.
    Doch Vater Yarvi, der Gelehrte des gettländischen Königs, erkennt das Potential des Mädchens und rekrutiert sie für eine Mission, mit der er Gettland vom Joch des Hochkönigs befreien will. Unterwegs trifft Dorn auf Brand, der einst mit ihr um einen Platz unter den Krieger kämpfte und der genauso wie Dorn darum betrogen wurde.

    Yarvi, Hauptperson des ersten Teils, spielt auch in diesem eine wichtige Rolle. Aber diesmal sind die Jugendlichen Dorn und Brand die Perspektivträger, die nur in seine Ränkeschmiede verwickelt werden, die sie auf der Suche nach Verbündeten um die halbe Welt führen. Eine kurze Zusammenfassung des ersten Teils wäre zwar ganz nett gewesen, vor allem um die wieder auftauchenden Personen schneller zuordnen zu können, doch man kann diesen Roman auch ganz ohne Kenntnis des ersten lesen.

    Abercrombie zeigt mit diesem Roman einmal mehr, dass er in Sachen Charakterentwicklung ein Großmeister ist. Obwohl er nur wenige Figuren beschreibt, gelingt es ihm, dem Leser die Gemeinschaft an Bord von Yarvis Schiff ans Herz wachsen zu lassen, sodass man ihre Abenteuer gebannt mitverfolgt. Besonders gelungen sind die beiden Hauptfiguren und ihre Konstellation zueinander, obwohl man sagen muss, dass der Autor hier und da in Klischees verfällt.

    Wenngleich der Roman wohl als „Jugendbuch“ konzipiert ist, würde ich es mindestens „ab 14“ freigeben, denn die Schilderungen von Kämpfen und Schlachten sind schon sehr detailliert und die Gewalt wird nicht beschönigt. Auch die Ränke, die Yarvi schmiedet, passen eher in einen Erwachsenenroman. Zu einem Jugendbuch passt hingegen der allzu vorhersehbare Verlauf des letzten Drittels, der für erfahrene Fantasy-Leser leider kaum Überraschungen zu bieten hat. Das ist dann aber auch der einzige Schwachpunkt in diesem ansonsten rasant und in der von Abercrombie gewohnten rauen Art geschriebenen Fantasie-Romans.

    Fazit

    Auch wenn die Figuren nicht ganz an die Ikone Glokta aus Abercrombies Klingen-Trilogie heranreichen, sind sie bestechend ausgearbeitet und ihre Abenteuer packend. Leider ist das letzte Drittel zu vorhersehbar, das kostet den fünften Stern.

    Wertung


    Pro

    • hervorragend gestaltete Charaktere
    • spannende Abenteuer
    • fiese Ränkeschmiede
    • raue, authentische Sprache

    Contra

    • zum Ende hin leider recht vorhersehbar

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy
    von Jörg Benne 2.Sep.2015 1.647 x gelesen