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    Als Auftakt einer fünfteiligen Endzeit-Thrillerreihe ist im Jahr 2013 bereits das erste Buch mit dem Untertitel „Der Keller“ erschienen. Schafft der Titel es, dieses Setting spannend zu transportieren und eine Grundlage für die nachfolgenden vier Bücher zu schaffen?

    (c) Lucid Dreams

    (c) Lucid Dreams
    Umfang: 240 Seiten
    seit 16.12.2013 im Handel
    Leseprobe / Bei Amazon bestellen

    Der größte Feind des Menschen ist der Mensch
    Aufgrund von starker Ressourcenknappheit ging die Welt wie wir sie kannten vor 40 Jahren unter. Durch den Mangel entstanden Verteilungskämpfe unter den Menschen, es kam zu großflächigen Plünderungsaktionen und vom Land und den Städten blieben nur noch Trümmer und Ruinen übrig, zusammengefasst: Das Ödland. Die Menschen, die dieses Schicksal überlebt haben, fanden sich in Enklaven zusammen und versuchten mit eigenen Regeln und Sicherheitssystemen zu überleben und die noch vorhandenen Ressourcen und Mittel nach bestem Gewissen aufzuteilen. Andere hingegen rotteten sich zusammen, um alles zu plündern was sie finden konnten und ihren ganz persönlichen, niederen Motiven nachzukommen.
    In welchem Land die Geschichte genau spielt, bleibt unerwähnt, durch die allgemeine Erzählart und die Namen einzelner Charaktere könnte man aber durchaus auf Deutschland kommen.

    Die Protagonistin Mega, ein 19-jähriges Mädchen, wächst in einer der Enklaven auf. Diese befindet sich im Heizungskeller einer längst verlassenen Universität und wird gemeinsam von Professoren, Angestellten und Überlebenden verwaltet. Die Erwachsenen sind jedoch überwiegend schon im fortgeschrittenen Alter und körperlich anstrengende Arbeiten und Erkundungen gehen dadurch nur langsam bis gar nicht voran.
    Mega erlebt immer wieder Flashbacks, die ihr ins Gedächtnis rufen, dass sie nicht im Keller, sondern an der Oberfläche geboren wurde. Sie will auch nicht ewig in diesem Keller leben und eines Tages muss sie sich entscheiden, eine Mission von großer Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen oder dem letzten Rest Menschlichkeit beim Sterben zuzusehen.
    Parallel zu Megas Geschichte erfahren wir etwas über Hagen, einen Anführer eines Plünderertrupps, der hinter dem Rücken seiner Leute seinen ganz persönlichen Feldzug draußen im Ödland plant. Durch eine Begegnung und ihre Vergangenheit sind die Schicksale von Mega und Hagen miteinander verbunden.

    Der Autor schafft es durch logische Handlungsschritte und Denkweisen sowie emotional nachvollziehbare Überlegungen der Charaktere innerhalb kurzer Zeit eine Bindung herzustellen. Bereits nach einigen Entscheidungen fing mein Kopf an zu rattern, wie ich mich wohl in einer ähnlichen Situation verhalten hätte, oder ob diese Problematik nicht zu einer weiteren führen könnte (dies wurde meistens bestätigt). Das Setting und die aufgeführten Rahmenbedingungen sind in sich schlüssig (Stromversorgung, Nahrung, medizinische Versorgung usw.) und werden vom Autor in angemessener Ausführlichkeit aufgegriffen, sodass nahezu alle Fragen zum Leben innerhalb und außerhalb des Kellers beantwortet werden.

    Obwohl die Geschichte durchaus auf einige bekannte Klischees zurückgreift (Einzelperson für das Schicksal aller verantwortlich, Liebesstory), schafft der Autor es durch seine Erzählweise und extreme Darstellungen von Gewalt und Verzweiflung sowie den genannten emotionalen Momenten Abwechslung und Spannung hereinzubringen. Durch den Perspektivenwechsel zwischen den Kapiteln fand ich es aber teilweise etwas schwer den einzelnen Geschichten der Charaktere zu folgen, da diese im ersten Band noch nicht wirklich schlüssig verbunden sind.

    Fazit

    Als Auftakt der Reihe ist der gut 250 Seiten lange Band eine gelungene Einleitung, die zwar durch einige bekannte Klischees zu Beginn altbekannt wirkt, durch menschlich nachvollziehbare Handlungen und Abgründe es dann aber doch schaffte, mich an meinen eBook Reader zu fesseln. Fans von Spielen wie Fallout oder allgemeinen Endzeitsettings, die bereit sind, mitzudenken und sich auf eine recht ungewisse Reise einzulassen, werden mit „Der Keller“ in eine unterhaltsame und spannende Geschichte einsteigen können. Für den schmalen Preis von knapp 3 € für das eBook macht man nicht viel falsch, einen Blick in die Leseprobe sollte man auf jeden Fall wagen.

    Wertung


    Pro

    • bekanntes Setting durch interessante Überlegungen erweitert
    • menschlich nachvollziehbare Entscheidungen
    • authentische Emotionen der Charaktere
    • plausibles Endzeitsetting mit passenden Rahmenbedingungen

    Contra

    • verzichtet nicht auf bekannte Klischees
    • Handlung bleibt noch sehr offen

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Science-Fiction
    von Pascal Requardt 19.Okt.2017 1.250 x gelesen