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    Mit Königskrone (im Original: Half A War) bringt Joe Abercrombie seine Bruchsee-Trilogie zum Abschluss. Bekommt Vater Yarvi seine Rache? Können Gettland und Vansterland dem Hochkönig und Großmutter Wexen und ihrer neuen Religion Einhalt gebieten?

    koenigskrone

    (c) Heyne Verlag
    Umfang: 480 Seiten
    seit 11.04.2016 im Handel
    Leseprobe / Bei Amazon bestellen

    Eine Königin ohne Königreich
    Prinzessin Skara von Throvenland ist eigentlich zu jung für den Thron, aber als ihr herrschender Großvater von Hell Yilling, einem Schergen des Hochkönigs, ermordet wird und ihr selbst nur mit knapper Not die Flucht gelingt, sieht sie sich plötzlich in der Verantwortung – allerdings lebt sie im Exil in Gettland, denn Throvenland wurde gebrandschatzt und besetzt.
    Zunächst ist sie am Boden zerstört, doch dann sinnt sie auf Rache – und unter Vater Yarvis Anleitung findet sie ihre Rolle im bevorstehenden Krieg gegen den Hochkönig, der seine Religion des einen Gottes auch in den Nordlanden verbreiten will.

    Abercrombie bleibt sich treu und führt auch im dritten Band wieder neue Perspektivträger ein. Zwar tauchen Yarvi (Hauptperson aus Teil 1), Dorn und Brand (Hauptpersonen aus Teil 2) wieder auf, wir erleben das Geschehen aber nicht aus ihrer Sicht. Diesmal gibt es sogar gleich drei Perspektivträger, neben Skara sind das der Vansterländer Raith und Koll, den wir aus den vorherigen Büchern als Schiffsjungen kennen und der nun als angehender Gelehrter von Yarvi ausgebildet wird. Allen drei Figuren ist (wie auch in den Vorgängerbänden) gemein, dass ihr Schicksal eine unerwartete Wendung nimmt, die sie vor eine große Herausforderung stellt. Die großartig herausgearbeiteten Charaktere und die im Tonfall zwar rauen, inhaltlich aber geschliffenen Dialoge sind dann auch die großen Pluspunkte des Romans.

    In Sachen Handlung wandelt Königskrone allerdings auf anderen Wegen als die beiden vorangegangenen Bände. Diesmal steht keine abenteuerliche Reise im Vordergrund, stattdessen geht es um eine Belagerung und um Ränkespiele der Mächtigen, die die Macht erlangen bzw. behalten wollen. Natürlich gibt es auch wieder Actionszenen und Kampfbeschreibungen, auf denen liegt diesmal aber nicht der Fokus. Stattdessen lesen wir auch viel über die Gedanken der Mächtigen und ihr Ringen miteinander bei Verhandlungen.

    Das liest sich, nicht zuletzt wegen des stetigen Wechsels zwischen der Perspektiven, sehr flüssig, allerdings muss man (wie schon bei Band 2) betonen, dass wir hier einen charakterzentrieren Roman vor uns haben. Der Plot ist zwar auch wohldurchdacht, hat aber kaum eine Wendung und nur im Detail Überraschungen zu bieten, sodass man die meisten Entwicklungen kommen sieht. So mochte die ganz große Spannung bei mir nicht aufkommen. Bedauert habe ich auch, dass Dorn Bathu (im Gegensatz zu Yarvi) hier nur eine Nebenrolle zugedacht ist. Nachdem sie in Teil 2 so großartig eingeführt und entwickelt wurde, hätte ich gern mehr von ihr gelesen.

    Trotz dieser Kritik ist Königskronr ein gelungener Abschluss der Trilogie, der übrigens durchaus Anknüpfungspunkte für weitere Romane lässt. An Teil 2 reicht er in seiner Intensität nicht ganz heran, aber das Spiel um die Macht und deren korrumpierende Kraft werden hier sehr glaubwürdig aufgezeigt.

    Fazit

    Auch in Teil 3 fährt Joe Abercrombie wieder neue, starke und glaubwürdige Charaktere auf, die er großartig entwickelt. Spannende Actionszenen und geschliffene Dialoge sorgen für gute Unterhaltung, dem Plot mangelt es allerdings an Wendungen, so verläuft die Geschichte etwas zu vorhersehbar.

    Wertung


    Pro

    • glaubwürdige Charaktere
    • geschliffene Dialoge
    • authentische Welt

    Contra

    • Plot verläuft ohne große Wendungen
    • Spannungspotential daher nicht voll ausgeschöpft

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy
    von Jörg Benne 28.Apr.2016 1.337 x gelesen