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Joe Abercrombie hat sich mit seiner Klingen-Trilogie sofort eine große Fangemeinde erschrieben. Vor allem die ikonische Figur des verkrüppelten Inquisitors Glokta hatte es mit seinem bisschen Zynismus vielen Lesern angetan. Im Auftakt zu seiner neuen Trilogie geht es auch um einen verkrüppelten Mann. Kann Prinz Yarvi an Glokta heranreichen?

koenigsschwur

(c) Heyne Verlag
Umfang: 365 Seiten
seit 12.01.2015 im Handel
Leseprobe / Bestellen bei Amazon

Der lange Weg zur Rache
Eigentlich soll Prinz Yarvi ein Gelehrter werden, weil er mit seiner verkrüppelten Hand nicht zum Kämpfer und schon gar nicht zum König taugt. Doch als sein Vater und sein Bruder ermordet werden, ist es plötzlich doch an ihm, den Thron zu besteigen und den Rachefeldzug gegen die Mörder anzuführen. Als Yarvi erkennt, dass diese nicht aus dem Nachbarreich, sondern aus den eigenen Reihen stammen, ist es bereits zu spät.

Abercrombie beschäftigt sich einmal mehr mit dem Thema Rache, diesmal aus Sicht eines eigentlich sympathischen „guten“ jungen Mannes, den die Umstände zu schwierigen Entscheidungen zwingen. Angesiedelt ist die Geschichte in einer Welt, die an Skandinavien zur Wikingerzeit erinnert. Abgesehen von rätselhaften Ruinen eines vergangenen Volkes und sprechenden Tauben hat die Welt dann auch nichts fantastisches an sich und fällt sehr Mittelalter-nah aus.

Auf seinen Streifzügen findet Yarvi einige Begleiter, erzählt wird die Geschichte aber allein aus seiner Sicht. Zwar hat sich der Autor interessante Charaktere einfallen lassen, mangels Innensicht bleiben diese aber vergleichsweise blass, die Entwicklung der Hauptfigur und die Ränke, in denen sie sich verstrickt, stehen klar im Vordergrund. Das Ergebnis liest sich gewohnt flüssig, Klingen-Fans werden allerdings den bissigen Humor der alten Trilogie vermissen. Immerhin hat Abercrombie noch ein paar Überraschungen in petto, um den ansonsten recht straff erzählten Plot aufzupeppen.

Wer angesichts des bereits für August angekündigten zweiten Teils fürchtet, dass die Geschichte mit einem Cliffhanger endet, braucht sich keine Sorgen zu machen. Der Autor führt alles zu einem runden Ende, dass zwar Anknüpfungspunkte bietet, aber im wesentlichen alle Fragen beantwortet.

Kritisieren muss man aber den Preis: 15 Euro für 365 Seiten sind trotz Klappbroschur und Karte ein stolzer Betrag, wenn man bedenkt, dass Heyne den dreimal so dicken roten Krieger für nur zwei Euro mehr anbietet.

Fazit

Abercrombie spinnt auch hier ein lesenswertes Garn, allerdings weniger zynisch und bissig als noch bei den Klingen. Außerdem fehlt es den Nebenfiguren an Tiefe, die Ränkespiele um die Macht spielen die größere Rolle. Insgesamt ein gelungener, aber für den Preis recht knapp und geradlinig ausgefallener Auftakt, da ist für Teil 2 noch Luft nach oben.

Wertung


Pro

  • glaubwürdige Hauptfigur
  • durchdachtes Intrigenspiel
  • interessante Welt

Contra

  • sehr straff erzählt
  • Nebenfiguren fehlt es an Tiefe
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Kategorien: Fantasy, Filme
von Jörg Benne 25.Jan.2015 82 x gelesen

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