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    Wer hätte gedacht, dass die Leute in 30 Jahren nächtelang alte Kamellen wie Joust oder Zaxxon spielen. Doch in der Zukunftsvision von Drehbuchautor Ernest Cline, seinem Debütroman Ready Player One, ist genau das der Fall. Wie es dazu kommt, erfahrt ihr gleich.

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    Penhaligon Verlag 2013
    512 Seiten
    Leseprobe/Kaufen bei Amazon

    Inhalt:
    Energiekrisen, Umweltkatastrophen und militärische Konflikte haben unsere Erde im Buch zu einem Ort gemacht, an dem es sich selbst für die meisten Bewohner ehemals reicher Länder nicht mehr angenehm leben lässt. In den Randbezirken der Großstädte türmen sich die Wohnmobile von Flüchtlingen und anderen Gestrandeten zu waghalsigen vertikalen Konstruktionen, zwischen denen das Recht des Stärkeren herrscht. Kein Wunder, dass sich die Menschen lieber in virtuellen Realitäten herumtreiben.
    2039 verstirbt James Halliday, ein menschenscheuer Ausnahme-Entwickler ohne Erben, der sein Milliarden-Vermögen auf unkonventionelle, aber zu seiner Persönlichkeit passende, Weise vergeben will. Nämlich an den Finder eines „Easter Eggs“, das er irgendwo in den Weiten seiner wichtigsten Schöpfung versteckt hat: Der OASIS, einem ganzen Online-Simulations-Universum, in welchem man mit Avataren neben Geschäften, Bildungseinrichtungen oder eigenen Abenteuerwelten auch alle erdenklichen lizenzierten Schauplätze wie Mittelerde, StarWars-Szenarien oder Azaroth bereisen kann.
    Nach Hallidays Tod wird automatisch ein geheimnisvolles Video mit schriftlichem Zusatzmaterial veröffentlicht, um die ersten kryptischen Hinweise zum Schatz zu liefern. Eine weltweite Suche beginnt, aus der viele Teilnehmer aber nach ein paar Jahren bereits längst wieder desillusioniert ausgestiegen sind.
    Nicht so der Held des Buchs, der 18jährige Amerikaner Wade, für den der Gewinn die einzige wirkliche Chance darstellen könnte, seinem Leben in ärmlichen Verhältnissen zu entkommen. Ganz abgesehen davon, dass schon die Suche an sich für ihn die perfekte Flucht aus der trostlosen Realität darstellt.

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    So wie auf dem Cover der Original-Ausgabe muss man sich die „Stapel“ vorstellen, in denen auch Wade haust

    Es handelt sich um eine extrem knifflige Schnitzeljagd, basierend auf der Popkultur der 80er – des Jahrzehnts, in dem das Computergenie ein Teenager war. Eine besondere Rolle spielen dabei immer wieder berühmte Spielautomaten oder Fernsehserien, aber auch jede Menge kuriose Fakten und Nischenprodukte wie japanische Superhelden, die nur den eifrigsten (sagen wir lieber komplett besessenen) Jägern ein Begriff sind. Ausgerechnet das Nerd-Mädchen seiner Träume wird bald zu Wades erbitterter Konkurrentin und dann gerät er auch noch ins Visier eines skrupellosen Unternehmens, das mit unfairen Mitteln den Wettbewerb zu dominieren droht.
    Auf unterhaltsame wie auch spannende Weise kombiniert die Geschichte nahe Zukunft und nahe Vergangenheit, fotorealistische Simulation und vorsintflutliche Pixelgrafik. Der Schreibstil ist locker und teils mit einem Hauch von Humor ausgestattet, so dass die über 500 Seiten wie im Flug vergehen. Gleichzeitig darf man sich aber auch über viel Liebe zum Detail in den Beschreibungen freuen.
    Wade als Hauptdarsteller ist eine sympathische, gewitzte Figur zum Mitfiebern, auch wenn er mit all den auswendig gelernten Monthy-Python-Dialogen oder endlosen Spielesitzungen schon ein wenig verrückt wirkt. Aber nur ein echter Obernerd kann nun mal dem hart umkämpften Ei auf die Spur kommen…

    Fazit

    Am unterhaltsamsten ist Ready Player One sicherlich für jene Leser, die all die Arcadegames und sonstigen Themen wirklich aus erster Hand erlebt haben, als diese der neuste Schrei der Technik waren. Doch auch später geborene Nerds können das Buch mit viel Spaß lesen, nicht zuletzt kennt man etwa die Spieleklassiker ja aus allerlei Retro-Collections und die wichtigsten Filme aus zahllosen Wiederholungen. Der Roman macht richtig Lust auf eine Runde Pac-Man. Der fantasievollen Geschichte merkt man an, dass sich ihr Autor tatsächlich sehr für die Inhalte begeistern kann, noch dazu ist die Jagd nach dem wertvollsten Easter Egg aller Zeiten, spätestens durch die fiesen Methoden des gegnerischen Unternehmens, auch echt spannend geworden.

    Wertung


    Pro

    • Must Have für Retro-Fans
    • fantasievolle, detailreiche Hommage an die 80er

    • faszinierendes Online-Universum
    • spannende Story

    • sympathische Charaktere

    Contra

    • Manche Details sind schon arg speziell

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Science-Fiction
    von Christina Schmitt 14.Jul.2013 1.596 x gelesen