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    Mit seiner Klingen-Trilogie erklomm Joe Abercrombie 2007 aus dem Stand den Fantasy-Olymp und gilt seither als Spezialist für Grim&Gritty-Fantasy. Mit seiner Kurzgeschichten-Sammlung „Schattenklingen“ (Original: Sharp Ends) führt er uns nun zurück in diese Welt und es gibt ein Wiedersehen mit Glokta, West, Logen und anderen Figuren aus der Trilogie und den Folgeromanen – aber auch neue Geschichten und Figuren.

    schattenklingen_cover

    (c) Heyne Verlag
    Umfang: 420 Seiten
    seit 09.01.2017 im Handel
    Leseprobe / Bei Amazon bestellen

    Von Diebinnen, Drecksäcken, Kriegen und Kopfgeldjägern
    Auf 420 Seiten bietet die Anthologie insgesamt 13 Geschichten, die kürzeste hat 16 Seiten, die längste knapp über 50. Besonderheit: Fünf Geschichten drehen sich um die Diebin Schev, die wir über viele Jahre auf ihren Abenteuern begleiten.

    Zum Auftakt gibt es gleich ein Wiedersehen mit der wohl einprägsamtsen Figur, die Abercrombie je erdacht hat: Glokta, dem zynischen, verkrüppelte Inquisitor aus der Klingen-Saga. Ich muss sagen, auf dieses Wiedersehen habe ich mich am meisten gefreut, allerdings fiel es nicht so aus, wie von mir erhofft. Denn in „Ein bewundernswerter Drecksack“ lernen wir Glokta noch als hochmütigen Offizier und Fechteister kennen, der er war, bevor er in Kriegsgefangenschaft geriet.

    Gleichsam als Rahmen bildet die Geschichte um Logen Neunfinger, eine andere Hauptfigur aus der Trilogie, den Abschluss. Sie liefert einen interessanen Blick von außen auf den gefürchteten Nordmann, denn „Erschuf ein Ungeheuer“ wird aus Sicht des Häuptlings Bethod erzählt und auch diese spielt vor den Ereignissen der Trilogie.

    Dazwischen gibt es Wiedersehen mit weiteren Figuren wie z.B. Bremer und Gorst. Der Krieg in den Nordlanden bildet oft den Rahmen und Abercrombie zeichnet in seiner typischen Art ein genauso finsteres wie zynisches Bild des Krieges und der daran Beteiligten. Es wird viel geflucht, gekämpft und gelitten, aber eben auch gewitzelt, wer Abercrombies Schreibstil mag, kommt auch hier wieder voll auf seine Kosten.

    Persönlich haben mir die Geschichten um Schev und ihre Freundin Javre am besten gefallen. Die sarkastische Diebin und die hochmütige, nahezu unbesiegbare Kriegerin, bei der ich Brienne aus Game of Thrones vor Augen hatte, sind ein tolles Paar, das nicht nur unterhaltsame Abenteuer erlebt, sondern sich dabei auch noch köstliche Wortgefechte liefert, die dem Leser desöfteren ein Grinsen auf’s Gesicht zaubert. Höhepunkt war für mich „Zwei sind einer zuviel“.

    Nicht alle Geschichten haben dieses Niveau, aber sie alle haben den typischen Abercrombie-Flair, den seine Fans so lieben. Darüber hinaus bietet die Anthologie auch einen guten Einstieg für Erst-Abercrombie-Leser – nicht umsonst hat der Verlag eine Leseprobe von „Kriegsklingen“ ans Ende des Buches gesetzt.

    Fazit

    Abercrombie-Fans kommen bei dieser Anthologie auf ihre Kosten. Altbekannte und neue Charaktere treten in blutrünstigen aber auch zynischen Geschichten in der dreckigen, von Grautönen beherrschten Welt des Autors auf. Auch für Neueinsteiger ein guter Einstieg in die Klingen-Welt.

    Wertung


    Pro

    • dreckige, glaubwürdige Welt
    • altbekannte, liebgewonnene Charaktere
    • gute Mischung aus Kriegsbrutalität und Zynismus

    Contra

    • einige Geschichten fallen etwas ab

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Fantasy
    von Jörg Benne 4.Feb.2017 686 x gelesen