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    Silo, Piper  2013, 544 Seiten

    Silo, Piper
    2013, 544 Seiten

    Nicht nur bei Fernsehserien oder im Spielebereich sind häppchenweise erzählte Geschichten angesagt: Silo erschien zuerst als eBook in fünf Episoden wachsenden Umfangs – die letzte, in der sich die Ereignisse geradezu überschlagen, ist z.B. mehr als viermal so lang wie die kostenlose erste. Jetzt kann man alternativ auch alle Teile gesammelt und als „echtes“ Buch käuflich erwerben.

    Inhalt: 144 Stockwerke. Eine vertikale Stadt unter der Erde, seit Jahrhunderten bewohnt. Mit einer einzigen Treppe als Lebensader und Verbindung der Etagen. Umgeben von tödlichen Giften in der Luft, die ein Betreten der Außenwelt unmöglich machen – das ist das „Silo“.
    Wer hat es gebaut, und zu welchem Zweck? Was liegt hinter den Hügeln, die durch Kameras an der Oberfläche zu sehen sind? Wodurch kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Aufständen? Was hat die IT-Abteilung zu verbergen? Fragen über Fragen. Sie zu stellen kann tödlich sein…

    Erzählt wird das Ganze aus der Sicht mehrerer Hauptfiguren, die sich durch komplexe Persönlichkeiten mit menschlichen Schwächen und authentischem Gefühlsleben auszeichnen. Allen voran die Mechanikerin Juliette, genannt Jules, eine wahre Meisterin des Schraubenschlüssels mit unbändigem Überlebenswillen und der wertvollen Fähigkeit, nicht nur bei Maschinen schnell zu erkennen, wo es klemmt. Durch die realistische Schilderungen der Charaktere und ihrer Umgebung kann man sich sehr gut in die Handelnden hineinversetzen und die beengte, beklemmende Atmosphäre gebannt miterleben. Gelegentlich, vor allem in Episode 2, gibt es meiner Meinung nach kleine Durchhänger bei der Spannung. Einige fiese Cliffhanger und die zunehmende Dramatik des Geschehens machen es ansonsten aber fast unmöglich, das Buch vor dem Ende aus der Hand zu legen.
    Apropos Ende: Die Geschichte hat einen vernünftigen Abschluss, wird aber (erfreulicherweise) nicht das letzte sein, was wir aus dem Silo hören. Auf Englisch ist bereits ein dreiteiliges Prequel („Shift 1-3“) mit interessanten Hintergrundinfos erschienen, das wohl auch eine Überleitung zur Fortsetzung darstellen soll
    .

    Fazit

    Den Buchtitel fand ich irgendwie nicht sonderlich ansprechend, die Beschreibung klang aber spannend und der Inhalt hat mich dann storytechnisch wie auch sprachlich sehr positiv überrascht. Wer mit englischen Büchern keine Probleme hat, dem sei kurz die Kindle-Komplettversion des Originals („Wool“) dringend ans Herz gelegt, die es nämlich zum absoluten Spottpreis gibt. Besser kann man für 3€ eigentlich nicht unterhalten werden. Aber auch den höheren Preis der deutschen Variante ist dieser Ausflug in die ungewöhnliche unterirdische Siedlung allemal wert.

    Wertung


    Pro

    • interessantes Szenario
    • fesselnde Entwicklung der Geschichte
    • glaubwürdige, sympathische Hauptfiguren
    • gelungener Schreibstil

    Contra

    • zwischendurch kleine Spannungs-Durchhänger
    • deutsches eBook viel teurer als die englische Version
       

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Bücher, Science-Fiction
    von Christina Schmitt 13.Mrz.2013 784 x gelesen