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    Das Ende einer weiteren großen Trilogie der letzten Jahre ist da. Nach einer Enttäuschung in der nahen Vergangenheit (mehr dazu weiter unten), bin ich in meinen Erwartungen etwas vorsichtiger geworden. War diese Skepsis berechtigt?

    !Achtung, Spoiler – weiterlesen auf eigene Gefahr und nicht vor Lektüre von Buch 2!
    Nach dem fiesen Cliffhanger am Ende von Band 2 (Rezension hier) geht es nun endlich weiter – und wie! Darrows Situation scheint völlig verfahren. Als Roter entlarvt, eingepfercht in einem winzigen Verlies, gefoltert und völlig heruntergekommen, abgeschnitten von der Außenwelt und in quälender Ungewissheit über den Verbleib seiner Freunde, vegetiert der einst gefeierte Kämpfer in den Fängen des psychopathischen „Schakals“ vor sich hin. Doch auch wenn es kaum noch Hoffnung zu geben scheint, ist der Ich-Erzähler nicht vollends gebrochen. Und natürlich ist Darrow wirklich noch längst nicht erledigt. Wäre sonst ja eine ganz schön kurze Geschichte gewesen…

    Wie der Autor aber die Flucht arrangiert, ist durchaus raffiniert und bleibt erfreulicherweise nicht die einzige interessante Wendung dieses Buchs. Der Leser darf sich wieder auf allerlei Überraschungen gefasst machen, positive wie negative. Und auch in Sachen Schauplätze wird durch diverse unwirtliche Himmelskörper, das Innere von Raumschiffen oder luxuriöse Behausungen der Reichen viel Abwechslung geboten. So abgedroschen es auch klingen mag: Hier kommt wirklich nie Langeweile auf.
    Darrow muss nun akzeptieren, dass seine Freunde ihn zwar verwundbar machen, gleichzeitig aber seine größte Stärke im Kampf gegen die gegnerische Übermacht darstellen. Nur wenn es dem Helden gelingt, die völlig unterschiedlichen, teils verfeindeten Teile seiner Rebellen-Armee zu vereinen, wird er eine kleine Chance haben.

    (c) Heyne Verlag
    Umfang: 656 Seiten
    seit 12.09.2016 im Handel
    Leseprobe / Bei Amazon bestellen

    Eine ganz besondere Truppe
    Obwohl Pierce Brown die Story weiterhin aus Darrows Sicht erzählt, werden die Parts seiner engsten Verbündeten im dritten Band spürbar ausgebaut. Eine erfreuliche Entwicklung, denn der Held versammelt eine illustre Crew um sich, die man nicht so schnell vergisst. All die Sätze von filmreifer Intensität und Wucht, etwa im Vorfeld Weltall-umspannender Schlachten und spektakulär choreografierter Gefechte, könnten manchmal schon fast etwas zu viel Pathos bedeuten, doch spätestens der nächste respektlose Spruch von Kumpel Sevro bringt wieder eine höchst menschliche Komponente ins Spiel.
    Mit Sevro, seinen Heulern, dem riesenhaften Obsidianen Ragnar und diversen anderen Nebencharakteren hat der Autor eine sehr sympathische Truppe erschaffen, um deren Wohlergehen man als Leser ernsthaft besorgt ist.

    Die Trilogien Rabenschatten und Red Rising haben abseits ihres kämpferischen Grundtons und der Tatsache, dass mich ihre jeweils ersten beiden Bände begeistert haben, eigentlich wenig gemeinsam. Trotzdem möchte ich jetzt kurz die beiden Abschlussbücher vergleichen – denn während dem Fantasy-Epos am Ende merklich die Puste ausging und ich vor kurzem (wie viele andere Leser auch) ziemlich enttäuscht zurückblieb (siehe Rezension hier), gelingt der Science-Fiction-Rebellion das Kunststück, ihre erzählerische Klasse bis zu den letzten Seiten zu halten und eine rundum würdige Auflösung abzuliefern. So lob ich mir das.

    Noch ein zusätzlicher kleiner Pluspunkt am Rande: Mit ihrem Preis von je €12,99 sind die Red Rising-Bände gemessen an der Tatsache, dass es sich um recht stabile große Wälzer mit Klappen handelt, ziemlich günstig. Für vergleichbare Bücher und sogar auch viele einfacher „verpackte“ Fantasy- und Science-Fiction-Konkurrenten werden ein paar Euro mehr fällig.

    Fazit

    Tag der Entscheidung ist der sehr gelungene Abschluss einer hochklassigen Trilogie. Bei all der filmreifen Weltraum-Action, den spektakulären Kämpfen und den zahlreichen Wendungen kommen hier auch die Charaktere nicht zu kurz. Eine bis zum geschickt eingefädelten Ende fesselnde Geschichte, die ich jedem Fan spannender Zukunftsszenarien wärmstens empfehlen kann.

    Wertung


    Pro

    • wendungsreiche Story mit sehr gelungenem Abschluss
    • sympathische, komplexe Charaktere
    • abwechslungsreiche Schauplätze
    • gute Mischung aus Action und ruhigeren Passagen
    • prima Schreibstil

    Contra

    • nix

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Science-Fiction
    von Christina Schmitt 1.Okt.2016 686 x gelesen